Über den Bonifatiusroute
Die Bonifatius-Route ist ein 2004 angelegter Pilger- und Wanderweg von 180 km Länge, der die Spuren des Leichenzuges des heiligen Bonifatius von Mainz nach Fulda folgt. Diese Route verbindet zwei bedeutende Bischofsstädte und durchquert dabei diverse Kulturlandschaften: vom Rheingau mit seinen Weinbergen über die Wetterau als Kornkammer Hessens bis zum Vogelsberg.
Der Weg führt durch historisch bedeutsame Orte wie Glauburg mit keltischen Fürstengrabhügeln, vorbei an der Stumpe Kirch an der Nidder aus dem 13. Jahrhundert und zum Hoherodskopf mit 679 m als höchstgelegener Punkt.
Die Route verbindet nicht nur Wandern und Naturerlebnis, sondern auch die Auseinandersetzung mit einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft und christlichen Traditionen.
Beste Reisezeit
Sonnige Weinberge im Rheingau optimal nutzbar, Herbstwanderung wie von Ortenberg nach Hirzenhain am 11. Oktober mit Vereinsführung für volle Landschaftsvielfalt.
Meiden: Winter, da Mittelgebirge und Vogelsberg schneebedeckt und matschig werden
Klima
Highlights
Mainzer Dom und Ausgangspunkt
Der Hohe Dom in Mainz, wo Bonifatius 745 Bischof wurde, markiert den feierlichen Startpunkt der Route. Der beeindruckende Kirchenbau prägt das Stadtbild und verbindet Geschichte mit Spiritualität.
Rheingau und Weinberge
Nach Überquerung des Rheins über die Theodor-Heuss-Brücke durchquert die Route die sonnigen Weinberge des Rheingaus im Regionalpark Rhein-Main. Diese malerische Landschaft bietet Ruhe und Naturerlebnis.
Glauburg und Keltenwelt
Der Glauburg (276 m) mit dem Museum Keltenwelt am Glauberg zeigt keltische Funde, darunter den Keltenfürsten vom Glauberg. Archäologische Schätze aus Steinzeit und Keltenzeit prägen diesen Ort.
Kleinheiligkreuz und Rastplatz
Diese idyllische Wallfahrtskirche bei Kleinlüder markiert einen historischen Rastplatz des Leichenzuges von 754. Der Ort verkörpert die spirituelle Kontinuität der Route.
Hoherodskopf im Vogelsberg
Mit 679 m der höchste Punkt der Route bietet dieser Gipfel im Oberwaldgebiet Panoramablicke und intensive Naturerfahrung inmitten von Wäldern und Feldern.
Fuldaer Dom und Bonifatiuskapelle
Der Hohe Dom zu Fulda beherbergt die Bonifatiuskapelle, Überrest der Ratgar-Basilika aus dem 8. Jahrhundert, wo die Gebeine des Bonifatius ruhen. Der Bonifatiusbrunnen markiert die historische Grabstelle.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Die historische Grundlage der Bonifatiusroute ist der Leichenzug des Missionsbischofs **Bonifatius (Wynfreth, geb. ca. 672–675)**, der nach seiner Ermordung bei Dokkum am **5. Juni 754** von Mainz zu seinem Wunschbegräbnis nach Fulda überführt wurde. Dieser Trauerzug folgte mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Netz frühmittelalterlicher Verkehrswege, teils auf noch intakten römischen Straßen und seit vorgeschichtlicher Zeit begangenen Pfaden, die das Rhein-Main-Gebiet mit der Klostergründung Fulda verbanden. Schon im 8. und 9. Jahrhundert entwickelte sich Fulda durch Bonifatius’ Grab zum geistlichen Zentrum und Ziel von Verehrern, sodass sich der Weg allmählich zu einer von Prozessionen und Memorialfeiern geprägten Erinnerungsroute an den „Apostel der Deutschen“ formte. In seiner heutigen Form wurde die **Bonifatius-Route 2004** anlässlich des **1250. Todestages** und der 1250. Wiederkehr der Überführung (754–2004) offiziell als 172 km langer Pilger- und Wanderweg zwischen Mainz und Fulda neu angelegt und mit einer zweiwöchigen Erstbegehung eröffnet.
Bedeutung
Im Mittelalter war der historische Bonifatiusweg vor allem als geistliche Verbindungslinie zwischen dem Bischofssitz **Mainz** (seit 746 Bonifatius’ Metropolitansitz) und dem auf sein Geheiß gegründeten Kloster **Fulda** von Bedeutung, wo sich sein Grab rasch zu einem wichtigen Wallfahrtsziel entwickelte. Die Verehrung des heiligen Bonifatius förderte Klostergründungen, Kirchenbauten und Memorialkapellen entlang der Route und prägte so die christliche Kulturlandschaft von Rheinhessen, Taunus, Wetterau und Vogelsberg über Jahrhunderte. Kunst und Architektur – von romanischen und gotischen Kirchen bis zu späteren Wallfahrtskapellen wie Kleinheiligkreuz und der domprächtigen Grablege in Fulda – spiegeln die anhaltende Bonifatiusfrömmigkeit und die Erinnerung an seinen letzten Weg wider. Als Gestalt der karolingischen Reformkirche, vom Papst 719 mit der Heidenmission betraut und 732 zum Erzbischof erhoben, verband Bonifatius die anglo-sächsische Missionsbewegung mit der Formierung einer fränkisch-deutschen Christenheit, sodass der Weg symbolisch für die Christianisierung und kirchliche Organisation Mitteleuropas steht.
Heute
Die 2004 eröffnete Bonifatiusroute wurde bewusst nach dem Vorbild klassischer Pilgerwege gestaltet: Sie verbindet spirituelle Besinnung mit einem in „Jahrhunderten gewachsenen“ Kulturraum, erschließt Klöster, Kirchen, historische Ortskerne und naturnahe Landschaften und ist durch ein charakteristisches Wegezeichen mit rotem Kreuz und Bischofsstab markiert. Getragen vom 2003 gegründeten Verein Bonifatius-Route e. V. und kirchlichen wie touristischen Initiativen, erlebt der Weg seit den 2000er-Jahren eine kontinuierliche Renaissance als ökumenisch offener Pilgerpfad; genaue jährliche Pilgerzahlen werden nicht flächendeckend erhoben, doch geführte Etappenwanderungen und Pilgerangebote in mehreren Bistümern zeigen seine wachsende Beliebtheit. Obwohl die Route kein UNESCO-Welterbe ist, zieht sie heutige Pilger an, die in der Begegnung mit der Gestalt Bonifatius’, der Stille der Landschaft und den Zeugnissen christlicher Geschichte zwischen Mainz und Fulda Sinnsuche, Glaubensvertiefung und körperliche Herausforderung miteinander verbinden.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache: Deutsch; Dialekte: Mainzer/Rhein-Mainer und Osthessischer Einschlag. Nützliche Phrasen: „Gude, ich bin uff der Bonifatiusroute unterwegs.“ / „Wo issn hier de Weg zum nächsten Etappenziel?“ / „Hätten Sie vielleicht ’nen Pilgerstempel für mich?“ / „Ein Äppler und e kleins deftigs Vesper, bitte.“
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Mai bis Oktober
Sonnige Weinberge im Rheingau optimal nutzbar, Herbstwanderung wie von Ortenberg nach Hirzenhain am 11. Oktober mit Vereinsführung für volle Landschaftsvielfalt.
Meiden
Winter, da Mittelgebirge und Vogelsberg schneebedeckt und matschig werden
Highlights
Hoher Dom St. Martin
Beeindruckender Startpunkt am Mainzer Leichhof mit romanischen Bauten als geistliches Zentrum.
Etappe 1 / Mainz
Fuldaer Dom
Ziel mit barocken Kirchenbauten als letzte Ruhestätte Bonifatius' mit großer historischer Bedeutung.
Etappe 9 / Fulda
Bonifatius-Kapelle Kriftel
Wichtige Pilgerstation mit Infotafeln zum Heiligenleben inmitten urbaner Landschaft.
Etappe 2 / Kriftel
Lokale Küche
Rheingau-Weine
Weinberge zwischen Mainz und Assmannshausen
In Rüdesheim nach Germania-Aussicht probieren für regionale Frische.
Vogelsberger Spezialitäten
Hirzenhain oder Glashütten
In lokalen Gasthäusern nach Etappe sieben für traditionelle Gerichte mit Streuobst.
Fuldaer Fachwerk-Dörfer Gerichte
Nösberts-Weidmoos
Am Ende der Teufelsmühle-Etappe für ursprüngliche Hausmannskost.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Pilgerherbergen und Klosterunterkünfte
- Gasthöfe & Pensionen in Ortszentren
- Hotels in größeren Etappenorten
Wegmarkierung
Teils eigenständige Markierung als Bonifatiusroute; einzelne Abschnitte folgen lokalen Wander- und Ortswegweisern. Karten/GPX empfohlen.
Geländebeschaffenheit
- Wald- und Forstwege
- Feld- und Wiesenpfade
- Asphaltierte Ortsdurchgänge und Nebenstraßen
- Hügeliges Relief mit kurzen steileren Anstiegen
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.