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Camino Aragonés (Somport–Puente la Reina)

Der Camino Aragonés ist eine rund 170 km lange Jakobsweg-Route vom Somport-Pass (französisch-spanische Grenze) nach Puente la Reina, wo sie in den Camino Francés mündet. Der Weg führt durch die Täler von Aragón und die Vorpyrenäen, passiert Jaca und Sangüesa und verbindet Berglandschaften mit romanischer Kultur.

Distanz
170
km
Dauer
6-8
Tage
Aufstieg
4200
m

Über den Camino Aragonés (Somport–Puente la Reina)

Der Camino Castellano-Aragonés ist eine weniger bekannte, aber außergewöhnlich vielfältige Route, die Burgos mit Jaca verbindet und dabei zwei völlig unterschiedliche Landschaften durchquert. Beginnend auf der kastilischen Hochebene mit ihren endlosen Horizonten und Getreidespeichern führt dieser 325 km lange Weg allmählich in die voralpinen Ausläufer der Pyrenäen, wobei er dabei durch romanische Klöster, mittelalterliche Dörfer und die Bergketten der Sierra de la Demanda führt.

Im Gegensatz zu den überlaufenen nördlichen Routen bleibt dieser Weg authentisch und weniger touristisch, was Pilgern eine tiefere Begegnung mit der ländlichen spanischen Kultur ermöglicht. Die Route verbindet christliche Spiritualität mit geologischer Dramatik: Während die ersten Etappen durch stille Ebenen führen, wo Kirchen und Klöster als einzige Orientierungspunkte dienen, offenbaren sich später Panoramen der Sierra de la Demanda und schließlich die nahen Pyrenäen mit ihren steilen Auf- und Abstiegen.

Die Wegmarkierung ist teilweise lückenhaft, was den Weg für erfahrene Pilger zu einer echten Herausforderung macht, bei der Karten und GPS-Geräte unverzichtbar sind. Mit mittlerer Schwierigkeit, längeren Tagesetappen und technisch anspruchsvollen Bergpassagen ist dieser Camino für Pilger gedacht, die Ausdauer, Trittsicherheit und die Fähigkeit zur Selbstnavigation mitbringen.

christlich kulturell landschaft bergig

Beste Reisezeit

Weniger Hitze bei Aufstiegen wie Jaca-San Juan de la Peña (vermeidet 30 Grad), Pyrenäen schneefrei, weniger Pilger für Ruhe.

Apr Mai Sep Okt

Meiden: Sommer (Juni-August) wegen extremer Hitze in Bergen

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Burgos - Kathedrale und Ausgangspunkt

Die gotische Kathedrale von Burgos, eine der größten und prächtigsten Spaniens, ist das geistige Tor zu diesem Pilgerweg. Mit ihren charakteristischen doppelten Spitzentürmen aus dem 15. Jahrhundert und dem kunstvollen Filigran ihrer Fassade symbolisiert sie den Beginn einer spirituellen Reise durch Kastilien. Viele Pilger beginnen ihre Route mit einer stillen Moment im Inneren dieser UNESCO-Weltkulturerbe.

Monasterio de San Juan de la Peña

Dieses spektakulär in eine Felswand eingebaute Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert ist ein Meisterwerk der romanischen Architektur und liegt malerisch an den Ausläufern der Pyrenäen. Das Kloster beherbergte einst die Reliquien des heiligen Johannes und war ein wichtiges Pilgerziel. Die Lage des Klosters direkt unter einem massiven Felsdach bietet nicht nur spirituelle Tiefe, sondern auch atemberaubende Ausblicke auf das Irati-Tal.

Sierra de la Demanda - Berglandschaft

Diese Bergkette markiert den Übergang von der flachen Hochebene zu den voralpinen Regionen und bietet Pilgern spektakuläre Panoramen über mehrere Etappen hinweg. Die Sierra de la Demanda ist bekannt für ihre grünen Wälder, Bergquellen und die charakteristische Vegetation der nördlichen Meseta. An klaren Tagen können Pilger von den höheren Passagen aus die fernen Pyrenäen erblicken.

Jaca - Mittelalterliche Grenzstadt

Jaca war im Mittelalter ein wichtiger Grenzposten zwischen dem christlichen Königreich Aragonien und den maurischen Territorien und ist heute eine charmante Stadt auf 815 Metern Höhe. Die Kathedrale von Jaca, eine der ältesten romanischen Kirchen Spaniens aus dem 11. Jahrhundert, prägt das Stadtbild. Mit ihrer Zitadel und den gepflasterten Straßen verkörpert Jaca die strategische und kulturelle Bedeutung dieser Region während der Reconquista.

Sangüesa - Romanische Architektur und Flusslandschaft

Diese mittelalterliche Stadt an den Ufern des Río Aragón ist berühmt für ihre Iglesia de Santa María la Real mit ihrer kunstvollen romanischen Westfassade aus dem 12. Jahrhundert, die detaillierte biblische Szenen darstellt. Die Stadt war ein bedeutender Halt auf den Jakobswegen und behielt ihre mittelalterliche Struktur mit engen Gassen und alten Pilgerhospizen. Der Fluss Aragón begleitet Pilger über große Teile dieser Route und schafft grüne Oasen in der sonst trockenen Landschaft.

Somport-Pass - Grenze zwischen Welten

Der Somport-Pass auf 1.632 Metern Höhe markiert die Grenze zwischen Spanien und Frankreich und ist der Endpunkt des Camino Aragonés, wo dieser Weg in den Camino Francés mündet. Der Pass ist eine dramatische geografische Schwelle, wo die Pyrenäen in ihrer ganzen Majestät erlebbar werden. Von hier aus können Pilger bei klarem Wetter weit in beide Länder blicken.

Ermita de Santa María de Eunate

Diese romanische Einsiedlerkapelle aus dem 12. Jahrhundert mit ihrem charakteristischen achteckigen Grundriss liegt abseits der Hauptroute zwischen Enériz und Obanos und ist ein architektonisches Juwel. Die Kapelle war ein wichtiger Rastplatz für Pilger und wird von einem Arkadengang umgeben, der Schutz und spirituelle Zuflucht bot. Ihre isolierte Lage in der Landschaft macht sie zu einem Ort der inneren Einkehr.

Puente la Reina - Vereinigung der Wege

Diese historische Stadt ist der Knotenpunkt, wo der Camino Aragonés in den berühmteren Camino Francés mündet und wo sich tausende Pilger aus verschiedenen Richtungen treffen. Die Puente la Reina, eine elfbogige romanische Brücke aus dem 11. Jahrhundert, symbolisiert diese Vereinigung und ist eines der ikonischsten Bauwerke des Jakobsweges. Ab hier beginnt der letzte, intensivere Abschnitt nach Santiago de Compostela.

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