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Camino de la Lana (Variante)

Der Camino de la Lana (Variante) ist eine rund 700 km lange historische Pilgerroute von der Costa Blanca ins Norden Spaniens. Sie verbindet mediterrane Anfänge mit den kastilischen Hochebenen und führt durch Weinberge, historische Dörfer und einsame Hochebenen bis zur Verbindung mit den großen Jakobswegen bei Burgos.

Distanz
700
km
Dauer
23-35
Tage
Aufstieg
7500
m

Über den Camino de la Lana (Variante)

Der Camino de la Lana ist eine der weniger bekannten, aber landschaftlich reizvollsten Varianten der Jakobswege, die sich über etwa 700 Kilometer von der Mittelmeerküste bei Alicante bis nach Burgos erstreckt. Im Gegensatz zu den überlaufenen Hauptrouten wie dem Camino Francés bietet dieser Weg eine authentische Begegnung mit dem spanischen Hinterland: von den trockenen, hügeligen Landschaften der Provinz Valencia über die Weinbauregionen Kastiliens bis zu den kastilischen Hochebenen.

Der Name selbst – "Wollstraße" – erinnert an die mittelalterliche Handelstradition, die diese Route über Jahrhunderte prägte, als Wollhändler und Pilger auf denselben Pfaden wanderten. Die Variante vermeidet bewusst stark befahrene Straßen und führt stattdessen durch kleine, traditionelle Dörfer, vorbei an romanischen Kirchen und mittelalterlichen Burgen, die oft nur wenige andere Pilger zu Gesicht bekommen.

Hier erleben Wanderer nicht nur die spirituelle Dimension einer Pilgerreise, sondern auch die kulinarischen Schätze lokaler Weinbaugebiete, die Gastfreundschaft echter Dorfgemeinschaften und die stille Schönheit einer Landschaft, die sich kaum verändert hat seit den Tagen der ersten Pilger. Die Route verbindet das mediterrane Licht der Küste mit der rauen Schönheit der kastilischen Meseta – eine Transformation, die sich nicht nur in der Landschaft, sondern auch in der Seele des Pilgers vollzieht.

kulturell landschaft christlich wein

Beste Reisezeit

Milderes Klima in den offenen Meseta- und Innenlands-Abschnitten (vermeidet die Sommerhitze von Juli/August und die kälteren Winternächte auf höher gelegenen Passagen); landwirtschaftliche Betriebsamkeit (Weinlese im September) sorgt für geöffnete Bars/Pensionen entlang der Route.

Mär Apr Mai Sep Okt

Meiden: Juli und August wegen extremer Hitze; Dezember–Februar wegen möglichen Frosts und reduzierter Unterkunftsöffnungen in kleineren Dörfern.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Alicante – Die Ausgangspunkt am Mittelmeer

Alicante bietet mit seiner Altstadt Barrio de Santa Cruz und dem Castillo de Santa Bárbara auf 166 Metern Höhe einen dramatischen Start in die Pilgerreise. Die mittelalterliche Festung dominiert die Stadt und markiert den Übergang vom Meer zum Binnenland. Von hier aus beginnt der Aufstieg in die innerspanischen Landschaften, wobei die ersten Etappen noch von der mediterranen Brise geprägt sind.

Almansa – Weinbau und Schlösser

Almansa ist bekannt für seine beeindruckende Burg aus dem 14. Jahrhundert, die majestätisch über der Stadt thront, und für die Weinproduktion der Region. Die Etappe nach Almansa führt durch Weinfelder und offene Landschaften, wo Pilger die ersten echten Kostproben der lokalen Weine genießen können. Der Tafelberg El Mugrón ist ein markantes Orientierungspunkt und visueller Bezug für mehrere Etappen.

Requena – Weinregion und mittelalterliche Geschichte

Requena ist das Herzland der Weinproduktion in der Region Valencia und bekannt für seine Denominación de Origen (DO) Requena-Utiel. Die Stadt bewahrt mittelalterliche Architektur mit engen Gassen und historischen Kirchen. Pilger können hier lokale Bodegas besuchen und die Tradition der Weinherstellung kennenlernen, die bis ins Mittelalter zurückreicht.

Monteagudo de las Salinas – Vereinigung der Routen

An diesem Punkt treffen sich die beiden Varianten des Camino de la Lana – eine von Valencia und eine von Alicante kommend – zusammen. Monteagudo de las Salinas markiert die symbolische Vereinigung und den Übergang zu den gemeinsamen 406 Kilometern bis Burgos. Die Landschaft wird hier kontinentaler, die Höhe nimmt zu und die Vegetation verändert sich deutlich.

Santo Domingo de Silos – Benediktinerkloster und Gesang

Das Benediktinerkloster Santo Domingo de Silos ist eines der bedeutendsten romanischen Klöster Spaniens und bekannt für die Choralgesänge der Mönche. Das Kloster bewahrt die berühmten Silos-Kapitelle aus dem 11. Jahrhundert und bietet Pilgern eine Oase der Spiritualität. Die Vespergesänge der Mönche sind ein unvergessliches Erlebnis für viele Pilger.

Atienza – Mittelalterliche Bergstadt mit Festung

Atienza thront auf einem Hügel und bewahrt eine intakte mittelalterliche Struktur mit Burg, romanischen Kirchen und engen Kopfsteinpflastergassen. Die Stadt war ein wichtiger Verteidigungspunkt im Mittelalter und zeigt die typische Architektur der kastilischen Hochebene. Von hier aus bieten sich spektakuläre Ausblicke über die weiten Ebenen.

Burgos – Die Kathedrale und das Ende des Weges

Die Kathedrale von Burgos, eine der größten gotischen Kathedralen Europas mit ihrer charakteristischen Doppeltürmen, markiert den Endpunkt der Ruta de la Lana. Die UNESCO-Welterbestätte beeindruckt mit ihrer spätgotischen Architektur aus dem 13.-16. Jahrhundert. Hier mündet der Weg in den Camino Francés ein, und Pilger können ihre Muschel als Zeichen ihrer Pilgerschaft empfangen.

Fresno de Caracena – Romanische Kirche in der Einsamkeit

Fresno de Caracena beherbergt eine kleine, aber bemerkenswerte romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die in ihrer schlichten Schönheit die spirituelle Essenz des Weges verkörpert. Die Kirche steht fast verlassen in der weiten Landschaft und bietet einen intimen Moment der Stille. Dies ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint.

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