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Camino Finisterre

Kurzroute von Santiago de Compostela zum Kap Fisterra: ca. 90 km Küstenverlängerung des Jakobswegs mit maritimen Landschaften, kleinen Dörfern und spiritueller Tradition des ‚Endes der Welt‘.

Distanz
90
km
Dauer
3-5
Tage
Aufstieg
1800
m

Über den Camino Finisterre

Der Camino Finisterre beginnt dort, wo für viele andere Pilger die Reise endet: an den Stufen der Kathedrale von Santiago de Compostela. Diese 90 Kilometer lange Verlängerung führt westwärts durch die grünen Hügel Galiciens bis zum Kap Fisterra, dem legendären "Ende der Welt", wo einst die antike Welt zu enden glaubte.

Während der Camino de Santiago eine Reise zu den sterblichen Überresten des Apostels Jakobus ist, verkörpert der Camino Finisterre eine ganz andere spirituelle Dimension: die Konfrontation mit dem Absoluten, mit dem Meer und der eigenen Endlichkeit. Die Route durchquert zunächst die dünn besiedelte galicische Hügellandschaft mit ihren charakteristischen Eukalyptus- und Kastanienwäldern, überquert die mittelalterliche Ponte Maceira mit ihrer beeindruckenden 150 Meter langen Steinbogenbrücke über den Río Tambre, und führt dann hinab zu den Küstenlandschaften der Costa da Morte – der "Küste des Todes", benannt nach den vielen Schiffbrüchen an dieser stürmischen Atlantikküste.

Immer mehr Pilger entscheiden sich, nach Santiago noch vier bis fünf Tage weiterzugehen, um diesen archaischen Ort zu erreichen, wo der Leuchtturm am Kilometerstein 0 steht und Pilger traditionell ihren Camino mit dem Sonnenuntergang über dem Meer beschließen. Dieser Weg ist nicht nur eine physische Verlängerung, sondern eine Vertiefung der Pilgerfahrt: Während Santiago die Ankunft symbolisiert, symbolisiert Finisterre die Transformation.

christlich küste landschaft spiritualität

Beste Reisezeit

Diese Zeiträume bieten milde Temperaturen, längere Tageslichtstunden und geringeren Niederschlag als Herbst/Winter; außerdem sind viele Pensionen/Herbergen geöffnet, ohne die volle Hochsaisondichte wie im Juli/August.

Mai Jun Sep

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Touristenandrang an Küstenorten und mögliche Überbelegung der Unterkünfte; Winter (Dez–Feb) wegen häufigem Regen, starker Atlantikstürme an der Costa da Morte und eventuellen Schließungen von Unterkünften.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Santiago de Compostela - Die Kathedrale

Der Startpunkt des Camino Finisterre liegt an der berühmten Kathedrale von Santiago de Compostela, einem UNESCO-Weltkulturerbe aus dem 12. Jahrhundert. Von hier aus beginnt die letzte Etappe vieler Pilger, die bereits hunderte oder tausende Kilometer hinter sich haben. Die Kathedrale mit ihrer barocken Fassade und dem Grab des Apostels Jakobus ist das spirituelle Herz des gesamten Jakobsweg-Systems.

Ponte Maceira

Diese majestätische mittelalterliche Steinbogenbrücke überspannt den Río Tambre und gilt als einer der schönsten Orte des gesamten Weges. Die etwa 150 Meter lange Brücke stammt aus römischen Zeiten und wurde im Mittelalter erneuert, was ihre charakteristische Architektur mit mehreren Bögen prägt. Der kleine Ort Ponte Maceira mit seinen traditionellen galicischen Häusern bietet einen idyllischen Anblick und ist ein beliebter Fotomotiv.

Monte Aro - Der höchste Punkt

Mit 556 Metern ist der Monte Aro der höchste Punkt der Route und bietet einen weiten Blick über die Terra de Xallas und den Stausee von Castrelo. Der steile Aufstieg durch Wälder wird mit panoramischen Ausblicken belohnt, die die Vielfalt der galicischen Landschaft zeigen. An klaren Tagen kann man bis zur Atlantikküste sehen.

Olveiroa

Dieses historische Pilgerdorf liegt auf etwa 400 Metern Höhe und war traditionell ein wichtiger Rastplatz für Pilger. Das Dorf bewahrt die authentische galicische Architektur mit seinen charakteristischen Steinhäusern und engen Gassen. Olveiroa markiert den Übergang von der Hügellandschaft zu den Küstenabschnitten des Weges.

Hospital - Das Pilgerdorf

Hospital (auch O Logoso genannt) ist ein traditionsreiches Pilgerdorf, das seinen Namen von einer mittelalterlichen Herberge für Pilger hat. Der Ort liegt auf etwa 350 Metern Höhe und bietet einen letzten Rückzugsort vor dem finalen Abstieg zur Küste. Hier teilt sich der Weg in zwei Varianten: eine über Cee nach Finisterre oder eine über Muxía.

Kap Finisterre - Der Leuchtturm

Der Leuchtturm am Kap Finisterre steht am Kilometerstein 0 und markiert das legendäre "Ende der Welt". Dieser dramatische Ort an der Costa da Morte ist der Abschluss des Pilgerweges, wo viele Pilger ihre Camino-Muschel verbrennen oder andere rituelle Handlungen durchführen. Der Sonnenuntergang über dem Atlantik ist einer der spirituellsten Momente der gesamten Pilgerreise.

Costa da Morte - Die Küste des Todes

Diese raue Atlantikküste verdankt ihren Namen den vielen Schiffbrüchen, die hier durch die stürmischen Gewässer verursacht wurden. Die dramatischen Felsformationen, Buchten und Strände schaffen eine wilde, authentische Landschaft, die einen starken Kontrast zu den Hügellandschaften des Weges bildet. Die Küste verkörpert die rohe Kraft der Natur.

Muxía - Das Heiligtum

Muxía ist eine Alternative zu Finisterre und beherbergt das Santuario da Virxe da Barca (Heiligtum der Jungfrau des Bootes), ein wichtiges Wallfahrtsziel. Das Heiligtum geht auf eine legendäre Erscheinung der Jungfrau Maria zurück, die Pilgern in einem Boot erschienen sein soll. Dieser Ort verbindet maritime Geschichte mit christlicher Spiritualität.

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