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Camino Inglés

Kurze jakobsweg-Route von Ferrol nach Santiago de Compostela (ca. 120 km), geprägt von rauer Atlantikküste, historischen Hafenstädten und ländlichen Hügeln.

Distanz
120
km
Dauer
4-6
Tage
Aufstieg
1600
m

Über den Camino Inglés

Der Camino Inglés ist eine der ältesten und authentischsten Routen des Jakobswegs, die direkt in die maritime Geschichte Europas führt. Vom Hafen Ferrol aus, wo einst Tausende von Pilgern aus Skandinavien, Flandern und dem Vereinigten Königreich an Land gingen, führt dieser 120 Kilometer lange Weg durch die windgepeitschten Küsten Galiciens bis nach Santiago de Compostela.

Im Gegensatz zu den überlaufenen Hauptrouten des Camino Francés bietet der Camino Inglés eine intimere Erfahrung: Sie wandern durch kleine mittelalterliche Hafenstädte wie Pontedeume und Betanzos, wo die Geschichte in jeder Gasse spürbar ist, und folgen dabei den gleichen Pfaden, die Pilger seit über einem Jahrtausend beschreiten. Die Route wechselt zwischen wilden Küstenpfaden mit Blick auf die Ría de Betanzos, grünen Feldwegen durch galicische Agrarlandschaften und charmanten Dorfstraßen, die von gelben Pfeilen und Jakobsmuscheln gekennzeichnet sind.

Was diesen Weg einzigartig macht, ist die Verbindung von See- und Landschaftserlebnis: Sie erleben nicht nur die spirituelle Dimension der Pilgerfahrt, sondern auch die materielle Kultur der galicischen Küstenregion, ihre Fischerdörfer, ihre Architektur und ihre tiefe Verwurzelung in der christlichen Tradition. Mit einer Dauer von 4-6 Tagen und mittlerem Schwierigkeitsgrad ist der Camino Inglés ideal für Pilger, die eine kompakte, kulturreiche Strecke suchen, ohne dabei auf die transformative Kraft einer echten Pilgerreise verzichten zu wollen.

christlich küste kulturell landschaft

Beste Reisezeit

Frühling bis frühsommerliche Monate bieten milde Temperaturen, blühende Küstenabschnitte und geringere Niederschlagswahrscheinlichkeit als Herbst/Winter; September vermeidet Hochsaison und hat angenehme Meeresnähe ohne die stärksten Sommerhitze- und Touristenmengen.

Apr Mai Jun Sep

Meiden: Dezember bis Februar (hohe Niederschlagsraten und stürmische Küste) sowie Juli/August, wenn Touristenandrang an Küstenorten und Unterkünfte stärker ist.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Ferrol - Ausgangspunkt der Seepilger

Die Hafenstadt Ferrol war seit dem Mittelalter ein zentraler Ankunftshafen für nordeuropäische Pilger, die auf dem Seeweg kamen. Die Stadt bewahrt ihre maritime Architektur und die historische Bedeutung als Tor zum Jakobsweg. Besuchen Sie die Altstadt mit ihren engen Gassen und dem Hafen, wo die Pilgerfahrt beginnt.

Pontedeume - Die Brückenstadt

Pontedeume ist eine der schönsten mittelalterlichen Hafenstädte Galiciens mit ihrer charakteristischen Brücke über den Fluss Eume. Die Stadt bietet spektakuläre Ausblicke auf die Ría de Ferrol und ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt mit Palästen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die erste Etappe endet hier nach 27,7 km und bietet einen perfekten Ort zum Verweilen.

Betanzos - Die Stadt der Ritter

Betanzos, auch als 'Cidade dos Cabaleiros' (Stadt der Ritter) bekannt, ist ein mittelalterliches Juwel mit gotischer Architektur und engen, verwinkelten Gassen. Die Stadt wurde im 14. Jahrhundert gegründet und bewahrt ihre ursprüngliche Struktur mit mehreren Kirchen und Palästen. Das Estuario des Río Lambre bietet herrliche Ausblicke auf die Feuchtgebiete und die Ría de Betanzos.

Ría de Betanzos - Naturschutzgebiet mit Meerescharakter

Diese Flussmündung mit ihren Feuchtgebieten und Vogelbeobachtungsmöglichkeiten ist ein Naturschutzgebiet von europäischer Bedeutung. Der Weg führt entlang dieser wilden Küstenlandschaft, wo Sie Möwen, Kormorane und je nach Jahreszeit Zugvögel beobachten können. Die salzigen Winde und das Rauschen der Wellen begleiten Sie während dieser magischen Etappe.

Hospital de Bruma - Schnittpunkt der zwei Camino-Inglés-Routen

In Hospital de Bruma treffen sich die beiden Varianten des Camino Inglés (von Ferrol und von A Coruña) zusammen. Dieser Ort markiert den Übergang von der Küstenroute zur Binnenroute und war historisch ein wichtiger Rastplatz für Pilger. Von hier aus führen die letzten 40-48 km gemeinsam nach Santiago de Compostela.

Grüne Hügel und galicische Landschaft

Nach Hospital de Bruma durchquert der Weg die sanften, üppig grünen Hügel des galicischen Binnenlandes mit Feldern, Wäldern und traditionellen Dorfstrukturen. Diese Etappen sind weniger anspruchsvoll und bieten eine meditative Erfahrung durch die ländliche Galicia mit ihren charakteristischen Granithäusern und Steinwegen.

Sigüeiro - Letzte Etappe vor Santiago

Sigüeiro ist die letzte bedeutende Ortschaft vor Santiago de Compostela. Die abschließende Etappe von hier zur Kathedrale ist nur 15,7 km lang und führt durch die Vororte Santiagos. Dies ist der emotionale Höhepunkt der Reise, wenn die Pilgerin oder der Pilger sich der heiligen Stadt nähert.

Kloster San Martín de Xubia - Historischer Wegpunkt

Bereits in der ersten Etappe passieren Pilger das Kloster San Martín de Xubia aus dem 18. Jahrhundert, das die lange Tradition der Pilgerbetreuung in dieser Region symbolisiert. Das Kloster steht als stilles Zeugnis der jahrhundertelangen Unterstützung durch religiöse Gemeinschaften.

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