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Camino Lebaniego Castellano

Der Camino Lebaniego Castellano verbindet die kastilischen Ebenen mit dem heiligen Tal der Liébana in Kantabrien und führt Pilger über historische Dörfer, Naturparks und Bergpässe zum Kloster Santo Toribio de Liébana. Die Route kombiniert kulturelles Erbe, abwechslungsreiche Landschaften und spirituelle Ziele.

Distanz
165
km
Dauer
6-8
Tage
Aufstieg
6800
m

Über den Camino Lebaniego Castellano

Der Camino Lebaniego Castellano verbindet zwei Welten: die endlosen kastilischen Ebenen um Burgos mit den dramatischen Berglandschaften der Liébana-Region in Kantabrien. Diese 300 Kilometer lange Route folgt einer weniger bekannten, aber historisch bedeutsamen Pilgertradition, die Gläubige seit Jahrhunderten zur Kirche Santo Toribio de Liébana führt, wo sich das größte erhaltene Stück des Heiligen Kreuzes befindet. Im Gegensatz zu den überlaufenen Hauptwegen bietet dieser Weg eine intimere Begegnung mit authentischen spanischen Dörfern, wo Pilger noch auf traditionelle Handwerkstechniken und jahrhundertealte Kirchenarchitektur stoßen.

Die Route durchquert die Montaña Palentina, ein Naturschutzgebiet mit charakteristischen Kalksteinformationen, wilden Bergbächen und uralten Eichenwäldern, bevor sie schließlich ins Tal der Liébana hinabsteigt. Unterwegs wechseln sich flache Etappen durch Getreidefelder mit anspruchsvollen Bergpassagen ab, die Trittsicherheit erfordern, aber Wanderern mit normaler Kondition durchaus machbar sind. Der spirituelle Aspekt dieses Weges ist unmittelbar spürbar: Während des Jubeljahres der Kirche Santo Toribio, das Papst Julius II.

vor über 500 Jahren gewährte, können Pilger einen vollständigen Ablass erhalten – eine Gnade, die nur wenigen Orten weltweit gewährt wurde, neben Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela.

christlich landschaft bergig kulturell

Beste Reisezeit

In diesen Monaten sind die Wege (insbesondere exponierte Felsplatten und Pässe wie Arria/Hoz) tendenziell trockener und die Seilbahn‑/Ortsinfrastruktur in Potes und San Vicente vollständig geöffnet; die Aussicht auf die Picos ist häufiger klar, wodurch die Schlüsselblicke am Mirador de Hozarco besser zur Geltung kommen.

Mai Jun Jul Aug Sep

Meiden: Spätherbst bis Frühling (Oktober–April) wegen häufiger Niederschläge, Nebel und möglicher Schneefälle in höheren Passagen (Arria/Hoz bis ~880 m), die Felsplatten sehr rutschig machen und Teilabschnitte gefährden können.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Kloster Santo Toribio de Liébana

Das Endziel der Pilgerreise ist dieses im 6. Jahrhundert gegründete Franziskanerkloster, das 1953 zum Nationaldenkmal erklärt wurde. Es beherbergt das Lignum Crucis, das größte bekannte Stück des Heiligen Kreuzes, das der heilige Toribius im 5. Jahrhundert aus dem Heiligen Land mitbrachte. Das Kloster wird heute von vier Franziskanermönchen bewohnt und ist Schauplatz der täglichen Pilgermesse um 12:00 Uhr während des Jubeljahres.

Montaña Palentina Naturschutzgebiet

Dieses Gebirgsschutzgebiet prägt den mittleren Abschnitt der Route mit charakteristischen Kalksteinformationen, kristallklaren Bergbächen und uralten Eichenwäldern, die Wanderer durchqueren. Die Region ist Lebensraum für seltene Bergvogelarten und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Picos de Europa. Besonders im Herbst zeigen sich die Wälder in leuchtenden Farben und laden zu Pilzsammlungen ein.

Romanische Kirche Santa Juliana in Santillana del Mar

Diese prächtige romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde als Kulturgut unter Schutz gestellt und beeindruckt mit ihren charakteristischen Rundbögen und aufwendigen Kapitellen. Das angrenzende Dorf Santillana del Mar ist eines der best erhaltenen mittelalterlichen Dörfer Kastiliens mit gepflasterten Gassen und Herrenhäusern aus Sandstein.

Picos de Europa Bergkette

In den letzten Etappen erblicken Pilger die majestätischen Picos de Europa, eine der spektakulärsten Bergformationen Europas mit Gipfeln über 2.600 Metern. Diese UNESCO-geschützte Landschaft bildet eine dramatische Kulisse für den Abstieg ins Liébana-Tal und symbolisiert die Nähe zum spirituellen Ziel.

Dorf Potes – Tor zur Liébana

Dieses charmante mittelalterliche Dorf liegt am Zusammenfluss zweier Flüsse und dient als letzter größerer Ort vor dem Kloster Santo Toribio. Potes bewahrt seine ursprüngliche Architektur mit engen Gassen, einem befestigten Turm und traditionellen Steinhäusern. Von hier aus ist der Weg zum Kloster nur noch 13,7 km entfernt.

Kastilische Ebenen bei Burgos

Die Route beginnt in der flachen, weitläufigen kastilischen Hochebene, wo sich Getreidefelder bis zum Horizont erstrecken. Diese meditative erste Phase ermöglicht es Pilgern, sich auf ihre innere Reise einzustimmen, während die Landschaft die Einfachheit und Bescheidenheit der mittelalterlichen Pilgertraditionen widerspiegelt.

Collado de la Hoz – Bergpass

Dieser anspruchsvolle Bergpass verbindet die Ebenen mit den Bergen und erfordert Trittsicherheit und Ausdauer. Der Aufstieg wird mit Panoramablicken auf die Liébana-Region belohnt und markiert den Wendepunkt vom Flachland zur Bergwelt.

Kirche Nuestra Señora de los Ángeles

Diese gotische Kirche mit ihrer charakteristischen Architektur steht in San Vicente de la Barquera, wo der Weg beginnt oder endet. Sie repräsentiert die religiöse Kontinuität und künstlerische Tradition der Region und wurde über Jahrhunderte von Pilgern besucht.

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