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Camino Primitivo

Uralter Jakobsweg von Oviedo über Lugo nach Santiago.

Distanz
315
km
Dauer
12-18
Tage
Aufstieg
9500
m

Über den Camino Primitivo

Der Camino Primitivo ist nicht einfach eine Alternative zu den bekannteren Jakobswegen – er ist der Ursprung. Diese 315 Kilometer lange Route von Oviedo nach Santiago de Compostela war die erste Pilgerstraße, die Gläubige zum Grab des Apostels Jakobus führte, lange bevor der Camino Francés zum populären Standard wurde.

Was diesen Weg einzigartig macht, ist seine unverfälschte Wildheit: Er durchquert das Kantabrische Gebirge mit über 4.000 Höhenmetern Auf- und Abstiegen, führt durch neblige Eichen- und Buchenwälder Asturiens und hinab in die grünen Hügellandschaften Galiciens. Anders als auf frequentierten Routen laufen Pilger hier überwiegend auf Wald-, Wiesen- und Feldwegen statt auf asphaltierten Straßen – eine Erfahrung der Stille und Einsamkeit, die den Camino Primitivo seit 2015 auf die UNESCO-Welterbeliste gebracht hat.

Die Route verbindet drei Dimensionen authentischen Pilgerns: Die raue physische Herausforderung durch ständige Höhenwechsel, die kulturelle Tiefe durch romanische Kirchen, römische Bäder und traditionelle Klöster, und die spirituelle Intensität durch die Konfrontation mit sich selbst in einsamen Bergpässen wie dem Puerto del Palo auf 1.146 Metern. Nur etwa 4 Prozent aller Jakobsweg-Pilger wählen diese Route – ein Geheimtipp, der Wanderer mit guter Kondition mit spektakulären Ausblicken, unbeständigem Wetter und dem authentischen Rhythmus kleiner asturischer und galicischer Dörfer belohnt.

christlich bergig landschaft

Beste Reisezeit

Zu dieser Zeit sind die Pässe in der Regel schneefrei, Tageslicht und Temperaturbedingungen günstig und die Herbergen geöffnet; das Wetter ist stabiler als im Frühjahr/Herbst und die alpinen Abschnitte sind begehbar.

Mai Jun Jul Aug Sep

Meiden: Dezember bis Februar (Wintermonate) wegen Schneefall in den Bergen und potenziell unpassierbaren Pässen; außerdem Übergangsmonate mit häufigem Regen (Oktober–November) können Pfade sehr matschig und rutschig machen.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Kathedrale von Oviedo

Der offizielle Startpunkt des Camino Primitivo an der gotischen Kathedrale der asturischen Hauptstadt, wo Pilger ihre Reise vor dem Grab des Heiligen Leodegar beginnen. Die Kathedrale beherbergt die Cámara Santa mit bedeutenden romanischen Kunstwerken und ist selbst Teil des UNESCO-Weltkulturerbes 'Monumente von Oviedo und des Königreichs Asturien'. Hier erhalten Pilger ihre ersten Stempel für die Pilgerkarte (Credencial).

Puerto del Palo

Dieser 1.146 Meter hohe Pass ist einer der zwei großen Höhepunkte des Camino Primitivo, wo sich zwei Routenvarianten (über Pola de Allande oder die traditionelle Hospitalroute) wieder vereinen. Die Überquerung erfolgt meist zwischen den Etappen Borres und Berducedo und bietet bei klarem Wetter spektakuläre Panoramablicke über die kantabrische Berglandschaft. Der Aufstieg zählt zu den anspruchsvollsten Abschnitten der gesamten Route.

Stausee Grandas de Salime

Dieser wunderschön gelegene Stausee liegt auf der sechsten Etappe und wird nach einem anstrengenden 800-Meter-Abstieg erreicht. Die Landschaft um den See verkörpert die raue Schönheit Asturiens mit steilen Felswänden und grünen Ufern. Nach dem Abstieg folgt ein konstanter Anstieg zum Dorf Grandas de Salime, dem letzten Etappenziel in Asturien.

Kloster San Salvador in Cornellana

Dieses Kloster auf dem Weg zwischen Grado und Salas ist ein bedeutendes Beispiel für romanische und barocke Kunst aus dem frühen Mittelalter. Die Kirche zeigt wertvolle architektonische Details und war historisch ein wichtiger Zufluchtsort für Pilger. Das Kloster steht exemplarisch für die reiche monastische Tradition entlang der Route.

Stiftskirche Santa María la Mayor in Salas

Diese romanische Kirche in dem hübschen Dorf Salas (auf der dritten Etappe) ist ein architektonisches Juwel mit charakteristischen Rundbögen und Kapitellen aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche thront über dem Dorf und bietet Pilgern einen Moment der Ruhe nach anspruchsvollen Bergstrecken. Sie gehört zum kulturellen Erbe der Region und zeigt die religiöse Bedeutung des Weges.

Hospital de Peregrinos Montouto

Die Ruinen dieses mittelalterlichen Pilgerhotels liegen auf der achten Etappe zwischen Fonsagrada und O Cadavo in etwa 1.000 Metern Höhe. Der Ort zeugt von der langen Pilgergeschichte und zeigt, wie Gläubige über Jahrhunderte hinweg auf dieser Route versorgt wurden. Die Ruinen sind ein ergreifendes Zeugnis der historischen Bedeutung des Camino Primitivo.

Stadt Lugo

Lugo ist die einzige größere Stadt auf dem Camino Primitivo nach dem Startpunkt Oviedo und liegt auf der neunten Etappe. Die Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe mit ihrer vollständig erhaltenen römischen Stadtmauer aus dem 3. Jahrhundert, die bis heute intakt ist. Lugo bietet Pilgern Infrastruktur, Verpflegung und kulturelle Erleichterung nach Tagen in der Wildnis.

Alto da Fontaneira

Dieser Pass markiert den Übergang von Asturien nach Galicien mit beeindruckenden Panoramablicken, die Pilger in die Region Galicien willkommen heißen. Der Aufstieg erfolgt etwa 50 Kilometer vor Santiago de Compostela, wo sich der Camino Primitivo in den Camino Francés mündet. Die Aussicht symbolisiert den Übergang in die letzte Phase der Pilgerreise.

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