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Camino Sanabrés

Der Camino Sanabrés ist eine etwa 370 km lange Jakobsweg-Variante, die vom östlichen Rand Kastiliens-León durch die natur- und kulturreiche Region Sanabria nach Galicia führt und in Santiago de Compostela endet. Der Weg verbindet ruhige Landstraßen, gebirgiges Gelände und historische Orte wie Puebla de Sanabria und Ourense.

Distanz
370
km
Dauer
12-18
Tage
Aufstieg
5500
m

Über den Camino Sanabrés

Der Camino Sanabrés ist eine der weniger bekannten, aber charaktervollsten Varianten des Jakobsweges – eine 370 Kilometer lange Route, die von Granja de Moreruela in der kastilischen Provinz Zamora bis nach Santiago de Compostela führt. Anders als die überlaufenen Hauptrouten bietet dieser Weg eine intensive Begegnung mit dem authentischen Spanien: von den rauen Hochebenen Kastiliens über die geschützte Naturlandschaft Sanabrias mit ihrem gleichnamigen See bis hinein in die grünen, zerklüfteten Berglandschaften Galiciens. Die Route durchquert dabei zwei autonome Gemeinschaften und vier Provinzen und verbindet sich teilweise mit der legendären Vía de la Plata, einer der längsten Pilgerwege Europas. Das Besondere am Camino Sanabrés liegt in seiner Anspruchsvollheit und Abgeschiedenheit.

Die Etappen sind überdurchschnittlich lang – viele übersteigen 30 Kilometer – und führen über anspruchsvolle Bergpässe wie die Portela da Canda, die über 1.200 Meter Höhe erreicht. Diese körperliche Herausforderung ist kein Hindernis, sondern Teil der spirituellen Erfahrung: Pilger hier berichten von tieferen Einkehrmomenten gerade weil die Stille und Einsamkeit größer ist als auf anderen Routen. Die wenigen Dörfer wirken wie Inseln der Zivilisation in einer wilden Landschaft. Was diesen Weg kulturell auszeichnet, ist die Begegnung mit echten galicischen und kastilischen Traditionen – nicht die touristisch aufbereitete Version, sondern das gelebte Leben in kleinen Bergdörfern.

Unterwegs entdecken Pilger römische Zeugnisse, romanische Kirchen, die Thermalquellen von Ourense und vor allem die Gastfreundschaft einer Region, die vom Massentourismus noch weitgehend verschont geblieben ist. Der Sanabrés verlangt Ausdauer und Kondition, belohnt diese aber mit einer Pilgerfahrt, die sich anfühlt wie eine echte innere Reise.

kulturell landschaft bergig spiritualität

Beste Reisezeit

Wetter ist in Galicien noch vergleichsweise mild, die Niederschlagsrate ist in vielen Jahren nach dem Sommer etwas geringer als im Frühling; Temperaturen in den Bergpässen sind angenehmer als im Hochsommer, und die Herbergen sind nach der Hochsaison etwas ruhiger als im Juli.

Aug Sep

Meiden: Hochsommer (Juli) wegen Hitze und starker Sonne in den kastilischen Ebenen sowie den regenreichsten Monaten (Spätherbst/Winter) wegen häufiger Niederschläge, Nebel und möglicher Sperrungen auf exponierten Pässen

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Granja de Moreruela

Der Startpunkt des Camino Sanabrés beherbergt ein bedeutendes Zisterzienserkloster, das unter dem Namen Santiago de Moreruela bekannt ist – ein direkter Beleg für die historische Verbindung dieses Ortes mit dem Jakobsweg. Die romanische Architektur der Klosteranlage stammt aus dem Mittelalter und zeugt von der spirituellen Bedeutung dieser Region für Pilger seit Jahrhunderten.

Lago de Sanabria

Der größte See Spaniens liegt in einer geschützten Naturlandschaft und bildet eines der landschaftlichen Highlights der Route. Pilger wandern entlang bewaldeter Ufer mit Kiefern und Eukalyptusbäumen, umgeben von einer wilden, unberührten Berglandschaft, die kaum Spuren von Massentourismus trägt.

Puebla de Sanabria

Diese mittelalterliche Stadt mit ihrer charakteristischen Burganlage liegt am Rande der Sanabria-Region und dient vielen Pilgern als Orientierungspunkt. Die gepflasterten Gassen und die historische Altstadt bieten einen Einblick in das galicisch-kastilische Kulturerbe und sind ein idealer Ort für Rast und Verpflegung.

Portela da Canda (Bergpass)

Dieser berühmte Pass übersteigt die 1.200-Meter-Marke und markiert den Übergang von Kastilien nach Galicien. Die Etappe hierher gilt als die anspruchsvollste und längste des gesamten Weges – wer diesen Pass erklimmt, hat nicht nur eine physische, sondern auch eine spirituelle Grenze überschritten. Viele Pilger berichten von intensiven Einkehrmomenten auf diesem exponierten Bergpass.

Ourense (Thermalquellen)

Die historische Stadt Ourense ist berühmt für ihre natürlichen Thermalquellen, die bereits von den Römern genutzt wurden. Die Catedral de Ourense und die mittelalterliche Altstadt bieten kulturelle Tiefe, während die Thermen eine willkommene Erholung für müde Pilgerbeine bedeuten – ein Ort, an dem Körper und Geist regeneriert werden.

Pico Sacro

Dieser markante Berg liegt auf dem letzten Abschnitt des Weges und ist Schauplatz zahlreicher Jakobslegenden. Die Sichtbarkeit des Pico Sacro in der Nähe von Ponte Ulla signalisiert Pilgern, dass Santiago de Compostela nicht mehr fern ist – ein emotionaler Meilenstein auf der Zielgeraden.

Outeiro (A Estrada) bis Santiago de Compostela

Der letzte Abschnitt (ca. 19–20 km, je nach Variante) führt durch Wälder, kleine Weiler und typische galicische Hohlwege. Der Eintritt nach Santiago erfolgt über die Vororte, bleibt aber im Vergleich zu manchen anderen Routen lange ländlich geprägt – ein stimmiger Abschluss des Camino Sanabrés.

Silleda (für Radfahrer)

Für Pilger, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, beginnt hier der letzte Abschnitt (40,1 km nach Santiago). Silleda liegt in einer typisch galicischen Landschaft und bietet einen guten Ausgangspunkt für die finale Etappe mit moderaten Höhenunterschieden.

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