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Chemin de Saint-Jacques (Tours)

Die Via Turonensis von Tours nach Santiago de Compostela ist ein historischer Jakobsweg von rund 1.100 km, der Loire-Landschaften, Weinregionen und die Pyrenäen verbindet. Kultur, Spiritualität und abwechslungsreiche Etappen machen ihn zu einer beliebten Langstreckenpilgerroute.

Distanz
1100
km
Dauer
36-55
Tage
Aufstieg
14000
m

Über den Chemin de Saint-Jacques (Tours)

Die Via Turonensis, der Jakobsweg von Tours nach Santiago de Compostela, ist die nördlichste der vier großen französischen Pilgerwege und folgt einer Tradition, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Dieser etwa 1.100 Kilometer lange Weg beginnt am Grab des heiligen Martin in Tours, einem der ältesten Wallfahrtsorte Europas, dessen Verehrung bereits fünf Jahrhunderte vor dem Kult um Santiago de Compostela etabliert war. Der Pilger durchquert dabei die fruchtbaren Täler der Loire mit ihren Renaissance-Schlössern, wandert durch die sanften Hochebenen des Poitou und der Charente, bevor er die berühmten Weinregionen um Bordeaux erreicht.

Was diesen Weg besonders macht, ist seine physische Zugänglichkeit: Mit minimalem Höhenunterschied und gut ausgebauter Infrastruktur gilt die Via Turonensis als der leichteste der vier Hauptwege – ideal für erfahrene Langstreckenpilger, die weniger an extremer Herausforderung als an Kontinuität und kulturellem Reichtum interessiert sind. Die Route ist eng mit dem GR 655 verbunden und profitiert von einer Renaissance, die durch mehrere aktive Vereinigungen vorangetrieben wird. Unterwegs begegnet der Pilger romanischen Kirchen, die stumme Zeugen mittelalterlicher Frömmigkeit sind, übernachtet in traditionellen Gîtes und erlebt eine Landschaft, die sich ständig wandelt – von der Loire-Romantik über die grünen Ebenen bis zu den ersten Ausläufern der Pyrenäen.

Diese Reise ist weniger ein Kampf gegen die Natur als ein Dialog mit Geschichte, Kultur und dem eigenen Rhythmus des Gehens.

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Beste Reisezeit

Diese Monate liefern milde Temperaturen und geöffnete Herbergen/Restaurants entlang der Strecke; Mai–Juni bietet blühende Landschaften im Loirebecken und volle Wochenmärkte, September/Oktober mildert Sommerandrang und erhält noch viele Serviceangebote in Dörfern.

Mai Jun Sep Okt

Meiden: Juli–August (hohe Touristenzahlen und teilweise geschlossene lokale Betriebe in ländlichen Dörfern) sowie Dezember–Februar (kürzere Öffnungszeiten, eingeschränkte Herbergen und potenziell schlechtes Wetter)

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Tours – Basilika des heiligen Martin

Die Basilika Saint-Martin in Tours war im Mittelalter einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas. Der heilige Martin starb 397 n.Chr. und sein Grab wurde zum Zentrum einer Pilgerkultur, die älter ist als die Santiago-Verehrung selbst. Heute ist die Basilika ein Meisterwerk der Romanik und der Ausgangspunkt für Pilger, die die Via Turonensis begehen.

Loire-Tal – Renaissance-Schlösser

Zwischen Tours und Blois erstreckt sich eine der schönsten Landschaften Frankreichs mit Schlössern wie Château d'Amboise und Château de Chenonceau. Diese architektonischen Juwelen aus dem 15. und 16. Jahrhundert prägen das Landschaftsbild und erinnern daran, dass dieser Weg durch eines der kulturellen Zentren der französischen Renaissance führt.

Poitiers – Kirche Notre-Dame-la-Grande

Die romanische Kirche Notre-Dame-la-Grande in Poitiers (11. Jahrhundert) ist ein Meisterwerk der Poitevin-Romanik mit ihrer charakteristischen Fassade aus Kalkstein. Sie steht auf einer Etappe, die etwa 17 Tage nach Toursbeginn erreicht wird, und symbolisiert die spirituelle Kontinuität des Weges.

Saintes – Basilika Saint-Eutrope

In Saintes, etwa 23 Tage nach Tours, erwartet Pilger die Basilika Saint-Eutrope mit ihrer beeindruckenden romanischen Krypta aus dem 11. Jahrhundert. Die Stadt war ein wichtiger Halt auf mittelalterlichen Pilgerwegen und ihre Basilika beherbergt Reliquien, die Tausende Gläubige anzogen.

Bordeaux – Tor zur Gascogne

Nach etwa 29 Tagen erreicht der Pilger Bordeaux, eine Stadt, die durch ihre Weinkultur und ihre Lage an der Garonne geprägt ist. Die Überquerung von Bordeaux markiert den Übergang von den atlantischen Ebenen zu den Ausläufern der Pyrenäen und bietet eine letzte urbane Etappe vor der finalen Bergphase.

Dax – Thermalbäder und römische Geschichte

Dax ist seit der Antike für seine heißen Quellen bekannt und war ein wichtiger Rastplatz für römische Legionäre. Heute bietet die Stadt nach etwa 35 Tagen Wanderung die Möglichkeit zur physischen Regeneration und verbindet römische Geschichte mit moderner Wellness-Kultur.

Ostabat – Begegnung mit anderen Wegen

In Ostabat, kurz vor Saint-Jean-Pied-de-Port, treffen sich mehrere Jakobswege: die Via Turonensis, der Camino Navarro und der Camino Aragonés. Dieser Ort ist ein symbolischer Treffpunkt, wo sich Pilger aus verschiedenen Ursprungsrichtungen begegnen, bevor sie gemeinsam die Pyrenäen überqueren.

Saint-Jean-Pied-de-Port – Tor zu den Pyrenäen

Nach 39 Etappen und etwa 1.100 Kilometern erreicht der Pilger Saint-Jean-Pied-de-Port, das historische Tor zu den Pyrenäen. Die befestigte Altstadt mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen ist seit Jahrhunderten der letzte französische Sammelpunkt vor der spanischen Grenze und dem berühmten Col de Roncevaux.

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