Über den Hemmas Pilgerweg
Der Hemmas Pilgerweg wird in diesem Eintrag als durchgehende, mehrwöchige Rundroute mit Start und Ziel in Gurk beschrieben (ca. 798 km, je nach Etappenführung).
Im Mittelpunkt steht die Verehrung der Heiligen Hemma von Gurk, deren Grab in der Domkrypta von Gurk seit Jahrhunderten Pilger anzieht. Die Route verbindet Kärnten mit einem Abschnitt in Slowenien und führt durch abwechslungsreiche Kulturlandschaften: vom Gurktal über Almen und Bergwälder, entlang von Seen und historischen Marktorten bis zu alpinen Übergängen wie dem Loiblpass.
Charakteristisch sind lange, ruhige Wegpassagen auf Forst- und Feldwegen, einzelne anspruchsvollere Bergtage sowie zahlreiche Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte als geistliche Stationen. Diese Rundroute ist als Kultur- und Pilgerwanderung konzipiert und lässt sich typischerweise in etwa 30 bis 40 Tagen absolvieren.
Beste Reisezeit
Optimale Wetterbedingungen für schwere Etappen mit starkem Aufstieg wie Begunje-Sveta Ana und Glattjoch, trockene Wege ohne Schnee.
Meiden: November bis April (Schnee und Eis auf Pässen wie Loiblpass und Glattjoch)
Klima
Highlights
Filialkirche Sveta Ana am Loiblpass
Diese historische Filialkirche liegt auf slowenischer Seite des Loiblpasses direkt unter dem Grenzübergang und markiert den Startpunkt mehrerer Hemmapilgerweg-Varianten. Mit ihrer exponierten Lage auf 1.308 Metern Höhe bietet sie nicht nur spirituelle Einkehr, sondern auch einen Panoramablick auf die umliegende Karstlandschaft und die Alpenausläufer.
Burg Kamen Ruine
Die mächtige Ruine der Burg Kamen liegt im Tal Draga auf der slowenischen Seite und wird auf der 30. Tagesetappe des Hemmapilgerweges durchquert. Diese mittelalterliche Festungsruine zeugt von der strategischen Bedeutung dieser Grenzregion und bietet Einblicke in die bewegte Geschichte des Krain.
Preval-Alm
Diese hochalpine Alm wird nach einem steilen Aufstieg von etwa 812 Höhenmetern erreicht und bietet Pilgern eine Erholungsmöglichkeit in der alpinen Höhe. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Rundblick auf die herrliche Bergwelt mit charakteristischen Karstformationen und fernen Bergketten.
Gurk Domkrypta
Das Ziel aller Hemmapilgerweg-Varianten ist die Domkrypta in Gurk, wo die Heilige Hemma beigesetzt ist. Diese sakrale Stätte ist seit Jahrhunderten ein bedeutendes Wallfahrtszentrum und symbolisiert die spirituelle Vollendung der Pilgerreise nach oft 30-40 Tagen intensiver Wanderung.
Glattjoch
Mit 1.988 Metern ist das Glattjoch der höchste Punkt des Hemmapilgerweges und wird nach etwa 4,5 Stunden Gehzeit von der Beireutalm aus erreicht. Von diesem Gipfel eröffnet sich ein spektakulärer Rundblick über die herrliche Bergwelt der Steiermark und Kärntens.
Stift Admont
Das Stift Admont in der Steiermark ist der Startpunkt der längsten Hemmapilgerweg-Variante und eines der bedeutendsten Benediktinerklöster Österreichs. Mit seiner beeindruckenden Bibliothek und jahrhundertealten Klosterarchitektur repräsentiert es die kulturelle und spirituelle Tiefe dieser Pilgerroute.
Schöttlkapelle
Diese kleine Kapelle auf 1.216 Metern Höhe liegt an der Route und dient Pilgern als Andachtsstätte in der Bergeinsamkeit. Sie verkörpert die zahlreichen kleineren sakralen Bauten, die den Weg charakterisieren und Momente der stillen Besinnung ermöglichen.
Karstlandschaften Sloweniens
Die Route führt durch charakteristische Karstlandschaften mit Dolinen, Höhlen und eigentümlichen Steinformationen, besonders im slowenischen Abschnitt. Diese geologisch einzigartige Landschaft prägt die Wandererfahrung mit ihren bizarren Felsformationen und der besonderen Flora dieser Region.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Der heutige Hemma-Pilgerweg knüpft an die seit dem Spätmittelalter belegten Wallfahrten zum Grab der heiligen Hemma von Gurk († vermutlich 1045) im Gurker Dom an. Bereits 1609 ist die sogenannte „Krainer Wallfahrt“ aus dem Herzogtum Krain (heute Slowenien) über den Loiblpass nach Gurk erstmals urkundlich bezeugt; sie führte jährlich Hunderte slowenische Pilger nach Kärnten. Die Verehrung Hemmas gründet in ihrer Rolle als adelige Stifterin von Kirchen und Klöstern im 11. Jahrhundert, deren Grab bald zum regionalen Pilgerzentrum wurde. Auf dieser historischen Traditionslinie entstand im 20./21. Jahrhundert der projektierte Hemma-Pilgerweg, der die alten Routen aus Krain/Slowenien und der Steiermark nach Gurk wieder aufnimmt und als zusammenhängender Pilgerweg erschließt.
Bedeutung
Im Mittelalter war die Wallfahrt zu Hemmas Grab in Gurk ein wichtiges religiöses Zentrum für die Bevölkerung Kärntens, der Untersteiermark und Krains; sie verband deutschsprachige und slowenische Regionen in einem gemeinsamen Kult um eine Landesheilige. Die großen Wallfahrten, insbesondere der Krainer Sonntag mit Pilgern aus dem Herzogtum Krain, förderten nicht nur Frömmigkeit, sondern auch Handel und kulturellen Austausch entlang der Übergänge über den Loiblpass und durch das Jauntal. Kunst und Architektur entlang des heutigen Hemma-Pilgerwegs – etwa die Hemma-geweihten Kirchen auf dem Hemmaberg (1498–1519 erbaut) oder in Sveta Ema in der Untersteiermark – spiegeln die tiefe Hemmaverehrung in Fresken, Statuen und barocken Wallfahrtskirchen wider. Zu den zentralen historischen Persönlichkeiten zählen neben Hemma selbst ihr Ehemann Wilhelm, die Erzbischöfe von Salzburg als Förderer der Klostergründungen sowie Bischof Jeglič von Ljubljana, der 1923 entscheidende Impulse für die 1938 erfolgte Heiligsprechung Hemmas gab – ein Ereignis, das den überregionalen Pilgerkult weiter stärkte.
Heute
Seit den 1990er- und insbesondere den 2000er-Jahren werden die alten Pilgerrouten aus Slowenien und der Steiermark nach Gurk im Rahmen grenzüberschreitender Projekte (u. a. Interreg) systematisch wiederbelebt und als Hemma-Pilgerweg mit heute acht Hauptrouten ausgeschildert. Der Weg ist kein UNESCO-Welterbe, hat sich aber zu einem bedeutenden regionalen spirituellen Netzwerk zwischen Österreich und Slowenien entwickelt, das jährlich eine wachsende Zahl von Pilgern und Wanderern anzieht, die neben religiöser Verehrung Hemmas auch die Stille der Landschaft, die Begegnung der Kulturen und die Auseinandersetzung mit der christlichen Geschichte des Alpen-Adria-Raums suchen. Moderne Pilger lassen sich dabei sowohl von traditioneller Volksfrömmigkeit als auch von einem zeitgenössischen Bedürfnis nach Entschleunigung, Interkulturalität und spiritueller Sinnsuche leiten.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache: Deutsch (kärntnerischer Dialekt); Slowenisch in der Hemma-Tradition präsent. Nützliche Phrasen: - „Grüß Gott“ — typische Begrüßung auf dem Land - „Vergelt’s Gott“ — Dankformel, v.a. bei kirchlichen Begegnungen - „Hobts no a Platzerl für an Pilger?“ — nach Übernachtung/Platz fragen - „Wo geht’s do zum Hemma-Pilgerweg?“ — nach dem Weg zum Pilgerpfad fragen
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Juni bis September
Optimale Wetterbedingungen für schwere Etappen mit starkem Aufstieg wie Begunje-Sveta Ana und Glattjoch, trockene Wege ohne Schnee.
Meiden
November bis April (Schnee und Eis auf Pässen wie Loiblpass und Glattjoch)
Highlights
Glattjoch
Höchster Punkt (1988m) mit Rundblick auf Bergwelt der Steiermark und Kärnten.
Etappe 4-5 Route 3 / bei Glattjoch
Kirche Sveta Ana
Filialkirche als Start/Endpunkt slowenischer Route, historischer Pilgerort am Loiblpass.
Etappe 1 Route Sveta Ana / Loiblpass Slowenien
Burg Kamen
Mächtige Burgruine im Draga-Tal, beeindruckende Panorama vor steilem Aufstieg.
Etappe 30 Slowenien / Begunje
Lokale Küche
Kärntner Kasnudeln
Gurk (Zielort aller Routen)
Nach Pilgerankunft in traditioneller Gaststätte am Dom Gurk.
Slowenische Štruklji
Črna oder Sveta Ana
In Gasthäusern an slowenischen Startpunkten nach Loiblpass-Etappe.
Steirische Almkäse
Riedleralm oder Beireutalm
Direkt auf den Almen entlang Route 3 vor Glattjoch.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Pilgerherbergen / Pfarrhäuser
- Gasthöfe & Pensionen
- Kleine Hotels (3‑Sterne)
- Klöster (gelegentlich spirituelle Aufnahme)
- Privatvermieter / Ferienwohnungen
Wegmarkierung
Der Weg ist hybridsignalisiert: ortsübliche Wanderzeichen werden mit einem speziellen Hemma-Logo oder Muschelsymbol ergänzt. In Österreich oft gelbe/rote Markierungen; in Slowenien folgen lokale Wanderwegnummern. Teilabschnitte können nur sporadisch markiert sein – Karten oder GPX empfehlenswert.
Geländebeschaffenheit
- Forst- und Feldwege
- Asphaltierte Ortsverbindungen
- Schotter- und Bergpfade
- Almen und kurze Alpenpässe
- Abschnitte über Wiesen und Karstgelände
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.