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Pommerscher Jakobsweg

Nordpolnischer Jakobsweg entlang der Ostseeküste bis Szczecin.

Distanz
640
km
Dauer
25-34
Tage
Aufstieg
4200
m

Über den Pommerscher Jakobsweg

Der Pommersche Jakobsweg ist eine der jüngsten und gleichzeitig ältesten Pilgerwege Europas: Während die formale Auszeichnung erst 2023 erfolgte, folgt dieser Weg antiken Routen, die Pilger bereits im Spätmittelalter von Königsberg über Danzig und Stettin nach Südwesten nahmen. Auf etwa 640 Kilometern durchquert der Weg die nordpolnische Ostseeküste und verbindet dabei drei völlig unterschiedliche Landschaftsräume: die dramatischen Steilufer der Pommerschen Seenplatte, die endlosen Dünenstrände mit Kiefernwäldern, und die seenreiche Binnenlandschaft mit ihren Lagunen und Haffen. Was diesen Weg einzigartig macht, ist seine Doppelnatur als Kulturweg und Naturerlebnis.

Pilger wandern durch Hansestädte wie Danzig, Gdańsk und Kolberg, wo gotische Backsteinkirchen aus dem 14. Jahrhundert mit ihren charakteristischen roten Ziegeln über den Dächern thronen, viele davon nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg liebevoll wiederaufgebaut. Gleichzeitig ist der Weg ein Ort der Stille: Lange Etappen führen durch menschenleere Kiefernwälder, vorbei an Vogelschutzgebieten von internationaler Bedeutung, wo Kraniche und Seeadler noch heimisch sind.

Der Pommersche Jakobsweg ist auch ein Weg der Erinnerung an die deutsch-polnische Grenzgeschichte – viele ältere Pilger kommen, um ihre verlorene Heimat Ostpreußen und Pommern wiederzuentdecken, wo ihre Großeltern lebten. Für moderne Pilger ist er ein Weg, der Einsamkeit und Gesellschaft, Geschichte und Natur, christliche Spiritualität und märchenhafte Landschaften in seltener Reinheit vereint.

küste christlich landschaft

Beste Reisezeit

Wetter ist moderat (weniger Sturm/hohe Temperaturen als Hochsommer), Touristenspitzen in Badeorten sind geringer als Juli, und Naturabschnitte (Wollin, Seenland) sind in voller Blüte bzw. farbig im frühen Herbst; außerdem sind lokale Unterkünfte außerhalb der absoluten Hochsaison besser verfügbar.

Mai Jun Sep

Meiden: Hauptsaison Juli–August (starke Besucherzahlen an Strandorten wie Międzyzdroje und Ahlbeck), sowie die stürmische Herbst-/Winterzeit mit starkem Küstenwind und kurzen Tageslichtstunden

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Danzig (Gdańsk) - Die Bernsteinstadt

Die Hafenstadt an der Motława ist das kulturelle Herzstück des Weges. Die wiederaufgebaute Altstadt mit ihren charakteristischen Giebelhäusern in Rot und Gold, die Marienkirche als eine der größten Backsteinkirchen der Welt (erbaut ab 1343), und die Bernsteinmuseen machen Danzig zu einem unvergesslichen Pilgerstop. Hier trafen sich Händler aus ganz Europa, und der Duft der Geschichte durchzieht noch heute die gepflasterten Gassen.

Kolberg (Kołobrzeg) - Die Marienkirche mit gotischem Schnitzaltar

Eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Pommerns (erbaut 13.-15. Jahrhundert) beherbergt einen der wertvollsten gotischen Schnitzaltäre Europas. Die Kirche überragt die Hafenstadt wie ein Wächter und ist von weitem sichtbar. Nach ihrer fast vollständigen Zerstörung 1945 wurde sie aufwendig rekonstruiert und steht heute als Symbol der Versöhnung.

Słowiński-Nationalpark - Die Wanderdünen bei Łeba

Der Nationalpark an der mittleren Ostseeküste ist berühmt für seine wandernden Dünen (u. a. Wydmy Łącka) und die Lagunenlandschaft am Łebsko-See. Der Weg bietet hier eine außergewöhnliche Kombination aus „Wüsten“-Sand, Kiefernwäldern und weitem Blick über Ostsee und Binnengewässer.

Stettin (Szczecin) - Die Jakobskirche und das Stettiner Haff

Die Jakobskirche (Kościół Jakuba) ist eine gotische Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert und ein wichtiger Pilgerort. Von hier aus bietet sich der Blick auf das Stettiner Haff, eine der größten Lagunensysteme Europas. Die Stadt war ein wichtiger Umschlagplatz der Hanse und bewahrt diese Handelsgeschichte in ihrer Architektur.

Frisches Haff - Europas größtes Lagunensystem

Dieses flache, stille Gewässer ist ein Vogelparadies internationaler Bedeutung. Hier nisten Seeadler, Fischadler und durchziehen Tausende von Kranichen während der Zugzeit. Der Weg führt lange an den Ufern entlang, wo man die seltene Stille der Natur in ihrer reinsten Form erlebt.

Kamień Pomorski - Die St. Johannes-Kathedrale

Diese gotische Kathedrale (erbaut ab 1346) ist eine der höchsten Backsteinkirchen Europas und ihre 50 Meter hohen Türme sind von der Ostsee aus sichtbar. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und war ein bedeutender Bischofssitz. Der Ort verkörpert die religiöse Bedeutung des Weges im Mittelalter.

Słupsk (Stolp) - Kaschubische Kultur und Binnenlandschaft

Die Stadt an der Słupia ist das Tor zur kaschubischen Heimat und Zentrum dieser einzigartigen slawischen Kultur mit eigenständiger Sprache, Trachten und Traditionen. Die Gegend ist von Seen, Wäldern und ländlichen Weilen geprägt – hier wird die Pilgerschaft zur Begegnung mit authentischer Volkskultur.

Pommersches Seenland - Stille Wälder und Seen

Der Binnenabschnitt des Weges führt durch ein Labyrinth aus Kiefernwäldern, kristallklaren Seen und einsamen Dorfkirchen. Diese Landschaft wurde von der Eiszeit geformt und prägt die spirituelle Essenz des Weges – lange Tage ohne andere Pilger, nur Vogelgesang und das Rauschen der Wälder.

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