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Le Puy Camino (Via Podiensis)

Der Via Podiensis führt auf ca. 750 km von Le Puy-en-Velay nach Saint-Jean-Pied-de-Port und ist eine der ältesten und beliebtesten französischen Routen nach Santiago. Er verbindet abwechslungsreiche Hochflächen, mittelalterliche Orte und religiöse Kulturstätten.

Distanz
750
km
Dauer
25-37
Tage
Aufstieg
12000
m

Über den Le Puy Camino (Via Podiensis)

Der Via Podiensis, auch als Le Puy Camino bekannt, ist eine der ältesten und kulturell reichsten Pilgerwegen Europas. Diese 750 km lange Route beginnt in Le Puy-en-Velay, einer Stadt, die bereits 951 AD der Bischof Godescalc als einer der ersten Pilger verließ, um nach Santiago de Compostela zu wandern. Der Weg führt durch das französische Zentralmassiv mit seinen charakteristischen vulkanischen Landschaften – Zeugnis der geologischen Geschichte dieser Region – über die windigen Hochebenen von Aubrac bis zu den grünen Flusstälern der südfranzösischen Cevennen, bevor er schließlich in den Ausläufern der Pyrenäen bei Saint-Jean-Pied-de-Port endet. Was diesen Pilgerweg von anderen unterscheidet, ist seine Authentizität und die Begegnung mit unverfälschtem ländlichem Frankreich.

Pilger wandern durch mittelalterliche Dörfer wie Conques mit seiner UNESCO-geschützten Abtei Sainte-Foy oder historische Städte wie Figeac und Cahors, die reich an Kunstschätzen und architektonischen Meisterwerken sind. Die Route verbindet dabei nahtlos die vier Hauptpilgerwege Frankreichs und diente historisch Pilgern aus Nordeuropa, Deutschland und der Schweiz als Sammelpunkt vor dem Weitergehen auf dem berühmteren Camino Francés. Die physische Herausforderung ist real: längere Etappen, die über 600 Meter Höhenunterschiede auf dem Aubrac-Plateau oder in den Cevennen führen, erfordern echte Ausdauer und wetterfeste Ausrüstung. Doch genau diese Anstrengung verleiht der Erfahrung ihre Authentizität.

Zwischen den anspruchsvollen Bergpassagen warten stille Momente in kleinen Gîtes, Begegnungen mit anderen Pilgern und die tiefe Stille der französischen Landschaft. Dieser Weg ist nicht einfach – aber er ist echt, historisch verwurzelt und bietet Pilger eine unmittelbare Verbindung zu Jahrhunderten von Glauben, Kultur und menschlicher Ausdauer.

christlich kulturell landschaft rural

Beste Reisezeit

Im späten Frühling bis Frühsommer sind Bergwiesen und Aubrac‑Hochebenen grün, Temperaturen moderat und viele Herbergen geöffnet; im September sind Hitze und Ferienverkehr reduziert, Weinlese/Ernteaktivität bietet kulturelle Eindrücke.

Mai Jun Sep

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze in offenen Landstrichen und Hauptferienzeit sowie späte Herbstmonate wegen kürzerem Tageslicht und möglicher Nässe auf Hochflächen

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Le Puy-en-Velay – Notre-Dame du Puy Kathedrale

Die Startstadt beherbergt die UNESCO-Weltkulturerbe-Kathedrale Notre-Dame du Puy, ein Meisterwerk der romanischen Architektur aus dem 12. Jahrhundert, die auf einer 85 Meter hohen vulkanischen Nadel thront. Direkt neben der Kathedrale steht die Saint-Michel d'Aiguilhe Kapelle, ebenfalls auf einem Vulkanfelsen erbaut, und bietet einen spektakulären Ausblick über die Stadt und das umliegende Velay-Plateau.

Aubrac-Plateau – Wilde Hochebene

Dieses windgepeitschte Hochplateau auf etwa 1.300 Metern Höhe ist berüchtigt für seine rauen Wetterbedingungen und seine überwältigende Einsamkeit. Pilger durchqueren hier Landschaften, die von Steinwällen und vereinzelten Herbergen geprägt sind – eine der physisch anspruchsvollsten, aber auch spirituell intensivsten Abschnitte des Weges.

Conques – Mittelalterliche Abteistadt

Conques ist ein architektonisches Juwel und UNESCO-Weltkulturerbe mit seiner imposanten Abteikirche Sainte-Foy aus dem 11. Jahrhundert, bekannt für ihre romanischen Skulpturen und das kostbare Reliquiar der Heiligen Foy. Das Dorf selbst scheint aus dem Mittelalter konserviert zu sein, mit engen Gassen, Fachwerkhäusern und einer Atmosphäre, die Pilger in die Vergangenheit versetzt.

Figeac – Kunststadt mit Geschichte

Diese mittelalterliche Stadt war ein bedeutendes Zentrum der Pilgerroute und beherbergt das Musée Champollion, das dem Ägyptologen und Entzifferer des Rosetta-Steins gewidmet ist. Die Stadt ist berühmt für ihre geometrischen Mosaikpflaster und ihre gut erhaltene historische Altstadt mit Häusern aus dem 13. und 14. Jahrhundert.

Cahors – Stadt der Brücken

Cahors ist berühmt für die Pont Valentré, eine spektakuläre mittelalterliche Brücke aus dem 14. Jahrhundert mit drei Türmen, die über den Lot-Fluss führt und als Meisterwerk der Gotik gilt. Die Stadt war auch ein wichtiges Zentrum des Armagnac-Handels und des Weinbaus in der Region.

Armagnac-Weinregion – Landwirtschaftliche Tradition

Im südlichen Abschnitt des Weges durchqueren Pilger die berühmte Armagnac-Region, bekannt für die Produktion eines der ältesten Brände Frankreichs seit dem 14. Jahrhundert. Die sanften Hügel mit ihren Weinfeldern bieten eine völlig andere Landschaftserfahrung nach den rauen Hochplateaus.

Pyrenäen-Ausläufer – Finale Bergpassage

Der letzte Abschnitt führt durch die majestätischen Ausläufer der Pyrenäen, mit dramatischen Berglandschaften und steilen Auf- und Abstiegen. Saint-Jean-Pied-de-Port, der Endpunkt, liegt auf 180 Metern und markiert den historischen Treffpunkt, wo sich alle vier französischen Pilgerwege mit dem berühmten Camino Francés vereinigen.

Vulkanische Landschaften des Velay

Der Beginn des Weges führt durch das geologisch faszinierende Velay-Gebiet mit seinen charakteristischen Vulkankegeln, basaltischen Formationen und schwarzen Steinlandschaften. Diese einzigartige Geologie prägt die Architektur und das Erscheinungsbild der frühen Etappen mit ihren dunklen Steinhäusern.

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