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Loccumer Pilgerweg

Der Pilgerweg Loccum–Volkenroda ist eine etwa 300 km lange Pilgerroute in Deutschland, die am Kloster Loccum in Niedersachsen beginnt und am Kloster Volkenroda in Thüringen endet. Die Strecke verbindet klösterliche Orte und naturnahe Etappen entlang von Weser, Leine und Unstrut sowie durch Wald- und Mittelgebirgslandschaften und eignet sich für Pilger mit mittlerer Kondition.

Distanz
300
km
Dauer
14-20
Tage
Aufstieg
1600
m

Über den Loccumer Pilgerweg

Der Pilgerweg Loccum-Volkenroda ist kein gewöhnlicher Wanderweg – er ist eine Zeitreise durch 862 Jahre Klostergeschichte. Im Jahr 1163 machten sich 13 Mönche des Zisterzienserordens aus dem thüringischen Volkenroda auf den Weg nach Norden und gründeten das Kloster Loccum in Niedersachsen. Diese historische Verbindung wurde erst 2005 von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover als moderner Pilgerweg wiederbelebt – ein Symbol für die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands, denn die Route überquert die ehemalige innerdeutsche Grenze.

Auf etwa 300 Kilometern folgt der Weg den drei großen Flüssen Weser, Leine und Unstrut, führt über das Wesergebirge, den Vogler und den Solling und durchquert das Eichsfeld. Die Strecke ist geprägt von abwechslungsreicher Naturlandschaft – von stillen Waldabschnitten über das weitläufige Steinhuder Meer bis hin zu historischen Altstädten mit Weserrenaissance-Bauten. Entlang des Weges finden sich zahlreiche Klöster und Klosterruinen, überwiegend zisterziensischen Ursprungs, die wie Perlen auf einer Schnur die Glaubensgeschichte mehrerer Jahrhunderte lebendig machen.

Mit Tagesetappen von meist 15 bis 21 Kilometern ist der Weg in 18 Etappen unterteilt und bietet eine perfekte Balance zwischen körperlicher Aktivität und spiritueller Einkehr. Pilger erleben hier nicht nur kulturelle Highlights und architektonische Schätze, sondern auch die Chance zur Selbstbesinnung in einer hektischen Zeit – genau das, was die Zisterzienser einst suchten, als sie diese Wege zu Fuß zwischen ihren Klöstern zurücklegten.

christlich landschaft kulturell spiritualität

Beste Reisezeit

Zu diesen Zeiten sind Forst- und Feldwege meist trocken (geringeres Matsch-/Rutschrisiko auf Vogler/Solling-Pässen), die Gastronomie und Pilgerunterkünfte in kleineren Orten sind geöffnet und die Temperaturen moderat; außerdem sind Vegetation/Blüten im Weser-Leine-Gebiet und im Eichsfeld besonders attraktiv.

Mai Jun Sep

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze und möglicher Wasserversorgungsengpässe auf freien Abschnitten sowie Wintermonate wegen Dunkelheit, Schnee und reduziertem Herbergs-Angebot.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Kloster Loccum

Das romanisch-gotische Kloster Loccum ist der Startpunkt des Pilgerweges und eines der bedeutendsten Zisterzienserkoster Norddeutschlands. Gegründet 1163 als Tochtergründung Volkenrodas, beeindruckt die Klosteranlage mit ihrer imposanten Architektur, dem Kreuzgang und der Klosterkirche, die noch heute Gottesdienste beherbergt. Der Klosterforst und die umliegenden Fischteiche zeugen von der mittelalterlichen Wirtschaftsweise der Mönche.

Steinhuder Meer

Das Steinhuder Meer ist Deutschlands größtes Binnenmeer und prägt mehrere Etappen des Pilgerweges mit seiner einzigartigen Seenlandschaft. Der Nebenweg Kloster Mariensee führt als Rundkurs in vier Etappen um das Meer (82 km) und bietet Pilger Momente der Kontemplation am Wasser. Die Landschaft mit ihren Schilfgürteln und Vogelkolonien schafft eine meditative Atmosphäre.

Stadthagen – Weserrenaissance

Nach der ersten Etappe erreichen Pilger Stadthagen, eine Stadt der Weserrenaissance mit beeindruckenden Bauwerken. Das Mausoleum des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg mit Skulpturen von Adriaen de Vries, die St.-Martini-Kirche und das Schloss prägen das Stadtbild. Der historische Marktplatz ist ein Ort der Rast und kulturellen Entdeckung.

Wesergebirge

Das Wesergebirge ist eine der landschaftlichen Höhepunkte des Pilgerweges, mit sanften Höhenzügen, die sich über die norddeutsche Tiefebene erheben. Die Route führt durch abwechslungsreiche Waldlandschaften mit Ausblicken auf die Weser und ihre Talauen. Die geologische Vielfalt mit Sandstein- und Kalkformationen schafft eine visuell beeindruckende Kulisse.

Schloss Hämelschenburg

Das Schloss Hämelschenburg beherbergt ein Pilgerportal mit zwei Jakobsmuscheln – Symbolen des Pilgertums – die die ehemalige Durchreiche von der Küche in den Innenhof zieren. Diese Durchreiche diente bis ins 19. Jahrhundert der Versorgung Bedürftiger und zeigt die historische Gastfreundschaft gegenüber Pilgern. Das Schloss bietet heute ein Schlosscafé zur Stärkung.

Eichsfeld

Das Eichsfeld ist eine historische Kulturlandschaft mit ausgeprägtem katholischen Glaubenserbe, das sich deutlich von der protestantisch geprägten Route unterscheidet. Die Region ist geprägt von Wallfahrtskirchen, Kapellen und Klöstern, die das religiöse Leben über Jahrhunderte geprägt haben. Die Landschaft mit ihren Hügeln und Wäldern schafft eine kontemplative Atmosphäre.

Kloster Volkenroda

Das Zisterzienserkloster Volkenroda in Thüringen ist das Zielkloster und Mutterkloster Loccums, gegründet im 12. Jahrhundert. Die Klosteranlage mit ihrer Kirche und den historischen Gebäuden steht am Ende einer 300 Kilometer langen spirituellen Reise. Der Ort symbolisiert die Rückkehr zu den Wurzeln und die Wiedervereinigung von Nord und Süd.

Wiedensahl – Geburtsort Wilhelm Buschs

Das Dorf Wiedensahl war der Geburtsort des berühmten Schriftstellers und Illustrators Wilhelm Busch (1832-1908), bekannt für 'Max und Moritz'. Eine Schutzhütte, das ehemalige 'Schweinehirtenhaus', markiert diesen kulturellen Ort auf der Route. Die Verbindung von Literaturgeschichte und Pilgerweg schafft einen zusätzlichen kulturellen Kontext.

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