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Mariazeller Weg

Traditioneller Pilgerweg nach Mariazell in Österreich.

Distanz
130
km
Dauer
5-7
Tage
Aufstieg
3200
m

Über den Mariazeller Weg

Der Mariazeller Weg ist eine der ältesten und traditionsreichsten Pilgerstrecken Österreichs, die sich über etwa 120 Kilometer von Wien bis zum Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark erstreckt. Diese Route verbindet nicht nur zwei geografische Punkte, sondern durchquert auch verschiedene Landschaftsräume, die das Gesicht Österreichs prägen: Beginnend am südwestlichen Wiener Stadtrand bei Rodaun oder Perchtoldsdorf (265 m) führt der Weg durch die ausläufernden Wälder des Wienerwaldes, vorbei an barocken Klöstern und kleinen Dorfkirchen, die wie Perlen an einer Schnur aufgereiht sind.

Die Route ist durchsetzt mit Marterln – jenen charakteristischen Wegkapellen und Wegkreuzen, die seit Jahrhunderten Pilger begleiten und an lokale Heilige oder historische Ereignisse erinnern. Im weiteren Verlauf öffnet sich die Landschaft zu den sanften Hügeln des Waldviertels, bevor sie in die alpine Randzone des Ötscher-Gebietes übergeht, wo steile Tälchen und offene Almflächen die Pilger erwarten.

Die letzte Phase führt durch die charakteristische Mariazeller Mulde, eine Senke, die das Heiligtum wie in einer natürlichen Schale birgt. Der Weg ist nicht nur eine physische Herausforderung mit moderaten Höhenunterschieden, sondern auch eine zeitliche Reise: Jeder Kilometer erzählt von mittelalterlichen Wallfahrtstradition, von der Kraft des Glaubens, die Menschen über Jahrhunderte hinweg zum Heiligtum trieb, und von der gastfreundlichen ländlichen Kultur, die sich in den traditionellen Wirtshäusern und Gasthöfen entlang der Route widerspiegelt.

christlich bergig

Beste Reisezeit

Trockene Wege ohne Schnee auf Hochalmen wie Hohe Veitsch und Bürgeralpe, optimale Bedingungen für Aufstiege ins Almenland.

Jun Jul Aug Sep

Meiden: Oktober bis Mai wegen Schnee und Eis auf Pretalsattel und Schöckl

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Heiligenkreuz Abbey

Das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz, gegründet 1133, liegt im Wienerwald und ist eines der ältesten Klöster Österreichs. Die Kirche beeindruckt mit ihrer romanischen Architektur und der berühmten Heiligenkreuz-Reliquie, die bereits Pilger seit Jahrhunderten anzieht. Die Krypta und der Kreuzgang zeugen von der klösterlichen Handwerkskunst des Mittelalters.

Wienerwald-Ausläufer bei Heiligenkreuz

Die dichten Buchenwälder des Wienerwaldes prägen die erste Etappe des Pilgerweges mit ihrer charakteristischen Vegetation und ihrem kühlen Mikroklima. Diese Waldlandschaft war bereits in der Antike bekannt und wurde von römischen Schriftstellern beschrieben. Die Wälder bieten Schutz und Erholung vor der städtischen Welt Wiens.

Marterln und Wegkapellen

Entlang des gesamten Mariazeller Weges finden sich hunderte von Marterln – kleine Wegkapellen und Kreuze aus Holz oder Stein, oft mit Inschriften aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Diese Denkmäler wurden von Pilgern, Bauern oder wohlhabenden Bürgern errichtet, um an verstorbene Familienmitglieder zu erinnern oder um Schutz für die Reisenden zu erbitten. Sie sind stille Zeugen der Volksfrömmigkeit und Pilgergeschichte.

Ötscher-Gebiet mit steilen Tälchen

Das Ötscher-Massiv (1.893 m) prägt die mittlere Etappe des Weges mit seinen charakteristischen steilen Tälchen und engen Schluchten. Die Landschaft zeigt deutlich die geologische Geschichte der Alpenbildung und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Kalkalpen. Hier treffen Pilger auf alpine Flora und erleben die Grenze zwischen Mittelgebirge und Hochgebirge.

Mariazell Basilika

Die Basilika von Mariazell, erbaut ab 1157 und im 17. Jahrhundert im Barockstil erweitert, ist das Ziel des Pilgerweges und eines der bedeutendsten Wallfahrtsorte Mitteleuropas. Die Gnadenmutter von Mariazell wird seit über 850 Jahren verehrt, und die Basilika beherbergt die berühmte Gnadenmutter-Statue aus Silber. Die Kirche ist ein Meisterwerk der Barockarchitektur mit beeindruckenden Fresken und Altären.

Mariazeller Mulde – Landschaftsformation

Die Mariazeller Mulde ist eine charakteristische Senke in der Landschaft, die das Heiligtum wie in einer natürlichen Schale birgt. Diese geologische Formation entstand durch Erosion und Tektonik und schafft ein einzigartiges Mikroklima mit üppiger Vegetation. Die Mulde verleiht dem Wallfahrtsort eine natürliche Amphitheater-ähnliche Qualität.

Barocke Dorfkirchen und Pfarrkirchen

Entlang des Weges säumen zahlreiche barocke Pfarrkirchen die Route, wie beispielsweise in Reichenau an der Rax oder Mitterbach. Diese Kirchen wurden meist im 17. und 18. Jahrhundert errichtet oder umgestaltet und zeigen die Blütezeit der Barockarchitektur in Österreich. Sie sind oft ausgestattet mit wertvollen Altären, Fresken und Skulpturen lokaler Künstler.

Ländliche Wirtshauskultur

Die traditionellen Gasthöfe und Wirtshäuser entlang des Mariazeller Weges sind Ausdruck der ländlichen Gastfreundschaft, die seit Jahrhunderten Pilger willkommen heißt. Diese Lokale servieren regionale Spezialitäten und bieten den Pilgern Erholung und Gemeinschaft. Viele dieser Wirtshäuser existieren bereits seit dem 18. oder 19. Jahrhundert und sind Treffpunkte der lokalen Bevölkerung.

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