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Via degli Dei

Die Via degli Dei ist ein historischer Wander- und Pilgerweg von Bologna nach Florenz (ca. 130 km) durch die toskanisch-emilianischen Apenninen, bekannt für Wälder, Panoramen und historische Pässe.

Distanz
130
km
Dauer
4-6
Tage
Aufstieg
4200
m

Über den Via degli Dei

Die Via degli Dei ist kein spiritueller Pilgerweg im klassischen Sinne, sondern eine Wanderroute mit einer ganz eigenen Geschichte: Sie folgt antiken Handelswegen, die bereits die Etrusker und Römer nutzten, um Bologna mit Florenz zu verbinden. Der Name stammt nicht von religiösen Zielen, sondern von den Bergen, die der Weg durchquert – Monte Venere (Venusberg), Monte Giunone (Junoberg) und Monte Luario, benannt nach der Mondgöttin. Diese 130 Kilometer lange Route wurde erst Ende der 1980er Jahre von einer Gruppe Bologneser Wanderer konzipiert und folgt teilweise der antiken Römerstraße Flaminia Militare aus dem Jahr 187 v.Chr., von der noch heute einzelne Abschnitte sichtbar sind.

Wer diese Route begeht, wandert also buchstäblich in den Fußstapfen von Händlern, Hirten und römischen Legionären, die vor fast 2000 Jahren dieselben Bergpässe überquerten. Der Weg führt über die Bergkämme und durch die Schluchten des toskanisch-emilianischen Apennins – ein Gebirge, das sich zwischen den beiden italienischen Regionen erstreckt und mit seinen dichten Wäldern, spektakulären Ausblicken und stillen Tälern besticht. In 5 bis 7 Etagen zu Fuß zu bewältigen, verbindet die Via degli Dei kulturelle Sehenswürdigkeiten wie alte Klöster und Abteien mit unberührten Naturabschnitten und erfordert Trittsicherheit sowie gutes Schuhwerk für die wiederholten Aufstiege.

Die Route ist ganzjährig begehbar, doch die beste Zeit liegt in den Monaten April bis Juni und September, wenn das Wetter stabil und die Landschaft in voller Blüte ist.

kulturell bergig landschaft geschichte

Beste Reisezeit

Mildes Wetter für Apennin-Überquerung, ideale Bedingungen für 5-7 Tage Wanderung ohne extreme Hitze

Apr Mai Sep Okt

Meiden: Sommer (Juni-August) wegen Hitze, Winter wegen Schnee auf Pässen

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Santuario di San Luca, Bologna

Das Heiligtum thront auf einem Hügel über Bologna und ist über eine der längsten Arkadengänge Europas – mit etwa 666 Bögen – erreichbar. Die barocke Basilika wurde im 18. Jahrhundert erbaut und beherbergt ein verehrtes Gemälde der Madonna, das der Legende nach vom Apostel Lukas selbst gemalt wurde. Von hier bietet sich bereits am ersten Tag ein atemberaubender Blick über Bologna und die beginnende Apennin-Landschaft.

Passo della Futa

Dieser atemberaubende Bergpass liegt auf etwa 900 Metern Höhe und markiert einen der spektakulärsten Punkte der Route. Der Pass ist nicht nur wegen seiner Höhe bemerkenswert, sondern auch wegen seiner strategischen historischen Bedeutung – während des Zweiten Weltkriegs war dies ein umkämpfter Ort. Die Aussicht von hier reicht über die gesamte Apennin-Kette mit Blick auf die umliegenden Täler.

Madonna dei Fornelli

Dieses kleine, abgelegene Heiligtum liegt inmitten der Wälder des Apennins und ist ein stiller Ort der Andacht, den Pilger und Wanderer seit Jahrhunderten aufsuchen. Das Heiligtum bewahrt eine lokale Tradition der Volksfrömmigkeit und bietet eine friedliche Einkehr nach einer anspruchsvollen Etappe. Die Lage zwischen hohen Bäumen macht es zu einem spirituellen Rückzugsort.

Monte di Fò

Auf etwa 1000 Metern Höhe gelegen, bietet dieser Punkt panoramische Ausblicke auf beide Seiten des Apennins – die Ebenen der Emilia-Romagna im Norden und die toskanischen Hügel im Süden. An klaren Tagen sind die Aussichten spektakulär und ermöglichen es Wanderern, die geografische Vielfalt der Route zu erfassen.

Medici-Festung San Martino

Diese imposante Festung wurde von den Medici erbaut und zählt zu den größten antiken Verteidigungsanlagen auf italienischem Territorium. Sie liegt in der Nähe von San Piero a Sieve und kann von außen besichtigt werden. Die Festung ist ein Zeugnis der Renaissance-Machtkämpfe und der strategischen Bedeutung dieser Region.

Poggio Pratone

Von diesem Gipfel aus haben Wanderer einen bemerkenswerten Blick auf Florenz, das sich in der Ferne ausbreitet. Der Ausblick markiert den psychologischen Wendepunkt der Route – von hier an sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Ankunft in der Renaissance-Stadt. An klaren Tagen können Pilger die Kuppel des Doms von Florenz erkennen.

Piazza della Signoria, Florenz

Das Ziel der Via degli Dei ist einer der bedeutendsten historischen Plätze Italiens, umgeben von Palästen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Der Platz ist das Herz des mittelalterlichen Florenz und symbolisiert das Ende einer Reise durch Geschichte und Landschaft. Die nahegelegene Piazza Santa Croce bietet einen ebenso würdevollen Abschluss der Pilgerreise.

Casalecchio di Reno und Sasso Marconi

Diese kleinen Ortschaften am Anfang der Route zeigen das traditionelle Leben in den Apennin-Tälern. Sasso Marconi ist besonders bekannt für seine Verbindung zur Geschichte der Radiowellen – hier experimentierte Guglielmo Marconi mit seinen Erfindungen. Die Orte bieten erste Begegnungen mit lokaler Gastronomie und Kultur.

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