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Via Gebennensis

Die Via Gebennensis verbindet Genf mit dem Marien- und Jakobs-Pilgerzentrum Le Puy-en-Velay. Auf ca. 350 km durchquert die Route die Voralpen, Savoyer Dörfer und das zentrale französische Hügelland und führt Pilger zur berühmten Kathedrale von Le Puy als Einstieg in die Via Podiensis.

Distanz
350
km
Dauer
11-17
Tage
Aufstieg
7000
m

Über den Via Gebennensis

Die Via Gebennensis ist eine der weniger bekannten, aber umso reizvolleren Varianten des Jakobswegs – eine 350 Kilometer lange Verbindung von Genf nach Le Puy-en-Velay, die seit Jahrhunderten deutsche und Schweizer Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela begleitet. Der Weg beginnt am Ufer der Rhône in Genf, wo die imposante St. Peters Kathedrale Pilger segnet, bevor sie sich in die sanften Voralpenhänge des Mont Salève aufmachen.

Im Gegensatz zu den überlaufenen Routen durch Spanien oder Portugal bietet die Via Gebennensis eine authentische Pilgererfahrung: Sie durchquert das Pays de Seyssel mit seinen Weinbergen der Chautagne, wandert durch die grünen Ebenen der Dauphinoise und erklimmt schließlich die vulkanisch geprägte Hügellandschaft des französischen Zentralmassivs. Die Route folgt dem Fernwanderweg GR65 und verbindet damit die Schweizer Jakobswege mit der Via Podiensis, die von Le Puy-en-Velay bis zu den Pyrenäen führt. Was diesen Weg besonders macht, ist die Vielfalt: Innerhalb von zwei bis drei Wochen erleben Pilger den Wechsel von alpinen Vorbergen zu sanften Savoyer Dörfern, von romanischen Kapellen zu UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten.

Die Strecke ist hervorragend beschildert und bietet eine perfekte Balance zwischen körperlicher Herausforderung und kultureller Bereicherung – ideal für Pilger mit mittlerer Kondition, die fernab der Massen eine tiefe Verbindung zu Geschichte, Landschaft und sich selbst suchen.

christlich landschaft kulturell bergig

Beste Reisezeit

Vor- und Frühling bis Frühsommer sowie der frühe Herbst bieten moderates Wetter, viele geöffnete Unterkünfte und Weinbergsszenen; die Vegetation ist grün, die Temperaturen sind tagsüber angenehm und Nächte nicht zu kalt, was auf den hügeligen, teilweise exponierten Abschnitten der Via Gebennensis vorteilhaft ist.

Mai Jun Sep Okt

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze in offenen Abschnitten und winterliche Monate (Dezember–März) wegen möglicher Schneefelder/Schlammpassagen in höheren Lagen und geschlossener Infrastruktur.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Genf – St. Peters Kathedrale und Genfer See

Der Startpunkt der Via Gebennensis liegt an der imposanten St. Peters Kathedrale in Genf, einer der wichtigsten reformierten Kirchen Europas mit ihrem charakteristischen klassizistischen Stil aus dem 12. Jahrhundert. Von hier aus führt der Weg entlang des Genfer Sees (Lac Léman) mit Blicken auf die schneebedeckten Alpen – ein spiritueller Einstieg in die Pilgerreise, der Pilger unmittelbar mit der Größe der Schöpfung verbindet.

Mont Salève – Die Voralpenschranke

Der Mont Salève erhebt sich wie eine natürliche Mauer südlich von Genf und markiert den ersten bedeutenden Anstieg der Route. Mit seinen 1379 Metern bietet der Berg nicht nur physische Herausforderung, sondern auch spektakuläre Ausblicke über das Genfer Becken bis zu den Hochalpen – ein Wendepunkt, an dem Pilger die Ebene endgültig hinter sich lassen.

Pays de Seyssel – Weinberge und Savoyer Kultur

Das von der Rhône geprägte Pays de Seyssel öffnet Pilger die Tore zu authentischer Savoyer Kultur mit ihren terrassierten Weinbergen und traditionellen Dörfern. Hier finden sich noch heute die Spuren mittelalterlicher Pilgerwege, und die Region ist bekannt für ihre Weißweine und den Reblochon-Käse – kulinarische Höhepunkte, die die lokale Identität widerspiegeln.

Chautagne-Weinberge – Terroir und Tradition

Die Weinberge der Chautagne prägen das Landschaftsbild mit ihren charakteristischen Terrassierungen und traditionellen Anbaumethoden, die seit Generationen von Mönchen gepflegt werden. Diese Region ist ein stilles Zeugnis mittelalterlicher Klosterkultur, wo Pilger noch heute in den Dörfern auf Gastfreundschaft treffen, die in dieser Tradition verwurzelt ist.

Le Puy-en-Velay – UNESCO-Weltkulturerbe und Pilgerstadt

Das Endziel der Via Gebennensis ist die berühmte Pilgerstadt Le Puy-en-Velay mit ihrer Kathedrale Notre-Dame du Puy, deren romanische Architektur und die charakteristischen Vulkankegel (Rocher Corneille und Mont Anis) die Stadt zu einem einzigartigen Pilgerort machen. Das gesamte historische Zentrum ist UNESCO-Weltkulturerbe und markiert den Höhepunkt einer spirituellen Reise – hier treffen sich Pilger aus aller Welt, bevor sie ihre Weiterreise nach Santiago antreten.

Isère-Region – Dauphinoise Ebene und Voironnais

Die Ebene der Dauphinoise mit ihren grünen Feldern und Wäldern des Voironnais und Bièvre-Valloire bietet eine meditative Phase der Pilgerreise, in der Pilger nach den Bergaufstieg wieder Ruhe finden. Diese Landschaft ist geprägt von kleinen Kapellen und Wegekreuzen, die von Jahrhunderten lokaler Volksfrömmigkeit zeugen.

Loire und Haute-Loire – Vulkanische Landschaften

In den letzten Etappen durchquert die Via Gebennensis das vulkanisch geprägte Hügelland der Loire und Haute-Loire, wo schwarze Basaltsteine und erloschene Vulkane die Landschaft prägen. Diese geologisch einzigartige Region vermittelt Pilger ein Gefühl für die Kraft der Natur und die Vergänglichkeit – perfekt für die abschließende Phase der inneren Einkehr.

Romanische Kapellen und Hospize – Spirituelle Ankerpunkte

Entlang der gesamten Route finden sich kleine romanische Kapellen und historische Hospize wie das ehemalige Hospiz der Ritter des Heiligen Johannes von Jerusalem in Moissieu sur Dolon. Diese Bauwerke sind stille Zeugen von Hunderten Jahren Pilgergeschichte und bieten Orte der Andacht und Ruhe inmitten der Wanderung.

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