Über den Cammino della Regina
Der Cammino della Regina ist ein kompakter, grenzüberschreitender Pilgerweg von Domodossola (Piemont) durch das Valle Vigezzo bis ins Schweizer Tessin nach Locarno. Auf rund 60–65 Kilometern verbindet die Route alpine Wald- und Berglandschaften mit lebendiger Marienverehrung: Unterwegs liegen bedeutende Wallfahrtsorte wie das Santuario della Madonna del Sangue in Re sowie zahlreiche Kapellen und Dorfkirchen.
Der Weg folgt historischen Saum- und Verbindungswegen im Grenzraum zwischen Italien und der Schweiz und führt weiter durch die eindrucksvollen Centovalli mit ihren tief eingeschnittenen Tälern und Brücken. Pilger erleben hier eine Mischung aus stiller Natur, regionaler Kultur und religiösen Stationen – mit wiederkehrenden Ausblicken Richtung Lago Maggiore und dem spirituellen Zielpunkt in Locarno mit dem Heiligtum Madonna del Sasso.
Dank der Vigezzina-Centovalli-Bahn lassen sich Etappen flexibel planen; dennoch bleibt der Charakter ein ruhiger, wenig überlaufener Pilgerweg für geübte Wandernde, die eine kurze, aber intensive Route suchen.
Beste Reisezeit
Schneefreie Wege in den mittleren Höhenlagen, stabile Bedingungen für Val Vigezzo und Centovalli sowie gute ÖPNV-Anbindung über die Vigezzina-Centovalli-Bahn.
Meiden: November-April (Schnee/Glätte in höheren Lagen, kurze Tage, häufige Nässe)
Klima
Highlights
Domodossola – Altstadt und Sacro Monte Calvario
Domodossola ist ein historischer Knotenpunkt im Ossolatal. Oberhalb der Stadt liegt der Sacro Monte Calvario (UNESCO), ein eindrucksvoller Andachtsort mit Kapellenweg und weitem Blick über das Tal – ein stimmiger Auftakt für eine Pilgerroute in den Alpen.
Santuario della Madonna del Sangue (Re)
Das Heiligtum in Re ist eines der wichtigsten marianischen Wallfahrtsziele im Valle Vigezzo. Die Basilika und der Wallfahrtskomplex prägen die religiöse Identität der Region und sind für viele Pilger der zentrale spirituelle Höhepunkt auf italienischer Seite.
Valle Vigezzo – Bergdörfer und Kultur des „Tals der Maler“
Das Valle Vigezzo ist bekannt für seine traditionsreichen Bergdörfer und eine ausgeprägte lokale Kultur. Orte wie Santa Maria Maggiore stehen für Handwerk, regionale Architektur und eine lange Geschichte von Auswanderung und Rückkehr, die das Tal bis heute prägt.
Grenzraum bei Camedo – Übergang nach Tessin
Bei Camedo wechselt die Route von Italien in die Schweiz. Der Übergang markiert nicht nur einen Landeswechsel, sondern auch einen landschaftlichen Wandel hin zu den Centovalli – ein klassischer Alpen-Grenzraum mit historischen Verbindungswegen.
Centovalli und Intragna – Schluchten, Brücken und Aussichtspunkte
Die Centovalli („Hundert Täler“) bieten spektakuläre Tiefblicke, bewaldete Hänge und markante Brücken. Intragna ist ein charaktervoller Ort mit historischer Bausubstanz und gilt als idealer Zwischenstopp vor dem Abstieg Richtung Lago Maggiore.
Locarno und Madonna del Sasso
Locarno am Lago Maggiore bildet den Zielpunkt der Route. Das oberhalb gelegene Heiligtum Madonna del Sasso ist ein bedeutender marianischer Wallfahrtsort im Tessin und bietet zugleich einen der schönsten Ausblicke über See und Berge.
Lago Maggiore – Weite am Ende der Alpenroute
Der Blick auf den Lago Maggiore öffnet sich besonders auf den letzten Kilometern Richtung Locarno. Der Kontrast zwischen alpinen Tälern und der Weite des Sees verstärkt für viele Pilger das Gefühl des Ankommens.
Historische Saumwege und Mulattiere zwischen Talorten
Viele Abschnitte verlaufen auf alten Mulattiere (Saumwegen), die über Jahrhunderte Dörfer, Almen und Märkte verbanden. Diese Wege geben der Route ihren ursprünglichen Charakter und machen die Etappen kulturell wie landschaftlich abwechslungsreich.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Der heutige „Cammino della Regina“ orientiert sich an historischen Saum- und Verbindungswegen zwischen dem Ossolatal (Domodossola) und dem Tessin. Über Jahrhunderte dienten Mulattiere im Valle Vigezzo und in den Centovalli als lokale Handels- und Migrationsrouten: Sie verbanden Talorte, Almen und Märkte und ermöglichten den Austausch über die Alpen hinweg. In diesem Grenzraum entwickelte sich zugleich eine ausgeprägte Volksfrömmigkeit, die sich in Kapellen, Bildstöcken und Wallfahrtskirchen entlang der Wege niederschlug.
Bedeutung
Die Route ist geprägt von marianischen Zentren, die bis heute Pilger anziehen. Besonders das Santuario della Madonna del Sangue in Re steht für die religiöse Bedeutung des Valle Vigezzo, während im Tessin das Heiligtum Madonna del Sasso oberhalb von Locarno einen wichtigen Ziel- und Andachtsort bildet. Als grenzüberschreitender Weg verbindet der Cammino religiöse Praxis, regionale Identität und die Geschichte eines Alpenraums, in dem Mobilität, Arbeit und Glaube eng miteinander verwoben waren.
Heute
Heute wird der Weg als kurze, intensive Pilger- und Wanderroute zwischen Italien und der Schweiz begangen. Die Kombination aus historischen Dorfkernen, alpiner Landschaft und marianischen Heiligtümern macht ihn für spirituell Interessierte ebenso attraktiv wie für kultur- und naturorientierte Wandernde. Durch die Vigezzina-Centovalli-Bahn ist die Region gut erschlossen, was flexible Etappenplanung ermöglicht, ohne den ruhigen Charakter der Route grundsätzlich zu verändern.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache: Italienisch, im Tessin auch Schweizerdeutsch und Französisch. Nützliche Phrasen: Buongiorno, dove si trova il sentiero? / Grazie mille / Scusi, parla tedesco? / Buon cammino!
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Mai bis Oktober
Schneefreie Wege in den mittleren Höhenlagen, stabile Bedingungen für Val Vigezzo und Centovalli sowie gute ÖPNV-Anbindung über die Vigezzina-Centovalli-Bahn.
Meiden
November-April (Schnee/Glätte in höheren Lagen, kurze Tage, häufige Nässe)
Highlights
Sacro Monte Calvario (Domodossola)
Kapellenweg und Wallfahrtsanlage oberhalb von Domodossola mit weitem Blick ins Ossolatal; starker Auftakt für den Pilgerweg.
Domodossola / oberhalb der Altstadt
Santuario della Madonna del Sangue (Re)
Bedeutendes marianisches Heiligtum im Valle Vigezzo und zentraler Andachtsort entlang der Route.
Re (Valle Vigezzo)
Madonna del Sasso (Locarno)
Berühmtes Heiligtum über Locarno mit Panorama über den Lago Maggiore; idealer spiritueller Abschluss.
Locarno / Orselina
Lokale Küche
Polenta taragna
Trattorie in Domodossola und im Valle Vigezzo (z.B. Santa Maria Maggiore)
Kräftige Polenta mit Käse – ideal nach einer Etappe mit vielen Höhenmetern.
Formaggi d'alpe (Alpkäse) und lokale Salumi
Alimentari/kleine Läden in den Dörfern des Valle Vigezzo
Gut als Proviant für den Tag; in kleineren Orten sind Öffnungszeiten begrenzt, daher früh einkaufen.
Tessiner Risotto oder Polenta (Ticino-Stil)
Grotti und Restaurants rund um Locarno/Intragna
Als Abschlussessen in der Schweiz einplanen; Reservierung in der Hochsaison sinnvoll.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- B&B und kleine Hotels in Dörfern
- Agriturismo und Rifugi/Schutzhütten
- Pilgerzimmer / einfache Gasthöfe
Wegmarkierung
Teilweise gut markiert mit lokalen Wanderzeichen; Abschnitte mit Pilger-Kennzeichnung und klassischen weißen/gelben Wegweisern. Karten/GPS empfohlen.
Geländebeschaffenheit
- Waldpfade und Bergwege
- Forststraßen und Schotterwege
- Kurzstrecken Asphalt in Dörfern
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.