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Cammino di San Tommaso

Der Cammino di San Tommaso ist ein rund 316 km langer Pilgerweg in Mittelitalien, der von Rom (Vatikan) zur Adriaküste nach Ortona führt. Er verbindet historische Orte in Latium und den Abruzzen, bergige Abschnitte der Apenninen und bedeutende religiöse Heiligtümer. Er eignet sich für Pilger, die Kultur, Spiritualität und abwechslungsreiche Landschaften suchen.

Distanz
316
km
Dauer
12-16
Tage
Aufstieg
9330
m

Über den Cammino di San Tommaso

Der Cammino di San Tommaso ist eine einzigartige Pilgerroute, die Rom mit der adriatischen Küstenstadt Ortona verbindet und dabei etwa 316 Kilometer durch das Herz der Abruzzen führt. Diese Route folgt teilweise der antiken Konsularstraße Tiburtina Valeria und wurde in ihrer modernen Form nach dem Vorbild des Jakobswegs konzipiert – sie verbindet jedoch nicht nur Glauben und Natur, sondern auch zwei bedeutende italienische Regionen in einer einzigen spirituellen Reise. Der Weg führt Pilger zu seinem Ziel: der Basilika San Pietro in Ortona, die seit 1258 die Reliquien des Apostels Thomas bewahrt, jenes Apostels, der als der Zweifler in die Geschichte einging und dessen sterbliche Überreste hier verehrt werden. Die historische Bedeutung dieses Weges reicht bis ins 14.

Jahrhundert zurück, als die schwedische Heilige Birgitta zwischen 1365 und 1368 nach Ortona pilgerte, um das Grab des Apostels zu besuchen. Ihre Pilgerreise inspirierte später die Wiederentdeckung und Rekonstruktion dieser Route durch italienische Behörden und ehrenamtliche Verbände. Heute folgen Pilger den Spuren dieser mittelalterlichen Wallfahrt und durchqueren dabei fünf große Naturparks: den Regionalpark Castelli Romani, die Simbruini-Berge, den Sirente-Velino-Park, den Gran-Sasso-und-Monti-della-Laga-Nationalpark und den Majella-Nationalpark. Das Besondere am Cammino di San Tommaso ist seine Vielfalt: Der Weg verbindet urbane Spiritualität Roms mit der Berglandschaft der Abruzzen, führt durch authentische mittelalterliche Dörfer wie Subiaco, Genazzano, Tagliacozzo und Capestrano, und präsentiert eine Landschaft, die von Weinbergen über Waldpassagen bis zu Bergkämmen reicht.

Die Route kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder sogar zu Pferd bewältigt werden und bietet Pilgern die Möglichkeit, ihre eigene Geschwindigkeit zu bestimmen – ein Konzept der "Slow Tourism", bei dem die innere Erfahrung wichtiger ist als die äußere Leistung. Mit der Carta del Pellegrino (Pilgerpass) können Wanderer ihre Reise dokumentieren und am Ende ein Zertifikat erhalten.

christlich landschaft kulturell spiritualität

Beste Reisezeit

Angenehme Temperaturen für lange Etappen in Latium und Abruzzen, geringeres Hitzerisiko auf offenem Terrain und bessere Öffnungszeiten lokaler Unterkünfte; viele Etappen führen über exponierte Hügel und Asphaltabschnitte, die bei Sommerhitze besonders anstrengend sind.

Apr Mai Jun Sep Okt

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen starker Hitze in Südlagen und Wintermonate wegen möglicher Schneefälle in höheren Abschnitten und eingeschränkten Servicezeiten

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Basilika San Pietro in Rom

Der Ausgangspunkt des Weges befindet sich am Petersplatz in Rom, einem der heiligsten Orte der Christenheit. Von hier aus beginnt die etwa 316 Kilometer lange Reise durch Italien. Der Petersdom selbst ist ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur und wurde über mehr als ein Jahrhundert gebaut.

Subiaco und die Benediktiner-Klöster

Diese historische Stadt in Latium war ein wichtiges Zentrum des frühen Mönchtums und beherbergt mehrere bedeutende Benediktiner-Klöster, die in Felswänden erbaut wurden. Der Heilige Benedikt, Gründer des Benediktinerordens, lebte hier als Eremit in einer Höhle und prägte die spirituelle Geschichte Europas.

Tagliacozzo und die mittelalterliche Berglandschaft

Dieses charmante Bergdorf der Abruzzen liegt auf etwa 680 Metern Höhe und bietet spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Apenninen. Tagliacozzo war Schauplatz einer bedeutenden Schlacht im 13. Jahrhundert und bewahrt bis heute seine mittelalterliche Struktur mit engen Gassen und steinernen Häusern.

Bominaco und die romanische Kirche San Pelino

Die Kirche von San Pelino in Bominaco ist ein hervorragendes Beispiel der abruzzesischen Romanik aus dem 12. Jahrhundert mit beeindruckenden Fresken und geometrischen Mustern. Das Dorf selbst liegt in einer malerischen Hochebene und war ein wichtiger Rastpunkt für mittelalterliche Pilger.

Majella-Nationalpark

Der Majella ist einer der wildesten und spektakulärsten Nationalparks Italiens mit Gipfeln über 2.700 Metern. Der Weg führt durch Bergwälder, alpine Wiesen und vorbei an Kalksteinfelsen, die eine einzigartige Flora und Fauna beherbergen.

Cattedrale di San Tommaso in Ortona

Das Ziel der Pilgerreise ist diese imposante Kathedrale an der Adriaküste, die seit 1258 die Reliquien des Apostels Thomas bewahrt. Die Kathedrale wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, und steht heute als Symbol der Widerstandskraft.

Genazzano und das Heiligtum der Madonna del Buon Consiglio

Dieses Dorf südlich von Rom ist bekannt für sein wundertätiges Madonnenbild, das angeblich 1428 übernatürlich erschien. Das Heiligtum zieht seit Jahrhunderten Pilger an und ist ein wichtiger Punkt auf dem Weg für spirituelle Besinnung.

Gran-Sasso-Massiv und die Hochebene Campo Imperatore

Der Weg führt durch das Gran-Sasso-Gebirge, das höchste Massiv der Apenninen mit dem Corno Grande (2.912 m). Die Hochebene Campo Imperatore bietet weite Ausblicke und ist ein Ort intensiver Naturerfahrung mit Bergweiden und kristallklarer Luft.

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