Über den Glastonbury Pilgrims’ Way
Der Glastonbury Pilgrims’ Way führt Pilger auf einer 220 Kilometer langen Route durch das Herz Südwestenglands, von den sanften Hügeln von Hampshire bis zum mystischen Glastonbury Tor. Die Reise beginnt in Winchester, wo die Kathedrale mit ihrer prächtigen normannischen Architektur und den Gräbern mittelalterlicher Bischöfe eine eindrucksvolle Kulisse bietet. Entlang des Weges passieren Wanderer Salisbury Plain, dessen weite, von Schafen beweidete Flächen von der geheimnisvollen Präsenz von Stonehenge überragt werden. Hier, wo die Sonne zur Sommersonnenwende über den Steinkreis aufgeht, spürt man die Verbindung zwischen uralter Kultur und der Natur.
Die Route führt weiter durch die historischen Städte Wells und Street, vorbei an romanischen Kirchen und mittelalterlichen Marktplätzen, bis sie schließlich die Mendip Hills erreicht – eine Landschaft aus Kalksteinfelsen, tiefen Tälern und stillen Wäldern, die seit Jahrhunderten Pilger und Abenteurer anzieht. Was den Glastonbury Pilgrims’ Way besonders macht, ist die enge Verbindung von christlicher Pilgertradition und keltischer Mythologie. In Wells erwartet Pilger die beeindruckende Wells Cathedral, deren gotische Fassade mit Hunderten von Figuren geschmückt ist. In Glastonbury selbst verbindet sich die Geschichte des Abts Richard Whiting, der 1539 auf dem Tor hingerichtet wurde, mit Legenden um König Arthur und den Heiligen Gral.
Die Ankunft auf dem Glastonbury Tor, einem markanten Hügel aus Kalkstein, ist ein besonderer Moment: Hier, wo einst eine Kapelle stand und heute nur noch die Ruine von St. Michael’s Tower die Aussicht krönt, verschmelzen Natur, Geschichte und Mythos zu einer einzigartigen Atmosphäre. Pilger erleben auf dieser Route eine Vielfalt an Landschaften – von den offenen Downs bis zu den dichten Wäldern der Mendips, von den historischen Städten bis zu den einsamen Wegen durch die Somerset Levels. Die Route ist für erfahrene Wanderer gedacht, die sich auf eine Reise einlassen wollen, die nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional bereichert.
Jeder Schritt führt tiefer in die Geschichte und die Seele Südwestenglands.
Beste Reisezeit
Weniger Schlamm auf grünen Wegen, milde Temperaturen für Hügelaufstiege um Glastonbury Tor, Festivals in Glastonbury.
Meiden: Winter (Regen macht Pfade schlammig), Sommer (Festival-Chaos in Glastonbury)
Klima
Highlights
Winchester Cathedral
Die größte Kathedrale Englands, erbaut im 11. Jahrhundert im normannischen Stil, beherbergt die Gräber von König Canute und Jane Austen sowie eine prächtige Kreuzganghalle.
Stonehenge
Der berühmte Steinkreis auf Salisbury Plain, entstanden vor etwa 5.000 Jahren, ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und ein Ort mystischer Bedeutung.
Wells Cathedral
Die gotische Kathedrale von Wells, erbaut im 12. Jahrhundert, ist bekannt für ihre beeindruckende Fassade mit über 300 Figuren und den mittelalterlichen Wasserspielen.
Mendip Hills
Ein AONB (Area of Outstanding Natural Beauty) mit Kalksteinfelsen, Höhlen und tiefen Tälern, das seit Jahrhunderten Pilger und Abenteurer anzieht.
Glastonbury Tor
Ein markanter Hügel aus Kalkstein, auf dem einst eine Kapelle stand und heute die Ruine von St. Michael’s Tower die Aussicht krönt.
Glastonbury Abbey
Die Ruinen der ehemaligen Abtei, gegründet im 7. Jahrhundert, sind ein Ort der Legenden um König Arthur und den Heiligen Gral.
Somerset Levels
Eine weite, von Wasser und Schilf geprägte Landschaft, die seit Jahrhunderten von Landwirtschaft und Mythen geprägt ist.
Street
Eine historische Marktstadt, bekannt für ihre mittelalterlichen Häuser und die Clarks Schuhfabrik, die im 19. Jahrhundert gegründet wurde.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Der heutige „Glastonbury Pilgrims’ Way“ knüpft an die mittelalterliche Wallfahrt zur Abtei von Glastonbury an, deren Kloster im 8. Jahrhundert auf dem Gelände einer noch älteren Marienkirche entstand. Bereits im 12.–14. Jahrhundert galt Glastonbury mit seinen Reliquien, der Marienverehrung und der legendären Verbindung zu Josef von Arimathäa und dem Heiligen Gral als bedeutender Wallfahrtsort in England. 1539 wurde die Abtei im Zuge der Auflösung der Klöster unter Heinrich VIII. gewaltsam beendet und der letzte Abt Richard Whiting zusammen mit zwei Mönchen auf dem Glastonbury Tor hingerichtet, womit die traditionelle Wallfahrt abrupt abbrach. Auf dieser lange unterbrochenen Tradition bauen moderne Routen wie der von der British Pilgrimage Trust unterstützte Weg London–Glastonbury sowie lokale Wege wie „The Glastonbury Way“ (entwickelt im 21. Jahrhundert) explizit auf.
Bedeutung
Im Hochmittelalter war Glastonbury eines der reichsten und einflussreichsten Benediktinerklöster Englands und zog Pilger aus dem ganzen Land an, die an den Marienheiligtümern und den sagenumwobenen Gräbern „Arthurs“ und frühen Heiligen Verehrung suchten. Die Wallfahrt nach Glastonbury stand in enger Verbindung zur marianischen Frömmigkeit, zu Legenden um den Heiligen Gral und zur frühkeltisch‑christlichen Spiritualität Somersets, was Kunst, Liturgie und volkstümliche Erzähltraditionen tief prägte. Die Hinrichtung Abt Whitings 1539 machte Glastonbury zu einem Symbol des katholischen Widerstands und lieferte später die Grundlage für seine Seligsprechung 1895, was der katholischen Pilgerbewegung dorthin im späten 19. Jahrhundert neuen Auftrieb gab. Seit 1935 organisieren anglikanische Kreise wieder große Glastonbury-Pilgerfahrten, bei denen mehrere Bischöfe predigen und so die ökumenische und nationale Bedeutung des Ortes als spirituelles Zentrum Englands unterstreichen.
Heute
Seit den frühen 1950er‑Jahren findet jährlich die große Diözesan‑Wallfahrt des Bistums Clifton nach Glastonbury mit Messe und Rosenkranzprozession statt; bis in die 1960er gingen viele Gruppen die Strecke noch zu Fuß, bevor Busse und Autos dominierten. Im 21. Jahrhundert erleben Fußpilgerwege nach Glastonbury – etwa der neu ausgearbeitete London‑Glastonbury‑Pilgerweg, die „Glastonbury Water Way“ und „The Glastonbury Way“ in und um die Stadt – eine Renaissance, getragen sowohl von christlicher Spiritualität als auch von Interesse an keltischen, naturspirituellen und legendären Traditionen. Genaue Pilgerzahlen werden nicht zentral erfasst, doch die jährlich stattfindenden Großpilgerfahrten mit mehreren hundert Teilnehmenden und die neuen, von der British Pilgrimage Trust mitgestalteten Routen zeigen, dass Glastonbury heute wieder als kraftvoller Ort für Sinnsuche, Versöhnung und persönliche Wandlung wahrgenommen wird.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Englisch (britisch). Nützliche Phrasen: “Excuse me, is this the right way to…?”, “Could I have some tap water, please?”, “Is there a pilgrims’ stamp available?”, “Thank you very much for your help.”
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
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Tagesetappe
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Tagesetappe
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Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Frühling (April-Mai) oder Herbst (September-Oktober)
Weniger Schlamm auf grünen Wegen, milde Temperaturen für Hügelaufstiege um Glastonbury Tor, Festivals in Glastonbury.
Meiden
Winter (Regen macht Pfade schlammig), Sommer (Festival-Chaos in Glastonbury)
Highlights
Glastonbury Tor
Ikone des Pilgerns mit mineralischen Ausflüssen und 10.000-jähriger Geschichte.
Ende der Route / Glastonbury
Wearyall Hill und Bride’s Mound
Heilige Loop mit Legenden zu Joseph von Arimathäa.
Halbtagesloop von Glastonbury
Interpretation Boards
Entlang der gesamten 12 km Route
Lokale Küche
Glastonbury Honey Cakes
Glastonbury High Street Bäckereien
Probier bei lokalen Shops mit Pilgerlegenden.
Somerset Cider
Pubs nahe Glastonbury Tor
Traditionelles Apfelcider nach dem Aufstieg.
Cheddar Cheese
Wells Market (nahe Route)
Frischer regionaler Käse in Doulting-Übernachtungspubs.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- B&Bs und Guesthouses in Ortschaften
- kleine Hotels in Wells und Glastonbury
- Campingplätze & einfache Hostels entlang der Strecke
Wegmarkierung
Teilweise markiert; Wegabschnitte nutzen lokale Fußwege (public footpaths) und Nebenstraßen. GPX/Ordnance Survey empfehlenswert.
Geländebeschaffenheit
- Feld- und Wiesenwege
- Grasige Pfade in den Mendips
- Kleine Landstraßen und Dörfer
- Abschnitte mit steinigen oder schlammigen Passagen nach Regen
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.