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Hoki Kannon

Der Hoki Kannon ist ein ca. 95 km langer buddhistischer Pilgerweg in der alten Provinz Hōki (heute westliches Tottori), der Küste, ländliche Dörfer und die Hänge des Daisen-Gebirges verbindet und zu mehreren Kannon-Heiligtümern führt.

Distanz
95
km
Dauer
3-5
Tage
Aufstieg
2200
m

Über den Hoki Kannon

Der Hoki Kannon ist ein 95 Kilometer langer Pilgerweg, der sich durch das historische Hōki-Gebiet in West-Tottori schlängelt und dabei eine seltene Kombination aus Küstenlandschaften, landwirtschaftlichen Ebenen und bewaldeten Berghängen rund um den Daisen verbindet. Als 32. Station der Chūgoku 33 Kannon Pilgerroute, einer 1981 etablierten Wallfahrtsroute mit 33 buddhistischen Tempeln in der Chūgoku-Region, verkörpert dieser Weg eine tiefe spirituelle Tradition, die sich über fünf Präfekturen erstreckt.

Der Weg führt Pilger nicht durch überlaufene touristische Zentren, sondern durch authentische ländliche Dörfer, wo die Zeit langsamer zu fließen scheint und die lokale Kultur noch lebendig in den täglichen Rhythmen der Bewohner verwurzelt ist. Unterwegs begegnen Pilger Tempeln wie dem prächtigen Kannon-in in Tottori, das in der frühen Edo-Periode (1603-1868) von der herrschenden Ikeda-Familie erbaut wurde und für seinen bemerkenswerten japanischen Garten berühmt ist – ein Meisterwerk, dessen Gestaltung ganze zehn Jahre in Anspruch nahm. Die Route bietet eine einzigartige Mischung aus spiritueller Vertiefung und sensorischen Erfahrungen: Pilger wandern durch Reisfelder, vorbei an traditionellen Ryokans mit heißen Quellen, durch Buchenwälder und entlang von Küstenabschnitten, die den Blick auf das Japanische Meer freigeben.

Mit einer Dauer von 3 bis 5 Tagen und mittlerem Schwierigkeitsgrad ist der Hoki Kannon weder eine anspruchsvolle Bergexpedition noch ein müheloses Spaziergang – er ist eine bewusst gestaltete Erfahrung, die körperliche Bewegung, kulturelle Eintauchung und innere Reflexion in perfekter Balance hält.

spiritualität landschaft kulturell küste

Beste Reisezeit

Angenehme Temperaturen, gute Sicht und meist stabile Bedingungen; am Daisen sind Wälder im Herbst besonders attraktiv, im Frühsommer ist es oft klar und mild.

Mai Jun Sep Okt

Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze/Feuchte und Taifunrisiko sowie Winter (Januar–Februar) wegen Schnee/Eis in höheren Lagen

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Kannon-in Tempel

Dieses Tendai-Sekt-Heiligtum wurde in den 1630er Jahren von der Ikeda-Familie erbaut und ist berühmt für seinen preisgekrönten japanischen Garten mit einem großen Teich, umgeben von Ahorn- und Kiefernbäumen, sowie kleinen Inseln, die einen Kranich und eine Schildkröte darstellen – Symbole für Langlebigkeit. Besucher können Matcha-Tee und Süßigkeiten genießen, während sie den Garten vom Tempelgebäude aus bewundern. Der Garten wurde vom japanischen Staat als Besondere Stätte von Landschaftsschönheit ausgezeichnet.

Seto Kannon-ji Tempel

Dieser 1713 erbaute Tempel beherbergt die bemerkenswerte 'Holzstatue der elfköpfigen tausendbewaffneten Kannon im Stehen', die 1958 zur kulturellen Eigenschaft der Präfektur ernannt wurde. Die Statue gilt als Schwesterwerk zu zwei nationalen Kulturgütern im nahegelegenen Higashitakao Kannon-ji Tempel und zeigt die künstlerische Meisterschaft der Edo-Zeit.

Daisen Berg

Mit 1.729 Metern ist der Daisen der höchste Berg der Chūgoku-Region und prägt die gesamte Landschaft des Hoki-Gebiets. Die bewaldeten Hänge des Berges bilden eine malerische Kulisse für große Teile der Wanderroute und bieten Möglichkeiten für Abstecher zu Bergwegen und Aussichtspunkten.

Küstenabschnitte zum Japanischen Meer

Der Weg führt an mehreren Stellen hinunter zur Küste, wo Pilger das Japanische Meer mit seinen felsigen Buchten und Sandstränden erleben können. Diese Abschnitte bieten Momente der Kontemplation und zeigen die geografische Vielfalt der Route zwischen Berg und Meer.

Ländliche Dörfer und Reisfelder

Das Hōki-Gebiet ist geprägt von traditionellen Dorfstrukturen und ausgedehnten Reisfeldern, die saisonale Rhythmen bestimmen. Pilger erleben hier die authentische ländliche Kultur Japans, fern ab von urbanen Zentren, wo traditionelle Handwerkstechniken und lokale Küche noch gelebt werden.

Ikeda-Familie Erbe

Der Weg ist eng mit der Geschichte der Ikeda-Familie verbunden, der herrschenden Daimyo-Familie der Tottori-Region während der Edo-Periode. Kannon-in war eines von acht Gebetshäusern der Familie, was die tiefe religiöse und kulturelle Bedeutung dieser Route unterstreicht.

Traditionelle Ryokans mit heißen Quellen

Entlang der Route finden sich traditionelle Ryokans und Minshuku, viele mit eigenen heißen Quellen (Onsen), wo Pilger nach langen Wandertagen Körper und Geist erneuern können. Diese Unterkünfte bieten authentische japanische Hospitality mit regionalen Mahlzeiten.

Chūgoku 33 Kannon Pilgerroute

Als 32. Station dieser 1981 etablierten Pilgerroute verbindet Kannon-in eine spirituelle Tradition, die sich über Tottori, Shimane, Hiroshima, Okayama und Yamaguchi erstreckt. Diese Einbindung in ein größeres Pilgernetzwerk verleiht dem Weg historische und religiöse Tiefe.

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