Über den Nidaros–Røros Path
Der Nidaros–Røros Path verbindet zwei der bedeutendsten Orte norwegischer Geschichte: den Nidarosdom in Trondheim, das Grab des Heiligen Olav und Ziel skandinavischer Pilger seit 1031, mit der UNESCO-Weltkulturerbestätte Røros, einer einzigartigen Bergbaustadt aus dem 17. Jahrhundert. Diese 280 Kilometer lange Route folgt teilweise dem historischen Østerdalsleden, einem der wildesten und ursprünglichsten norwegischen Pilgerwege, der im Spätmittelalter rege begangen wurde.
Der Weg führt durch ein faszinierendes Mosaik aus Landschaften: Von den Ausläufern Trondheims verlaufen die ersten Etappen durch bewaldete Täler und malerische Flusstäler wie das Klaraelvdal, bevor die Route ins Hochland aufsteigt und die weiten Moorlandschaften und Fjellplateaus des Forollhogna-Gebiets erreicht. Unterwegs passieren Pilger historische Pilgersteine wie denjenigen bei Åkre in Rendalen, besuchen Orte mit mittelalterlichen Pilgertradditionen wie Tylldal und folgen denselben Wegen, die einst Gläubige von Vadstena in Schweden zum Grab des Heiligen Olav führten. Die Ankunft in Røros offenbart eine vollständig erhaltene Bergarbeiterstadt mit ihren charakteristischen roten Holzhäusern, kupfernen Bergbauanlagen und einer Atmosphäre, die Jahrhunderte norwegischer Bergbaugeschichte lebendig hält.
Für moderne Pilger bietet dieser Weg eine seltene Kombination: Die tiefe spirituelle Verbindung zu einem der wichtigsten christlichen Heiligtümer Skandinaviens, die Stille und Wildheit norwegischer Hochebenen, sowie die Begegnung mit lebendiger lokaler Kultur und Geschichte an jedem Tagesmärsch.
Beste Reisezeit
Sommermonate bieten lange Tageslichtstunden, reduzierte Schneerisiken in höheren Lagen (Forollhogna, Fonnåsfjellet) und geöffnete lokalen Unterkünfte in Røros/Østerdalen; regionale Tourismusinfos und Etappenbeschreibungen empfehlen Sommer und Frühsommer/Herbst für sichere Begehung.
Meiden: Später Herbst bis Frühling (Oktober–Mai) wegen anhaltender Schneefelder, eisiger Abschnitte in höheren Lagen und eingeschränkter Infrastruktur in kleinen Ortschaften.
Klima
Highlights
Nidarosdom in Trondheim
Der größte Sakralbau Skandinaviens wurde ab 1070 über dem Grab des Heiligen Olav errichtet, der 1030 in der Schlacht bei Stiklestad fiel. Die prachtvolle Kathedrale verbindet romanische und gotische Architektur und ist seit der Heiligsprechung Olavs 1031 das wichtigste Pilgerziel Skandinaviens. Tägliche Stundengebete und geistliche Musik laden Pilger zur Andacht ein.
Pilgerstein bei Åkre in Rendalen
Ein historischer Markierungsstein entlang des mittelalterlichen Pilgerpfades markiert einen bedeutenden Punkt auf der Route. Der Stein symbolisiert die Kontinuität der Pilgertradition und steht an einem Ort, an dem Wanderer seit Jahrhunderten ihre Reise fortsetzen.
Tylldal mit Pilgertradditionen
Dieses Tal ist bekannt für seine lange Geschichte als Pilgerstation und beherbergt traditionelle Bauernhöfe, die seit alters her Pilgern Nachtquartiere anboten. Die Gegend bewahrt authentische norwegische Bergbaukultur und ländliche Traditionen.
Vassfjellet mit Øyvindstjønna
Von dieser Höhe sahen mittelalterliche Pilger erstmals den Turm des Nidarosdoms – ein Moment der Erfüllung nach wochenlanger Wanderung. Im Mittelalter stand hier eine Kapelle als natürlicher Rastplatz, ähnlich dem Monte Gonzo beim Jakobsweg, von dem Santiago de Compostela erstmals sichtbar wird.
Forollhogna-Hochland
Die Route führt entlang der Ausläufern dieses wilden Gebirgsplateaus mit ausgedehnten Mooren, Fjelllandschaften und ursprünglicher Natur. Das Gebiet ist ein nationales Naturheiligtum mit spektakulären Panoramen und einer Flora und Fauna, die Pilger in die raue Schönheit Norwegens eintauchen lässt.
Røros – UNESCO-Weltkulturerbestätte
Die historische Bergbaustadt mit ihren charakteristischen roten Holzhäusern wurde 1644 gegründet und ist vollständig erhalten. Røros repräsentiert drei Jahrhunderte norwegischer Bergbaugeschichte und wurde 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, mit Kupferminen und Bergbauanlagen, die die Wirtschaftsgeschichte Norwegens prägen.
Klaraelvdal/Trysilelva-Tal
Der malerische Flusstäler im südlichen Abschnitt folgt der Route dem Lauf dieser Flüsse durch bewaldete Landschaften. Das Tal verbindet die Route mit den ursprünglichen Startpunkten des Østerdalsleden und bietet wechselnde Waldlandschaften mit Bächen und traditionellen Bauernhöfen.
Fonnåsfjellet
Dieses Fjellplateau markiert einen wichtigen Übergang vom südlichen Waldland zu den offenen Hochebenen. Die Route steigt hier zu höheren Lagen auf und eröffnet Weitblicke über die norwegische Landschaft, während Pilger die physische und spirituelle Dimension ihrer Reise intensivieren.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Der heutige Nidaros–Røros Path folgt im Kern alten Verbindungswegen zwischen dem Trøndelag um Nidaros (heute Trondheim) und dem späteren Bergbaugebiet von Røros, die bereits im Spätmittelalter als regionale Routen im Netz der Nidaroswege genutzt wurden. Ausgangspunkt der christlichen Pilgertradition ist die Schlacht bei Stiklestad 1030, in der König Olav II. Haraldsson fiel; sein Leichnam wurde nach Nidaros überführt und Olav bereits 1031 heiliggesprochen. Über seinem Grab entstand zunächst eine hölzerne Kapelle (um 1031), dann ab etwa 1070 eine steinerne Kirche, aus der bis um 1300 der Nidarosdom als monumentale Kathedrale wuchs – das Ziel aller Nidaroswege. Mit der Entdeckung reicher Kupfervorkommen bei Røros 1644 und der Gründung der Bergstadt Røros entwickelte sich zusätzlich ein intensiver Saum‑ und Handelsverkehr, auf dessen historischen Trassen der heutige Pilgerweg Nidaros–Røros in der Neuzeit als spirituell neu interpretierte Route markiert wurde.
Bedeutung
Im Hochmittelalter wurde Nidaros mit dem Schrein des heiligen Olav – seit 1031 wichtigstes Pilgerziel Skandinaviens – zu einem religiösen Zentrum Nordeuropas, vergleichbar Rom oder Santiago; die verschiedenen Nidaroswege, zu denen auch die Routen durch Østerdalen und über das Røros‑Gebiet gehören, banden weite Teile Norwegens und Schwedens spirituell an den Kult des heiligen Königs. Die Wallfahrt förderte den Ausbau von Wegen, Brücken, Herbergen und Sakralbauten; der Nidarosdom selbst, dessen Grundstein um 1070 gelegt und der bis etwa 1300 in romanisch‑gotischen Formen vollendet wurde, prägte Architektur und Kunst der Region über Jahrhunderte. Pilgerströme durch das Binnenland stärkten den Handel, etwa zwischen den Agrarregionen des Østerdalen, den Märkten des Trøndelag und später der Bergbaustadt Røros, die sich nach 1644 zu einem wirtschaftlichen Knotenpunkt und ab 17. Jahrhundert zu einem Symbol der norwegischen Montankultur entwickelte. Bedeutende Persönlichkeiten, die mit dieser Pilgerkultur verbunden sind, sind vor allem König Olav II. Haraldsson (Olav der Heilige) als Zielgestalt der Wallfahrt, Erzbischof Øystein Erlendsson (1161–1188) als maßgeblicher Bauherr und Organisator des Nidarosdoms sowie geistliche Figuren wie die heilige Birgitta von Vadstena, deren schwedisches Kloster ein wichtiger Ausgangspunkt der Olavspilgerschaft über Østerdalen war.
Heute
Nach der Reformation 1537 kamen die Pilgerfahrten nach Nidaros nahezu zum Erliegen; erst seit den 1990er‑Jahren wurden die Nidaroswege systematisch rekonstruiert und der norwegische Pilgerweg als zusammenhängendes Netz von rund 5000 Kilometern – davon 2000 Kilometer in Norwegen – neu ausgeschildert, wobei auch die Verbindung Nidaros–Røros als Teil dieses spirituellen Kulturerbes wiederbelebt wurde. Røros selbst steht seit Ende des 20. Jahrhunderts als historische Bergbaustadt auf der UNESCO‑Welterbeliste und verleiht dem Weg eine doppelte Aura von industriellem Erbe und spiritueller Landschaft; so verbindet der Nidaros–Røros Path heute den mittelalterlichen Olavskult mit der Erinnerung an 333 Jahre Kupferbergbau (1644–1977) in einer einzigen Pilgererfahrung. Konkrete Pilgerzahlen werden für diesen Teilabschnitt nicht gesondert ausgewiesen, doch die steigende Popularität der Nidaroswege insgesamt zeigt, dass moderne Pilger vor allem die Kombination aus nordischer Natur, historischer Tiefe, Stille sowie einer offenen, oft konfessionsübergreifenden Spiritualität suchen.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache ist Norwegisch (Bokmål/Trøndersk-Dialekt). Nützliche Phrasen: - «Hei, jeg er pilegrim på vei til Nidaros.» (Hallo, ich bin Pilger auf dem Weg nach Nidaros.) - «Kan jeg få dagens rett?» (Kann ich das Tagesgericht bekommen?) - «Har dere lokale spesialiteter fra området?» (Haben Sie lokale Spezialitäten aus der Region?) - «Tusen takk for maten!» (Vielen Dank für das Essen!)
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Ende Juni bis Anfang September
Sommermonate bieten lange Tageslichtstunden, reduzierte Schneerisiken in höheren Lagen (Forollhogna, Fonnåsfjellet) und geöffnete lokalen Unterkünfte in Røros/Østerdalen; regionale Tourismusinfos und Etappenbeschreibungen empfehlen Sommer und Frühsommer/Herbst für sichere Begehung.
Meiden
Später Herbst bis Frühling (Oktober–Mai) wegen anhaltender Schneefelder, eisiger Abschnitte in höheren Lagen und eingeschränkter Infrastruktur in kleinen Ortschaften.
Highlights
Nidarosdom (Nidaros Cathedral)
Zielpunkt aller Nidaroswege und nationales Heiligtum Norwegens; Ort für Pilgerstempel, Olavsbrief und Abschlußzeremonie in Trondheim.
Ende der Route / Trondheim (letzte Etappe vom Vassfjellet über Feginsbrekkja)
Bergbaustadt Røros (UNESCO Bergstad)
Historische Bergwerksarchitektur, Røros-Kirche und Røros Museum — beliebter Pausen- und Kulturstopp auf dem Weg durch Østerdalen.
Etappe rund um Røros / Übergang zur Forollhogna-Region
Øyvindstjønna Aussichtspunkt (Vassfjellet)
Traditioneller mittelalterlicher Rastplatz mit weitem Blick Richtung Trondheim; an dieser Stelle erblickten Pilger historisch den Domturm erstmals.
Etappe kurz vor Trondheim / Vassfjellet
Lokale Küche
Røros-Lamm (lokales Lammfleisch)
Restaurant Bergstadens Hotel Storgata 36, Røros
Im Bergstadens Hotel werden traditionelle Røros-Gerichte mit lokalem Lamm angeboten; Pilger nutzen das Restaurant gerne nach der Ortsbesichtigung als gehobenen Versorgungsstopp.
Fischeintopf / Forelle aus Østerdalsflüssen
Gjevilvasshytta oder lokale Gasthäuser entlang Østerdalen (z. B. lokale kroer in Tylldal)
In Berghütten wie Gjevilvasshytta und ausgewählten Kroer wird fangfrische Forelle bzw. Eintopf serviert — ideal nach einer Etappe durch Fluss- und Wiesentäler.
Røros-Waffel mit lokalem Beerenaufstrich
Pilgerzentrum / Cafés in Trondheim und Røros (Pilgertradition: Waffel bei Zielankunft vorhanden)
Die Waffel gilt als Pilgertradition beim Abschluss am Nidarosdom; in Røros/Cafés in Trondheim bekommt man Varianten mit Moltebeeren (Molte) oder Preiselbeeren als lokalen Belag.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Gasthäuser und Hotels in Ortschaften
- Privatpensionen und Bed & Breakfast
- Schutzhütten/DNT-Hütten und Wildcamping nach Allemansretten
Wegmarkierung
Teilweise markiert mit lokalen Wanderzeichen und Pilgerkennzeichnungen; GPS-Tracks und Karte empfohlen.
Geländebeschaffenheit
- Forst- und Forstwege
- Gravel- und Feldwege
- Moor- und Hochebenenabschnitte
- Abschnitte mit steinigem Untergrund und moderaten Anstiegen
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.