Über den North Wales Pilgrim’s Way
Der North Wales Pilgrim's Way ist eine 240 Kilometer lange Wanderroute, die seit dem 7. Jahrhundert von Pilgern begangen wird und vier heilige Stätten verbindet: die Wallfahrtsquelle St Winefride's Well bei Holywell, Gwytherin, Clynnog Fawr und die heilige Insel Bardsey. Die Route wurde 2014 offiziell eröffnet, nachdem die Entwicklung 2011 begonnen hatte, und folgt teilweise antiken Pfaden, die Pilger seit Jahrhunderten nutzen, um die Orte der walisischen Heiligen Winifred und Beuno zu verehren.
Der Weg beginnt an der ruinierten Basingwerk Abbey, einem Grade-I-gelisteten Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert, und führt zunächst durch das Inland über die Clwydian Range mit ihren sanften Hügeln und landwirtschaftlichen Flächen, bevor er sich ab Abergwyngregyn der spektakulären Nordküste der Llŷn-Halbinsel anschließt. Unterwegs passieren Pilger zahlreiche Kirchen und Kapellen unterschiedlichster Epochen – von mittelalterlichen Pfarrkirchen mit keltischen Kreuzen bis zu viktorianischen Kapellen – sowie bemerkenswerte Naturmerkmale wie Wasserfälle und alte Megalithsteine.
Das Finale bildet Aberdaron an der westlichen Spitze der Llŷn-Halbinsel, von wo aus Pilger zur heiligen Insel Bardsey übersetzen können, wo früher Tausende Mönche lebten und starben. Die Route durchquert Teile des Snowdonia-Nationalparks, bietet Ausblicke auf UNESCO-Welterbestätten wie die alten Schiefergruben und verbindet auf einzigartige Weise spirituelle Suche mit walisischer Landschaftsschönheit und kulturellem Reichtum.
Beste Reisezeit
Optimale Bedingungen für Bootfahrt nach Bardsey Island bei wettergünstigen Gezeiten, blühende Landschaften und milder Küstenwetter entlang Wales Coast Path.
Meiden: Winter (Oktober-April) wegen stürmischem Wetter, Regen und unpassierbarer Seeüberfahrt.
Klima
Highlights
St Winefride's Well, Holywell
Die Wallfahrtsquelle St Winefride's Well ist seit dem 7. Jahrhundert ein bedeutender Pilgerort und gilt als eine der ältesten kontinuierlich besuchten Wallfahrtsstätten in Großbritannien. Die gotische Kapelle wurde im 15. Jahrhundert errichtet und umgibt das kristallklare Quellwasser, das traditionell heilende Kräfte haben soll. Die Stätte zieht bis heute täglich Besucher an, die in den kalten Gewässern baden.
Basingwerk Abbey
Die Ruinen der Basingwerk Abbey stammen aus dem 12. Jahrhundert und markieren den Startpunkt der Route. Das Zisterzienserkloster war einst ein bedeutendes religiöses Zentrum und zeigt heute noch beeindruckende Steinmauern und architektonische Details der mittelalterlichen Baukunst. Die Abtei liegt malerisch am Rande des Dee-Ästuars.
The Gop – Aussichtspunkt über das Vale of Clwyd
Der Gop ist ein markanter Hügel mit archäologischen Funden aus der Bronzezeit und bietet von seinem Gipfel spektakuläre Panoramablicke über das Vale of Clwyd mit Blick auf St Asaph, Denbigh und den Fluss Clwyd, der zum Meer fließt. An klaren Tagen erstreckt sich der Blick über weite Teile Nord-Wales. Der Ort ist kulturell bedeutsam als antike Stätte.
Llangelynnin – Die Kirche der heiligen Celynnin
Die kleine, abgelegene Kirche von Llangelynnin liegt auf einem alten Pilgerweg – dem sogenannten 'Coffin Path' – der historisch für Bestattungsprozessionen genutzt wurde. Die Kirche stammt aus dem Mittelalter und ist dem 6. Jahrhundert heiligen Celynnin geweiht. Von der Kirche aus hat man beeindruckende Ausblicke über das Conwy-Tal mit der Burg Conwy.
Snowdonia Nationalpark – Schiefergruben und Llanberis
Die Route durchquert Teile des Snowdonia-Nationalparks und führt zur Stadt Llanberis, wo UNESCO-Welterbestätten – die historischen Schiefergruben – besucht werden können. Die Landschaft zeigt eindrücklich die Industriegeschichte Nord-Wales und die dramatischen Bergformationen des Snowdonia-Massivs. Die alten Bergbauanlagen sind heute Museen und Denkmäler.
Llŷn-Halbinsel – Küstenlandschaft und Strände
Ab Abergwyngregyn folgt die Route der Nordküste der Llŷn-Halbinsel mit windgepeitschten Stränden, Klippen und malerischen Buchten. Die Halbinsel ist bekannt für ihre raue, unberührte Schönheit und ihre starken Winde. Zahlreiche kleine Dörfer mit walisischer Kultur und Sprache säumen den Weg.
Aberdaron – Endpunkt und Tor zur heiligen Insel
Aberdaron liegt an der westlichen Spitze der Llŷn-Halbinsel und ist der Endpunkt der Route. Das kleine Dorf war historisch der Ausstiegspunkt für Pilger zur heiligen Insel Bardsey (Ynys Enlli). Die Kirche von Aberdaron stammt aus dem 13. Jahrhundert und war Rastplatz für Pilger vor ihrer Überfahrt zur Insel.
Bardsey Island (Ynys Enlli) – Heilige Insel
Die heilige Insel Bardsey liegt etwa 4,8 Kilometer vor der Küste und war vom 6. bis zum 16. Jahrhundert ein bedeutendes Mönchskloster. Schätzungen zufolge sind dort etwa 20.000 Heilige beerdigt. Heute ist die Insel ein Naturschutzgebiet und kann von Aberdaron aus mit dem Boot erreicht werden – der traditionelle Abschluss der Pilgerreise.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Die Wurzeln des North Wales Pilgrim’s Way reichen in die frühchristliche Zeit zurück: Bereits im 6. Jahrhundert gründete der bretonische Mönch **Cadfan** um 516 ein Kloster auf Bardsey Island (Ynys Enlli), das sich bald zu einem bedeutenden Pilgerzentrum entwickelte. Seit dem 7. Jahrhundert sind nachweislich Pilgerströme zu vier Hauptheiligtümern belegt: Holywell (St Winefride’s Well), Gwytherin, Clynnog Fawr und Bardsey Island, die mit den keltischen Heiligen **Winifred/Gwenffrewi** und **Beuno** verbunden sind. Im Hochmittelalter (12.–15. Jahrhundert) wurde der Weg durch Klöster wie die Zisterzienserabtei **Basingwerk Abbey** (gegründet im 12. Jh., später Ausgangspunkt der Route) strukturiert und an das europäische Netz christlicher Wallfahrten (u.a. Rom, Santiago) angebunden. Die heute so genannte „North Wales Pilgrim’s Way“-Route ist eine moderne Rekonstruktion dieser mittelalterlichen Pilgertraditionen: Ihre Ausarbeitung begann 2011 und sie wurde am 10. Juli 2014 offiziell eröffnet, wobei bestehende historische Pfade, alte Drove Roads und Küstenwege einbezogen wurden.
Bedeutung
Im Mittelalter war der Pilgerweg quer durch Nordwales ein wichtiger Teil der **walisisch-keltischen Frömmigkeit**, da er zu heiligen Quellen, Grabstätten und Klöstern führte, die eng mit der Verehrung einheimischer Heiliger und der asketischen Inselspiritualität von Bardsey verknüpft waren. Die stetigen Pilgerströme förderten den Bau von **Steinkirchen**, Klöstern und kunstvoll gearbeiteten keltischen Kreuzen; so wurden Orte wie Clynnog Fawr (Pilgerkirche des St Beuno) und die Wallfahrtsstätte St Winefride’s Well in Holywell zu Zentren religiöser Kunst, Architektur und Legendendichtung. Entlang des Weges entstanden Herbergen, Märkte und kleine Hafenplätze, wodurch der Pilgerverkehr Handel und Austausch zwischen ländlichen Gemeinschaften, Klöstern und Küstenorten anregte. Historisch bedeutsame Persönlichkeiten, die mit den Pilgertraditionen der Region verbunden sind, sind neben **St Cadfan, St Beuno und St Winefride** auch geistliche Gestalten wie der Bibelübersetzer **Bischof William Morgan** (spätes 16. Jh.), dessen Kathedrale in St Asaph am erweiterten Netzwerk heiliger Orte liegt, sowie in der Gegenwart der ehemalige Erzbischof von Canterbury **Dr Rowan Williams**, der als Patron des Weges seine geistliche Kontinuität verkörpert.
Heute
Heute ist der North Wales Pilgrim’s Way ein rund 130–215 km langer, offiziell markierter Fernwander- und Pilgerweg von Basingwerk Abbey bei Holywell bis nach Aberdaron und weiter nach Bardsey Island, der jährlich von wachsenden Zahlen spirituell und kulturell motivierter Wanderer genutzt wird. Seit seiner offiziellen Eröffnung 2014 erlebt der Weg im Zuge der europaweiten Wiederentdeckung historischer Pilgerpfade eine deutliche Renaissance: Diözesen, Gemeinden und Kulturinstitutionen organisieren jedes Jahr mehrtägige Gruppenwallfahrten, Pilgerpässe, Andachten und sogar eine mehrtägige „North Wales Pilgrim’s Way Ultra“-Laufveranstaltung. Obwohl der Weg kein UNESCO‑Welterbe ist, ziehen die Kombination aus keltischer Heiligentradition, rauer Küstenlandschaft, alten Kirchen und der mythenumwobenen „Insel der 20.000 Heiligen“ moderne Pilger an, die sowohl innere Einkehr als auch ein intensives Natur- und Kulturerlebnis suchen.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache: Englisch, daneben Walisisch (Cymraeg). Nützliche Phrasen: 1) "P'un ffordd mae'r llwybr pererinion?" – Wo verläuft der Pilgerweg? 2) "Ga i grempogau neu Welsh cakes, os gwelwch yn dda?" – Kann ich Pfannkuchen/Welsh Cakes bekommen? 3) "Diolch yn fawr / Diolch yn fawr iawn" – Vielen Dank / Herzlichen Dank 4) "Ga i stamp yn fy mhasbort pererinion, os gwelwch yn dda?" – Bekomme ich einen Stempel in meinen Pilgerpass?
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
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Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Mai bis September
Optimale Bedingungen für Bootfahrt nach Bardsey Island bei wettergünstigen Gezeiten, blühende Landschaften und milder Küstenwetter entlang Wales Coast Path.
Meiden
Winter (Oktober-April) wegen stürmischem Wetter, Regen und unpassierbarer Seeüberfahrt.
Highlights
Llangernyw Ancient Yew
Yew-Baum 4000-5000 Jahre alt, spiritueller Höhepunkt mit keltischer Aura.
Etappe bei Llangernyw
Conwy Castle
UNESCO-Weltkulturerbe mit beeindruckender Burg und Stadtmauern.
Durch Conwy / Etappe Bangor
Bardsey Island (Ynys Enlli)
Insel der 20.000 Heiligen mit Shrine und keltischen Kirchenruinen.
Finale via Boot von Aberdaron
Lokale Küche
Traditionelle Welsh Cakes
Becws Islyn Bakery and Cafe, Aberdaron
Pilger-Murale oben genießen, nach Bootfahrt ideal.
Lokale Käse und Brot
Quaint Tea Rooms in Llanberis
Nach Snowdonia-Etappe in traditionellem Village Inn.
Seafood vom Llyn Peninsula
Pios Cafe, Aberdaron
Pilgerstempel mitnehmen, frisch vor Island-Trip.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Bed & Breakfasts und Gästehäuser in Dörfern
- Kleine Hotels in größeren Orten
- Campsites und vereinzelte Selbstversorger-Unterkünfte
Wegmarkierung
Teilweise markiert; lokale Wegweiser und Kirchenzeichen vorhanden, GPX-Tracks empfohlen für Navigation
Geländebeschaffenheit
- Feld- und Wiesenwege
- Küstenpfade mit sandigen/steinigen Abschnitten
- gelochte Feldwege und kurze Anstiege in Hügelabschnitten
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.