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Rocamadour Pilgerweg

Rund 180 km lange Marienwallfahrt (Zuweg) von Cahors nach Rocamadour durch das Lot-Tal und die Causses du Quercy, geprägt von romanischen Kirchen, Karstlandschaften und spirituellen Kraftorten.

Distanz
180
km
Dauer
6-9
Tage
Aufstieg
3500
m

Über den Rocamadour Pilgerweg

Der Rocamadour Pilgerweg ist eine der faszinierendsten Routen des französischen Jakobswegs, die sich über etwa 180 Kilometer von Le Puy-en-Velay durch die kalksteinhaltigen Hochebenen der Causses bis zum weltberühmten Marienheiligtum von Rocamadour erstreckt. Diese Route folgt den Spuren mittelalterlicher Pilger, die seit Jahrhunderten zu diesem spektakulären, an einer Felswand klebenden Heiligtum wandern, wo die schwarze Madonna verehrt wird – eine Statue, der wundersame Heilkräfte zugeschrieben werden. Der Weg verbindet drei essenzielle Dimensionen des Pilgerns: die körperliche Herausforderung durch moderate Anstiege und wechselhafte Landschaften, die kulturelle Tiefe durch romanische Kirchen und mittelalterliche Dörfer wie Cardaillac und Lacapelle-Marival mit ihren 13.

Jahrhundert Burgen, sowie die spirituelle Intensität, die sich in der dramatischen Ankunft am Heiligtum selbst manifestiert. Pilger durchqueren wilde Täler wie das Alzou-Tal mit seinen verlassenen Mühlenresten, überqueren die kargen Quercy-Plateaus und folgen schließlich dem GR 6 und GR 46 durch ein Landschaftsmosaik aus Buchenwäldern, Kalkschluchten und offenen Weideland. Die Tagesetappen sind bewusst angenehm dosiert, was diese Route ideal für Wanderer mit mittlerer Kondition macht, die Zeit haben möchten, die Dörfer zu erkunden, in lokalen Gîtes zu übernachten und die Rhythmen des ländlichen Frankreichs zu absorbieren.

Was diesen Weg einzigartig macht, ist die Kombination aus einer der bekanntesten Pilgerstätten Europas als Ziel, der unberührten Natur der südfranzösischen Hochebenen und der Möglichkeit, die Route als Variante des klassischen GR 65 zu wählen – eine bewusste Abweichung für jene, die das Heilige mit dem Wilden verbinden möchten.

christlich kulturell landschaft spiritualität

Beste Reisezeit

Temperaturen sind moderat, die Causse‑Plateaus sind nicht zu heiß, die Hauptferienzeit ist vor/nach der Reise, und die Besucherzahlen in Rocamadour sind geringer als im Hochsommer; Wanderwege und Ausstellungspunkte wie Gouffre de Padirac haben reguläre Öffnungszeiten.

Apr Mai Sep

Meiden: Juli–August (hohe Touristenzahlen in Rocamadour, volle Unterkünfte) und nasskalte Wintermonate (rutschiger Kalkstein, verkürzte Öffnungszeiten)

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Le Puy-en-Velay

Die Startstadt beherbergt die beeindruckende Cathédrale Notre-Dame du Puy aus dem 12. Jahrhundert mit ihrer charakteristischen Romanik-Architektur und dem angrenzenden Kreuzgang. Die 1860 aus russischen Kriegskanonen gegossene Statue Notre-Dame de France thront über der Stadt, während die winzige Kapelle auf dem Rocher Saint-Michel d'Aiguilhe seit 961 n.Chr. auf einer Felsspitze steht und eine der ältesten Pilgerkirchen Europas darstellt.

Cardaillac

Dieses mittelalterliche Dorf mit seiner imposanten Befestigung und gewundenen Gassen verkörpert die noble mittelalterliche Architektur der Region und markiert den Beginn der Rocamadour-Variante. Die Festungsruinen und die charakteristischen engen Straßen vermitteln ein authentisches Gefühl für die Verteidigungsarchitektur des 13. und 14. Jahrhunderts.

Lacapelle-Marival

Das Dorf beeindruckt mit seinem 13. Jahrhundert Schloss, das als historisches Monument unter Denkmalschutz steht und die feudale Struktur der Quercy-Region widerspiegelt. Die Architektur zeigt typische Merkmale der südfranzösischen Wehranlagen mit ihren charakteristischen Türmen und Befestigungsanlagen.

Alzou-Tal

Dieses wilde Tal fasziniert mit seinen Überresten alter Wassermühlen und dramatischen Kalksteinwänden, die eine Landschaft prägen, die seit Jahrhunderten unverändert wirkt. Die Schlucht stellt eine der spektakulärsten natürlichen Kulissen des Weges dar, mit steilen Felswänden und kristallklarem Bachverlauf.

Rocamadour

Das berühmte Marienheiligtum klammert sich dramatisch an eine Felswand 120 Meter über dem Alzou-Tal und ist seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Pilger aus ganz Europa. Die schwarze Madonna – eine verehrte Statue mit zugeschriebener Wunderkraft – befindet sich in der Kapelle, während die legendäre Treppe mit 216 Stufen zum Heiligtum führt, und die Legende von Rolands Schwert Durandal ist hier tief verwurzelt.

Lot-Tal Panoramen

Der GR 46 südlich von Rocamadour bietet spektakuläre Ausblicke über die Ufer des Lot, während die Route durch das Quercy-Plateau führt und Orte wie Labastide-Murat und das Dorf Vers durchquert. Diese Panoramen zeigen die klassische südfranzösische Landschaft mit ihren sanften Hügeln, Kalksteinterrassen und traditionellen Steinbauten.

Gramat

Dieses wichtige Etappendorf liegt am Übergang zwischen der wilden Alzou-Schlucht und dem offenen Quercy-Plateau und dient als kultureller Ankerpunkt mit traditioneller provenzalischer Architektur. Die Stadt bewahrt die typischen Merkmale eines südfranzösischen Marktstädtchens mit seinen Arkaden und lokalen Handwerkstradionen.

Causse de Gramat Plateau

Das karge Hochplateau mit seinen offenen Landschaften, Buchenwäldern und gelegentlichen Steinformationen prägt den Charakter dieser Route und bietet Pilger lange Strecken der Kontemplation in wilder, unberührter Natur. Die Karstlandschaft mit ihren charakteristischen Dolinen und Kalksteinformationen schafft eine fast mondähnliche Atmosphäre.

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