Über den Shikoku-Pilgerweg (88 Tempel)
Der Shikoku-Pilgerweg, auch Shikoku Henro genannt, ist ein legendärer Rundweg von etwa 1200 bis 1400 Kilometern Länge, der 88 buddhistische Tempel auf der japanischen Insel Shikoku verbindet und im Uhrzeigersinn umrundet wird.
Er steht in enger Verbindung zum Mönch Kōbo Daishi (Kūkai), dem Begründer des Shingon-Buddhismus, dessen Spuren die Pilger verfolgen.
Besonders macht ihn die spirituelle Tiefe, die körperliche Herausforderung und die einheimische Gastfreundschaft, die Pilger in weißen Gewändern als 'o-henro-san' ehrt.[1][2][3]
Beste Reisezeit
Milderes Wetter, geringere Niederschlagswahrscheinlichkeit als im Juni (Regenzeit) und weniger Hitze/Humidity als im Hochsommer; klare Herbsttage bieten zudem sehr gute Fernsicht für Bergtempel.
Meiden: Juni (tsuyu/Regenzeit), heiße und feuchte Monate Juli–August sowie Taifun-Saison (spätsommerlicher Zyklonrisiko), da Regen die bergigen Pfade sehr rutschig macht
Klima
Highlights
Ryōzenji (Tempel Nr. 1)
Als Startpunkt des Pilgerwegs diente er Kūkai für 21 Tage religiöse Übungen; er liegt am nächsten zum Kōya-san und besitzt eine zweistöckige Pagode sowie eine Kannon-Statue.
Naruto, Präfektur Tokushima[1][3][6]
Zentsūji (Tempel Nr. 75)
Geburtsort von Kūkai mit imposantem Tempelgelände, einschließlich fünfstöckiger Pagode, Haupthalle und Miedo-Halle; ein dunkler Gang führt zur mutmaßlichen Geburtsstätte.
Zentsūji, Präfektur Kagawa[3]
Iwamotoji (Tempel Nr. 37)
Bekannt für 575 lebhafte Deckenmalereien von Spendern landesweit; bietet Tempelunterkunft mit Dachsauna und atemberaubendem Blick auf die Anlage.
Shimanto-chō, Präfektur Kōchi[6]
Ōkubo-ji (Tempel Nr. 88)
Als letzter Tempel schließt er die Rundung nahe Tempel 1 ab; markiert das Ende der anspruchsvollen Etappen mit steilen Wegen und vielen Tempeln in der Nähe.
Sanuki, Präfektur Kagawa[4][10]
Geschichte & Bedeutung
Der Pilgerweg hat legendäre Ursprünge bei Kōbo Daishi (774–835), der auf Shikoku geboren wurde und die Tempel besucht haben soll, obwohl historische Belege fehlen. Tatsächlich entwickelte er sich ab dem 12. Jahrhundert durch Wallfahrten asketischer Mönche vom Kōya-san auf den Spuren ihres Meisters, mit ersten schriftlichen Aufzeichnungen im späten 17. Jahrhundert. Wichtige Figuren wie Joki trugen zur Organisation und Infrastruktur bei, indem er 37 Tempel gründete und Routen kartografierte.[2][5]
Kultur & Tradition
Kulturell ist der Weg zentral im Daishi-Glauben verankert, wo Pilger das Herzsutra rezitieren, Kerzen entzünden und osame-fuda-Kärtchen mit ihrem Namen hinterlassen. Traditionell tragen sie weiße Kleider, Seggenhüte und Gehstöcke, symbolisierend Reinheit und Pilgerstatus, und werden von Einheimischen unterstützt. Die Reise, oft 30 bis 60 Tage dauernd, dient spiritueller Läuterung, Heilung und Verbindung zu buddhistischen Bräuchen, ergänzt durch 20 Bangai-Extra-Tempel.[1][2][3]
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
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Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Später Frühling (Mai) oder Herbst (Oktober–November)
Milderes Wetter, geringere Niederschlagswahrscheinlichkeit als im Juni (Regenzeit) und weniger Hitze/Humidity als im Hochsommer; klare Herbsttage bieten zudem sehr gute Fernsicht für Bergtempel.
Meiden
Juni (tsuyu/Regenzeit), heiße und feuchte Monate Juli–August sowie Taifun-Saison (spätsommerlicher Zyklonrisiko), da Regen die bergigen Pfade sehr rutschig macht
Highlights
Ryōzen-ji (霊山寺)
Traditioneller Startpunkt der 88-Tempel-Rundreise mit gut sichtbarer Bodenmarkierung vom Bahnhof Bandō; symbolisch wichtiger erster Tempel für Henro.
Etappe: Start / Bahnhof Bandō → Ryōzen-ji
Unpenji (Tempel 66, 雲辺寺)
Hochgelegener Bergtempel (~912 m) mit spektakulären Aussichten; hier verläuft eine der härtesten Bergpassagen (henro korogashi) und es gibt eine Bergbahn, die Pilger nutzen.
Etappe: Bereich um Tempel 66 / Berg Unpenji
Cape Muroto (室戸岬)
Markantes Kap an der Pazifikküste mit dramatischen Felsformationen, Meerblick und starkem Küstenwind; ein klassischer, atmosphärischer Abschnitt des Henro in Kōchi.
Etappe: Küstenabschnitt in Kōchi (Muroto)
Lokale Küche
Sanuki Udon (讃岐うどん)
Kagawa-Präfektur: Empfohlen z. B. Udon-ya in Takamatsu oder lokale Teigwarenläden entlang der Nordküste (mehrere traditionelle 'kamatama'‑Stände)
Frisch zubereitete Sanuki Udon in kleinen, familiengeführten Teestuben (shokudo) entlang Etappen rund um Takamatsu bieten kräftige Brühen und handgezogene Nudeln; viele Henro essen Udon als schnelle, nahrhafte Mahlzeit.
Awa Odori‑Spezialitäten / Tokushima Meeresfrüchte
Tokushima: lokale Izakaya nahe Tokushima-Stadt und Hafenrestaurants (frischer Fisch und 'sushi-don')
In Tokushima bieten kleine Hafenlokale frischen Sashimi und regionale Meeresfisch‑Bowls; nach anstrengenden Etappen sind diese Läden beliebte Einkehrorte bei Pilgern.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Minshuku (Familienpensionen)
- Ryokan und Tempelunterkünfte (Shukubō)
Wegmarkierung
Die Route ist überwiegend gut markiert durch Henro-Schilder, Pfeile und Wegweiser in Japanisch (teils mit Englisch); in Städten kann die Orientierung schwieriger sein, sodass Karten oder GPS hilfreich sind.
Geländebeschaffenheit
- Asphaltierte Straßen und Dorfwege
- Unbefestigte Wald- und Bergpfade mit teils steilen Passagen
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.