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Via Sacra

Traditionellster Wallfahrtsweg von Wien nach Mariazell.

Distanz
126
km
Dauer
5-7
Tage
Aufstieg
3500
m

Über den Via Sacra

Die Via Sacra ist nicht einfach ein Pilgerweg, sondern die Verkörperung von acht Jahrhunderten österreichischer Wallfahrtstradition. Seit über 800 Jahren pilgern Gläubige, Fürsten und Kaiser auf dieser Route von Wien nach Mariazell, dem bedeutendsten Wallfahrtsort Mitteleuropas. Die 120 Kilometer lange Strecke beginnt bei der Spinnerin am Kreuz im südlichen Stadtrand Wiens und führt durch den Wienerwald, das Traisen- und Pielachtal bis zu den Vorbergen des Ötschers.

Was diesen Weg einzigartig macht, ist die Dichte an spirituellen Stationen: Bildstöcke, Kapellen und kunsthistorisch bedeutsame Kirchen säumen die Route wie Perlen an einer Schnur. Der Weg verbindet dabei radikal unterschiedliche Welten – man wandert von der Großstadt durch stille Waldpassagen, vorbei an prächtigen Stiften wie Heiligenkreuz und Lilienfeld, über die sogenannten Heiligen Berge bis zur Basilika Mariazell, die malerisch in einem bewaldeten Tal liegt. Die Etappen wechseln zwischen asphaltierten Ortsdurchgängen, schattigen Forstwegen und steileren Anstiegen, wobei zwei der fünf Tage durchaus 30 Kilometer überschreiten.

Das Besondere: Die Via Sacra ist kein moderner Wandertrend, sondern ein gelebter Weg mit authentischer Infrastruktur – Pilger können in den Klöstern übernachten, werden in lokalen Gasthöfen bewirtet, und überall begegnet man der gelebten Wallfahrtstradition. Dies ist Spiritualität ohne Kitsch, Geschichte ohne Museum.

christlich kulturell bergig

Beste Reisezeit

Milde Temperaturen im Wienerwald und Mostviertel, trockene Pfade in Schluchten und Bergen, volle Zugänglichkeit der Wallfahrtsorte.

Mai Jun Jul Aug Sep Okt

Meiden: November bis April wegen Schnee auf Kieneck und Annaberg sowie matschiger Wege in Türnitzschlucht

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Stift Heiligenkreuz

Das älteste noch bewohnte Zisterzienserkloster der Welt, gegründet 1133, beeindruckt mit seinem romanischen Kreuzgang und der barocken Kirche. Pilger können hier übernachten und die täglichen Gebetszeiten der Mönche miterleben – eine seltene Möglichkeit, das klösterliche Leben authentisch zu erfahren.

Stift Lilienfeld

Dieses gotische Meisterwerk aus dem 13. Jahrhundert prägt die Landschaft des Traistals mit seinen charakteristischen Türmen und der prächtigen Kirche. Das Stift bietet ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger und beherbergt eine bedeutende Bibliothek mit mittelalterlichen Handschriften.

Annaberg – Der erste Heilige Berg

Auf 825 Metern Höhe erhebt sich die Wallfahrtskirche Annaberg mit ihrer barocken Zwiebeldächer-Kuppel. Der Ort ist bekannt für seinen kunstvollen Kreuzweg mit Monotypien des Künstlers Sepp Gamsjäger und bietet eine herrliche Aussicht über die umliegenden Berge.

Wienerwald – Naturlandschaft zwischen den Welten

Die ersten Etappen führen durch den Wienerwald, ein dichtes Waldgebiet mit Föhren und Buchen, das nur 20 Kilometer von Wiens Zentrum entfernt beginnt. Diese Landschaft symbolisiert den Übergang von der städtischen zur spirituellen Welt und war bereits im Mittelalter der bevorzugte Meditationsort für Pilger.

Basilika Mariazell

Das Ziel der Pilgerreise: Eine der bedeutendsten Marienkirchen Europas, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen. Die Basilika wurde mehrfach umgebaut und vereint romanische, gotische und barocke Elemente. Der Gnadenaltar mit der Magna Mater Austriae ist das Herzstück der Wallfahrt.

Mayerling – Ort der Geschichte

Diese kleine Ortschaft ist Schauplatz des tragischen Freitods von Kronprinz Rudolf 1889, einem Wendepunkt der österreichischen Geschichte. Die Kapelle erinnert an dieses Ereignis und zeigt die tiefe religiöse Dimension, die Pilgerfahrten in Österreich haben.

Sebastianiweg – Der letzte spirituelle Abschnitt

Die finale Etappe von Mitterbach nach Mariazell folgt dem malerischen Sebastianiweg mit seinen Rosenkranz-Bildstöcken. Dieser Weg gilt als besonders meditativ und bereitet Pilger emotional auf die Ankunft in Mariazell vor.

Traisen- und Pielachtal

Diese beiden Täler prägen die mittleren Etappen mit ihrer alpinen Vorhügellandschaft. Die Flussläufe haben über Jahrtausende tiefe Schluchten gegraben und schaffen eine dramatische Kulisse, die Pilger zwischen Anstrengung und Schönheit hin und her reißt.

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