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Via Sacra (Mariazell)

Traditioneller Marien-Pilgerweg von Wien zur Basilika Mariazell über rund 110 km, der Kultur, Waldlandschaften und spirituelle Orte verbindet.

Distanz
110
km
Dauer
3-5
Tage
Aufstieg
2200
m

Über den Via Sacra (Mariazell)

Die Via Sacra ist eine der ältesten und traditionsreichsten Marienwallfahrtsrouten Österreichs, die von Brunn am Gebirge südlich Wiens bis zur Basilika Mariazell führt. Diese etwa 110 Kilometer lange Strecke verbindet nicht nur zwei heilige Orte, sondern erzählt die Geschichte von Jahrhunderten österreichischer Frömmigkeit und Volksfrömmigkeit. Der Weg beginnt an der Schwelle zwischen der modernen Großstadt und dem Wienerwald, führt durch das hügelige Mostviertel mit seinen charakteristischen Föhrenwäldern und endet in den Voralpen bei Österreichs wichtigstem Marienwallfahrtsort.

Unterwegs passieren Pilger das Stift Heiligenkreuz, eines der ältesten Zisterzienserklöster Europas (gegründet 1133), und das Stift Lilienfeld mit seiner gotischen Architektur. Die Route folgt teilweise historischen Pfaden, auf denen seit dem Mittelalter Gläubige zur Basilika pilgerten, wobei die Wege heute bewusst durch die ruhige Landschaft abseits der modernen Hauptstraßen führen. Was diese Wallfahrt auszeichnet, ist die Mischung aus spiritueller Tiefe und landschaftlicher Vielfalt: Pilger erleben den Übergang von Kulturlandschaft zu Bergwelt, begegnen unterwegs Bildstöcken und Wegkapellen, die von lokaler Volksfrömmigkeit zeugen, und finden in kleinen Dörfern wie Mayerling oder Annaberg Orte der Besinnung.

Die gute Infrastruktur mit Gasthöfen und Unterkunftsmöglichkeiten in den Etappenorten macht diese Wallfahrt auch für moderne Pilger zugänglich, ohne dabei ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.

christlich landschaft kulturell bergig

Beste Reisezeit

Wenig Schnee auf Passagen und in der Falkenschlucht, längere Tageslichtzeiten für die langen Etappen (z. B. Kaumberg→Lilienfeld) sowie geöffnete Einkehr‑/Übernachtungsmöglichkeiten in Lilienfeld, Annaberg und Mariazell.

Mai Jun Sep

Meiden: Wintermonate/Frühjahr bei Schneeschmelze (weiße Höhen, glitschige Waldpfade und mögliche Forstarbeiten/Sperren) und Schlechtwetterperioden, die die drahtlosen Funklöcher und schwierige Pfade riskanter machen.

Klima

Frühling Ideal für Wanderungen
Sommer Warm, teils heiß
Herbst Angenehm, goldene Farben

Highlights

Stift Heiligenkreuz

Das 1133 gegründete Zisterzienserkloster ist eines der ältesten noch bewohnten Klöster Europas und beeindruckt durch seine romanische und gotische Architektur. Die Klosterkirche beherbergt das Heilige Kreuz, eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit, und Pilger können hier übernachten und an den Gebetszeiten der Mönche teilnehmen. Die Stille des Kreuzgangs und die Jahrhunderte alte Tradition machen Heiligenkreuz zu einem spirituellen Höhepunkt der Wallfahrt.

Stift Lilienfeld

Dieses gotische Zisterzienserkloster wurde 1202 gegründet und prägt mit seinen hohen Kreuzgratgewölben und der imposanten Kirche die Landschaft des Mostviertel. Das Kloster war historisch ein Zentrum der Gelehrsamkeit und Handwerkskunst und beherbergt heute eine bedeutende Bibliothek. Auch hier können Pilger übernachten und die Gastfreundschaft der Mönche erfahren.

Mayerling und die Kapelle

Mayerling ist berüchtigt für das tragische Schicksal von Kronprinz Rudolf und seiner Geliebten Maria Vetsera im Jahr 1889. An dieser Stelle wurde später eine Karmeliterinnenkonvent errichtet, die heute ein Ort der Versöhnung und des Gebetes ist. Die Kapelle bietet Pilgern einen Moment der Reflexion über menschliches Leid und göttliche Gnade.

Annaberg - Der erste heilige Berg

Annaberg ist der erste der sogenannten 'Heiligen Berge' auf dem Weg zu Mariazell und beherbergt eine Wallfahrtskirche mit beeindruckender Aussicht über das Mariazellerland. Der Berg war bereits im Mittelalter ein Wallfahrtsziel und die Kirche wurde mehrfach umgebaut. Von hier aus eröffnet sich ein panoramischer Blick auf die kommende Berglandschaft.

Basilika Mariazell

Die Basilika Mariazell ist das Ziel der Wallfahrt und eines der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Europas, das seit dem 14. Jahrhundert Pilger anzieht. Die gotische Gnadenkapelle beherbergt die Statue der Magna Mater Austriae (Große Mutter Österreichs), und die barocke Basilika wurde im 17. Jahrhundert erweitert. Der Anblick der Basilika in der malerischen Berglandschaft ist für viele Pilger ein emotional erfüllendes Moment.

Wienerwald und Föhrenwälder

Die ersten Etappen führen durch den Wienerwald, einen der größten zusammenhängenden Laubwälder Mitteleuropas, bevor die Route in die charakteristischen Föhrenwälder des Mostviertel übergeht. Diese Wälder bieten Schutz und Kühle während der Wanderung und sind Lebensraum für typische Waldvögel und Wildkräuter. Die Waldlandschaft ist ein wesentlicher Teil der spirituellen Erfahrung dieser Wallfahrt.

Bildstöcke und Wegkapellen

Entlang der gesamten Route finden sich hunderte von Bildstöcken und kleinen Wegkapellen, die von lokaler Volksfrömmigkeit über Jahrhunderte zeugen. Diese oft kunstvoll gestalteten Steindenkmäler zeigen religiöse Szenen und sind häufig mit Blumen oder Kerzen geschmückt. Sie laden zu kurzen Gebetspausen ein und verdeutlichen die tiefe religiöse Verwurzelung dieser Landschaft.

Mariazellerbahn - Die historische Rückfahrt

Die Mariazellerbahn, eine nostalgische Bergbahn, verbindet Mariazell mit St. Pölten und fährt über historische Brücken und durch Tunnels durch die Berglandschaft. Die Bahnstrecke wurde 1898 eröffnet und ist selbst ein kulturelles Denkmal. Viele Pilger nutzen diese romantische Rückfahrt, um ihre Wallfahrt zu beschließen.

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