Über den Jordan Trail
Der Jordan Trail ist ein 650 Kilometer langer Fernwanderweg, der seit 2015 Jordanien von Nord nach Süd durchzieht – von Um Qais im Norden bis Aqaba am Roten Meer. Die etwa 40-tägige Wanderung führt durch 75 Dörfer und Städte und verbindet atemberaubende Landschaften mit archäologischen Schätzen. Wanderer durchqueren das grüne Ajloun-Waldreservat, das Mujib Naturreservat, das Dana Naturschutzgebiet und erreichen schließlich die Felsenstadt Petra – eine der Neuen Sieben Weltwunder.
Der Trail bietet auch Abschnitte durch die rötliche Wüste von Wadi Rum, wo der Jebel Um ad Dhami (1.854 m) Jordaniens höchster Berg erklommen werden kann. Unterwegs begegnet man Beduinenkulturen, römischen Ruinen, nabatäischen Karawanenrouten und historischen Stätten wie der St. George Kirche und dem Berg Nebo.
Der Weg verbindet nicht nur spektakuläre Naturlandschaften, sondern auch tiefe kulturelle Erfahrungen mit den Bewohnern Jordaniens.
Beste Reisezeit
Blühende Wiesen im Norden, mildes Wetter in Wüste und Bergen, weniger extreme Hitze in Dana-Petra-Abschnitten.
Meiden: Sommer (Juni-August) wegen extremer Wüstenhitze und Wasserknappheit
Klima
Highlights
Petra – Die Felsenstadt
Die in Stein gehauene nabatäische Hauptstadt mit monumentalen Fassaden wie Ad-Deir (das Kloster) und dem Schatzhaus. Wanderer erreichen Petra über die historische Karawanenroute von Dana aus, was einen ruhigeren Zugang ermöglicht.
Wadi Rum – Wüstenabenteuer
Spektakuläres Wüstental mit rötlichen Sandsteinformationen und Beduinencamps. Von hier aus können Wanderer Jordaniens höchsten Berg, den Jebel Um ad Dhami, erklimmen und bis nach Saudi-Arabien blicken.
Dana Naturschutzgebiet
Das Dorf Dana thront über der gleichnamigen Schlucht mit aussichtsreichen Pfaden. Der Trail führt von hier 73 Kilometer hinab in die Ruinenstadt Petra durch felsige Landschaften und Beduinensiedlungen.
Mujib Naturreservat
Eines der tiefsten Naturreservate der Welt mit Canyons, Flussläufen und vielfältiger Flora und Fauna. Kurze Wanderungen (2-3 Stunden) bieten intensive Naturerlebnisse.
Tell Mar Elias & Berg Nebo
Archäologische Stätte, traditionell als Geburtsort des Propheten Elija verehrt, mit Spuren aus Eisenzeit, römischer und byzantinischer Zeit. Der Berg Nebo bietet historische und spirituelle Bedeutung.
Ajloun-Waldreservat
Grüne, mediterrane Waldlandschaft im Norden mit historischen Befestigungen. Markiert den kulturellen und landschaftlichen Startpunkt des Trails.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Als moderner Fernwanderweg wurde der **Jordan Trail** zwischen 2012 und 2015 von jordanischen Wanderern, NGOs und Tourismusbehörden systematisch erkundet, markiert und 2015 offiziell eröffnet. Historisch folgt er jedoch alten Karawanen-, Hirten- und Prozessionswegen, die seit der nabatäischen Blütezeit um Petra (ca. 550 v. Chr. bis 106 n. Chr.) Handelsgüter und Pilger zwischen Arabien, dem Roten Meer und dem fruchtbaren Norden leiteten. Besonders der Abschnitt zwischen Dana und Petra greift Routen auf, über die Nabatäer Weihrauch, Gewürze und Luxusgüter nach Petra und weiter in das Römische Reich brachten, bevor die Stadt 106 n. Chr. in die römische Provinz Arabia Petraea eingegliedert wurde. Im Raum Wadi Musa berührt der Weg zudem eine biblisch-tradierte Erinnerungslandschaft, in der seit der Spätantike die Legende lebendig ist, Mose habe beim Exodus Wasser aus dem Felsen geschlagen, was der Region ihren Namen „Tal des Moses“ gab.
Bedeutung
Historisch verknüpft der heutige Jordan Trail die Sphären mehrerer Imperien und Religionen: Er passiert nabatäische Heiligtümer, römische Straßen und Festungen, byzantinische Kirchen und frühislamische Siedlungsräume, die insgesamt rund 2000 Jahre Religions‑ und Kulturgeschichte des Landes abbilden. Für jüdische, christliche und islamische Traditionen ist das Gebiet entlang des Trails eine Durchzugszone biblischer Propheten – von Mose bis zu Propheten des Alten Testaments –, deren Wander- und Fluchtrouten später in Pilgerpredigten, Liturgie und lokaler Volksfrömmigkeit nachwirkten. Im Mittelalter liefen nahe dem heutigen Korridor des Trails zum Teil Zweigwege der islamischen Pilgerstraßen (darunter Routen, die auf die syrisch‑hidschasische Hajj‑Straße trafen), wodurch Karawansereien, Wasseranlagen und einfache Gebetsplätze entstanden, die Handel, religiöse Praxis und Alltagsarchitektur eng verbanden. Berühmte historische Persönlichkeiten wie die nabatäischen Könige Aretas IV. (9 v. Chr.–40 n. Chr.) und Rabbel II. (70–106 n. Chr.), römische Statthalter der Provinz Arabia sowie byzantinische Bischöfe von Städten wie Gerasa und Madaba prägten die Kult- und Verkehrslandschaften, auf denen der moderne Trail heute symbolisch weiterwandert.
Heute
Seit seiner offiziellen Eröffnung 2015 hat sich der Jordan Trail zu einem der bedeutendsten Fernwanderwege des Nahen Ostens entwickelt; genaue Pilgerzahlen werden nicht veröffentlicht, doch mehrere tausend internationale Wandernde und spirituell motivierte Besucher folgen jährlich seinen 650–675 Kilometern von Um Qais bis Aqaba. Eine formale Einstufung als UNESCO‑Welterbe besitzt der Trail selbst nicht, doch er verbindet UNESCO‑Stätten wie Petra und stellt sich bewusst als Weg dar, auf dem man „650 km durch 2000 Jahre jordanische Geschichte“ wandert – viele moderne Pilger suchen dabei weniger eine konfessionelle Wallfahrt als eine kontemplative, natur- und geschichtssatte Erfahrung. Besonders eindrücklich ist für viele heutige Wanderer die spirituelle Begegnung mit der Stille der Wüste, den Erzählungen der Beduinen und den in Fels gemeißelten Kult- und Grabarchitekturen Petras, die das Gefühl vermitteln, Schritt für Schritt durch die Glaubens- und Handelswege vergangener Jahrhunderte zu gehen.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Arabisch (levantinisch) dominiert; oft versteht man auch etwas Englisch. Nützliche Phrasen: 1. „As-salāmu ʿalaykum“ – Friede sei mit dir/euch (Begrüßung) 2. „Shukran“ – Danke 3. „Min faḍlak / min faḍlik“ – Bitte (m./w.) 4. „Wēn il-Jordan Trail? / Wēn et-tarīq?“ – Wo ist der Jordan Trail? / Wo ist der Weg?
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
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Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Frühling (März-Mai) oder Herbst (Oktober-November)
Blühende Wiesen im Norden, mildes Wetter in Wüste und Bergen, weniger extreme Hitze in Dana-Petra-Abschnitten.
Meiden
Sommer (Juni-August) wegen extremer Wüstenhitze und Wasserknappheit
Highlights
Dana bis Petra (Etappe 6)
73 km durch vier biogeographische Zonen, steile Pfade in Wadi Dana, National-Geographic-gekrönt.
Etappe 6 / Dana nach Petra
Wadi Ghuweir
Dramatisches Wadi mit Schluchten, Olivenbäumen und grüner Vegetation ins Wadi Feynan.
Etappe Shobak-Petra / Wadi Ghuweir
Little Petra (Beida)
Ruinenstätte nach Ras al-Feid, erste Wasserquelle seit Dana.
Etappe Dana-Petra / bei Ras al-Feid
Lokale Küche
Beduinisches Lagerfeuer-Essen
Nabatäische Camps Shobak-Petra
Gemeinsam am Feuer nach Wadi Ghuweir-Etappe.
Traditionelle Beduinen-Mahlzeiten
Wadi Rum Camps nach Jebel Um ad Dhami
Nach Besteigung Jordaniens höchstem Berg.
Lokale Speisen in Dana
Feynan Ecolodge bei Dana
Letzte Station vor wasserarmer Wadi Malaga.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Gästehäuser und einfache Herbergen in Dörfern
- Hotels in größeren Orten (z. B. Petra, Aqaba)
- Beduinen-Camps und organisierte Wüstencamps
- Wildcamping möglich, aber respektvoll und vorsichtig
Wegmarkierung
Im Großteil gut markiert mit Jordan Trail-Logo; in abgelegenen Abschnitten und Wüstenpassagen können Markierungen fehlen – GPS/GPX empfohlen.
Geländebeschaffenheit
- steinige Bergpfade und Terrassenwege
- Schotterpisten und Deserttracks
- sandige Wadi-Abschnitte
- gelegentliche Asphaltverbindungen zwischen Ortschaften
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.