Über den Kykkos Monastery Trail
Der Kykkos Monastery Trail führt durch die nordwestlichen Ausläufer des Troödos-Gebirges auf 1.318 Metern Höhe zu einem der bedeutendsten orthodoxen Klöster Zyperns. Das Kloster wurde um 1092 von Kaiser Alexios I. Komnenos gegründet und beherbergt eine der drei überlieferten Ikonen der Jungfrau Maria, die dem Apostel Lukas zugeschrieben wird.
Die Route verbindet spirituelle Kontemplation mit beeindruckenden Berglandschaften und durchquert traditionelle Dörfer der Marathasa-Region. Trotz mehrfacher Zerstörungen durch Brände erhebt sich das Kloster seit Jahrhunderten wieder auf – ein Symbol der Widerstandskraft der zypriotischen Kultur. Die aktuelle Struktur stammt hauptsächlich aus dem 19.
Jahrhundert und vereint byzantinische Kunsttraditionen mit lokaler Architektur. Während der Wanderung erleben Pilger nicht nur die religiöse Atmosphäre, sondern auch die wilden Bergwälder, Mosaiken im Klosterhof und das angrenzende Museum mit Reliquien und historischen Dokumenten.
Beste Reisezeit
Diese Zeiträume bieten milde Temperaturen im Troodos-Gebirge, geringe Schneefälle und stabile Straßenverhältnisse; außerdem sind Wald- und Aussichtspassagen grün und zugänglich, ohne die sommerliche Hitze in tieferen Lagen oder die Wintersperren/Schneerisiken oberhalb 1.200 m.
Meiden: Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze in tieferen Abschnitten und mögliche Besucherspitzen; Wintermonate wegen Schnee und Glätte oberhalb 1.200 m sowie eingeschränkter Zufahrt.
Klima
Highlights
Kykkos Monastery
Das Hauptkloster mit der heiligen Ikone der Jungfrau Maria, ornamentalen Mosaiken im Innenhof und einem umfangreichen Museum mit Reliquien, Gewändern und zypriotischen Antiquitäten.
Troödos-Berglandschaft
Wilde Nadelwälder, alpine Wiesen und spektakuläre Ausblicke über die Marathasa-Region mit traditionellen Bergdörfern.
Ikonenmuseum
Sammlung von Jahrhunderten umfassende religiöse Kunstwerke, bestickte Gewänder und historische Manuskripte zur zypriotischen Kulturgeschichte.
Throni-Hügel
Friedhof mit dem Grabmal des zypriotischen Präsidenten Makarios III., der am Fuß des Hügels ruht – ein Ort historischer und nationaler Bedeutung.
Marathasa-Dörfer
Traditionelle zypriotische Bergdörfer entlang der Route mit lokalen Tavernen, Handwerkstradition und authentischer Dorfkultur.
Byzantinische Kunstschätze
Ikonographie und Kirchenmalereien aus verschiedenen Epochen, die die Entwicklung der orthodoxen Kunsttradition dokumentieren.
Geschichte & Bedeutung
Ursprung
Der Pilgerweg zum heutigen Kykkos-Kloster formierte sich gegen Ende des 11. Jahrhunderts, als Kaiser Alexios I. Komnenos zwischen 1081 und 1118 n. Chr. die Gründung des Marienklosters im Troodos-Gebirge anordnete. Auslöser war die Legende um den Einsiedler Isaias (Esaias) und den byzantinischen Gouverneur Manuel Boutoumites, dessen Begegnung mit dem Mönch, seine Krankheit und wundersame Heilung sowie die anschließende Heilung der Kaisertochter in Konstantinopel den Transfer der hochverehrten Maria-Ikone und die Gründung des Klosters bewirkten. Mit der feierlichen Prozession der Ikone vom Landungsort an der Küste hinauf in das Marathasa-Tal und zum Berg Kykkos – der Legende nach neigten sich sogar die Bäume ehrfürchtig – entstand im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert erstmals eine feste Wallfahrtsroute, die sich zu einem regelmäßig begangenen Pilgerweg entwickelte. Die frühe urkundliche Erwähnung des Klosters in einem Kaufvertrag für eine Bibel zeigt, dass der Ort bereits im 12. Jahrhundert ein geistliches Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung war.
Bedeutung
Im Mittelalter wurde der Pilgerweg zum Kloster Kykkos zu einer der wichtigsten Marienwallfahrten des östlichen Mittelmeerraums, da hier eine der berühmtesten Ikonen der Theotokos, der Überlieferung nach vom Evangelisten Lukas gemalt, verehrt wurde und Pilger aus der gesamten orthodoxen Welt anzog. Die anhaltende Verehrung führte zu einem kontinuierlichen Ausbau der Klosteranlage – nach mehreren verheerenden Bränden wurden Kirche und Konventsgebäude immer wieder erneuert –, wobei byzantinische und später postbyzantinische Ikonenmalerei, reiche Holzschnitzereien und Mosaiken entstanden, die die Kunst- und Architekturgeschichte Zyperns tief prägten. Durch Stiftungen, Handel mit Wein, Honig, Wald- und Agrarprodukten des Marathasa-Tals sowie die Versorgung der Pilger entwickelte sich rund um die Route ein bedeutender Wirtschaftsraum, in dem Dörfer, Gasthäuser und Handwerksbetriebe vom Wallfahrtsverkehr lebten. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die eng mit Kykkos verbunden sind, zählt insbesondere Erzbischof Makarios III., der erste Präsident der Republik Zypern, der 1926 als Mönch im Kloster eintrat, immer wieder dorthin zurückkehrte und sich 1977 ganz in der Nähe, am Throni-Berg etwa 3 km westlich des Klosters, bestatten ließ – sein Grab ist bis heute Ziel von Pilgern und Besuchern.
Heute
Heute ist der Kykkos-Pilgerweg, in unterschiedlichen Etappen und Varianten begangen, einer der bekanntesten spirituellen Wege Zyperns; offizielle Pilgerstatistiken schwanken, doch der Wallfahrtsort zählt jährlich zehntausende, teils hunderttausende Besucher, die Kloster, Ikone und das Grab von Makarios III. aufsuchen. Seit dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert erlebt die Route im Zuge des Wandertourismus im Troodos-Gebirge, neu ausgeschilderter Kultur‑ und Klosterwege und eines erneuerten Interesses an orthodoxer Spiritualität eine deutliche Renaissance; der Weg selbst ist zwar kein eigenes UNESCO-Welterbe, liegt aber in einer von der Republik Zypern als bedeutende Kultur‑ und Naturlandschaft geschützten Region. Moderne Pilger und Wanderer werden gleichermaßen von der jahrhundertelangen Marienverehrung, der Hoffnung auf Trost und Heilung, der eindrucksvollen Berglandschaft und der historischen Rolle des Klosters als geistiges und politisches Herz Zyperns angezogen.
Kultur & Tradition
Regionale Spezialitäten
Traditionen & Bräuche
Sprache
Hauptsprache: Griechisch (Zypriotischer Dialekt), verbreitet auch Englisch. Nützliche Phrasen: 1. „Kaliméra“ – Guten Morgen 2. „Evcharistó polí“ – Vielen Dank 3. „Boró na do to monasteri?“ – Kann ich das Kloster besichtigen? 4. „Éna piáto paradosiakó, parakaló“ – Ein traditionelles Gericht, bitte
Etappenplan
* Beispielhafte Einteilung
Tagesetappe
Tagesetappe
Tagesetappe
Höhenprofil
Besondere Herausforderungen
Insider-Tipps
Beste Reisezeit
Empfohlen
Spätfrühling bis Frühsommer (Mai–Anfang Juli) oder Frühherbst (September–Oktober)
Diese Zeiträume bieten milde Temperaturen im Troodos-Gebirge, geringe Schneefälle und stabile Straßenverhältnisse; außerdem sind Wald- und Aussichtspassagen grün und zugänglich, ohne die sommerliche Hitze in tieferen Lagen oder die Wintersperren/Schneerisiken oberhalb 1.200 m.
Meiden
Hochsommer (Juli–August) wegen Hitze in tieferen Abschnitten und mögliche Besucherspitzen; Wintermonate wegen Schnee und Glätte oberhalb 1.200 m sowie eingeschränkter Zufahrt.
Highlights
Kloster Panagia tou Kykkou (Kykkos Monastery)
Hauptziel mit byzantinischer Ikonostase, berühmter Marienikone und reicher Klosterarchitektur; Innenräume sind fotografisch eingeschränkt und es gelten Kleidervorschriften.
Endpunkt / Kykkos, Troodos-Gebirge (Etappe Ende)
Aussichtspunkte entlang der Zufahrtsstraße (L35/L127)
Mehrere natürliche Aussichtsbänke und kurz zugängliche Parkbuchten bieten weite Blicke über das Troodos-Gebirge und tiefe Schluchten; oft Ausgangspunkte für Foto- und Raststopps vor dem Kloster.
Auf der Etappe zwischen Pedoulas und Kykkos
Tal der Zedern (Cedars Valley) – kleiner Abstecher
Ein kurzer, aber landschaftlich markanter Abstecher mit alten Zedernbeständen und Picknick-/Wanderplätzen; wird häufig als Ergänzung zur Kykkos-Etappe besucht.
ca. 20 km westlich vom Kloster / Abzweig nahe Pedoulas
Lokale Küche
Souvla / gegrilltes Lamm
Tavernen in Pedoulas (z. B. traditionelle Taverne am Dorfplatz von Pedoulas)
Pilger essen häufig in Pedoulas vor oder nach dem Klosterbesuch; nach Ankunftszeiten fragen, da viele Lokale mittags schließen.
Zypern-Käsekuchen (Halloumi) & lokale Weine
Weingut- oder Weinstuben in Omodos (z. B. Lambouri-Weingut/Vinothek bei Omodos)
Kombiniere Kykkos-Besuch mit Omodos für Weinproben und Halloumi-Gerichte; Omodos liegt bequem auf Tagesrouten durch das Troodos-Gebirge.
Praktische Informationen
Unterkunftsmöglichkeiten
- Gasthäuser und kleine Hotels in Pedoulas und Kakopetria
- Berghotels im Troodos-Gebiet
- Einfache Pilgerunterkünfte / Klosteraufenthalt nach Anfrage
Wegmarkierung
Teilweise markiert auf Forstwegen und Wanderpfaden; Abschnitte über Asphalt und unmarkierte Trampelpfade. GPX empfohlen.
Geländebeschaffenheit
- schmale Waldpfade und Forstwege
- steilere Anstiege mit steinigem Untergrund
- abschnittsweise asphaltierte Dorfstraßen
Allgemeine Pilgertipps zu Ausrüstung, Gesundheit und Sicherheit findest du auf unserer Pilgertipps-Seite.